Andelfingen

Trotz Endlager für die Atomkraft

Hat das Endlager und die Angst vor Atommüll dem Energiegesetz geholfen? Das Abstimmungsverhalten im Weinland gibt daraufeine klare Antwort: Nein.

Die Abstimmung über das Energiegesetz zeigt es erneut: Im Weinland hat der Widerstand gegen das Endlager eine kleine Basis.

Die Abstimmung über das Energiegesetz zeigt es erneut: Im Weinland hat der Widerstand gegen das Endlager eine kleine Basis. Bild: Marc Dahinden

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Das Bauverbot neuer Atomkraftwerke (AKW) ist Teil des Energiegesetzes, das gestern auch im Kanton Zürich mit knapp 59 Prozent Ja-Stimmen angenommen worden ist. Doch obschon das Endlager für hochradioaktive Abfälle im Zürcher Weinland oder nördlich der Lägern im Unterland gebaut werden könnte, war die Zustimmung in den betroffenen Bezirken Andelfingen und Dielsdorf am niedrigsten von allen zwölf Bezirken im Kanton. Wenig überraschend sagten die städtischen Bezirke Zürich (72 Prozent) und Winterthur (59 Prozent) am klarsten Ja zum Energiegesetz.Während die Zustimmung im Weinland zum Energiegesetz insgesamt bei 51 Prozent lag, wurde das Gesetz im Bezirk Dielsdorf mit 47 Prozent Ja-Stimmen sogar abgelehnt.

Die meisten sagten Nein

Betrachtet man die 24 Weinländer Gemeinden des Bezirks Andelfingen, so hat die grosse Mehrheit ein Nein in die Urne gelegt: 16 Gemeinden sagten Nein und nur 8 Ja zum Energiegesetz. Marthalen, Benken, Trüllikon, Laufen-Uhwiesen und Kleinandelfingen wären von einem Endlager zwar besonders stark betroffen. Doch auch diese fünf Gemeinden lehnten das Energiegesetz und damit das AKW-Bauverbot ab. Trüllikon trägt sogar das Label der sogenannten Energiestädte, die als Vorreiter für die Energiestrategie 2050 gelten. Das überarbeitete Energiegesetz wiederum ist Bestandteil dieser Strategie. In der Hinsicht konsistenter stimmten die beiden Weinländer Gemeinden Rheinau und Dachsen ab, wo die Ja-Anteile bei 63 respektive 56 Prozent liegen. Rheinau ist die einzige Weinländer Gemeinde mit einem SP-Gemeindepräsidenten. Auch Rhein­au und Dachsen liegen im engeren Kreis der Endlagerregion und tragen das Energiestadt-Label. Links-grüne Vorlagen erhalten in diesen Gemeinden allerdings regelmässig viele Ja-Stimmen – zumindest für die ländlichen Weinländer Verhältnisse. Zu diesem Kreis gehören auch die Gemeinden Flurlingen und Feuerthalen, die dem Energiegesetz mit 61 respektive 56 Prozent zustimmten.

Die mit Abstand tiefste Zustimmung erhielt das Energiegesetz im Weinland in Berg am Irchel (37 Prozent) sowie in Adlikon (34 Prozent).

Forderungen von Nachbarn

Kürzlich meldeten sich mehrere Schaffhauser und Thurgauer Gemeinden in Sachen Endlager zu Wort. Dies, weil sie in der letzten Etappe der Standortsuche neu oder weiterhin mitreden möchten. Dazu gehören etwa die Gemeinden Buchberg, Rüdlingen, Neuhausen und Schaffhausen SH sowie Neunforn TG. Doch nur die letzten zwei Gemeinden stimmten für das Energiegesetz und damit für den schrittweisen Ausstieg aus der Kernenergie.

Bereits letzten Herbst stimmte das Weinland nicht atomkritisch – trotz des drohenden Endlagers. Die Atomausstiegsinitiative vom November 2016 war allerdings radikaler als das jetzige Energiegesetz. So wollte die Initiative, dass alle Atomkraftwerke bis 2029 vom Netz gehen. Im Weinland stimmten damals nur knapp 43 Prozent für den raschen Atomausstieg, im Kanton waren es 47 Prozent. Einzig die beiden Gemeinden Rheinau und Dachsen wollten zügig wegkommen vom Atomstrom. (Der Landbote)

Erstellt: 21.05.2017, 21:01 Uhr

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