Dägerlen

Verkehrsrat kennt kein Pardon

Das Begehren der Gemeinde Dägerlen an den Verkehrsrat wurde abgelehnt. Der lückenlose Halbstundentakt für die Linie 676 wird im kommenden Fahrplan nicht wieder eingeführt.

Haltestelle der Linie 676 in Rutschwil. Der Verkehrsrat sieht die Wirtschaftlichkeit für einen durchgängigen Halbstundentakt nicht gegeben.

Haltestelle der Linie 676 in Rutschwil. Der Verkehrsrat sieht die Wirtschaftlichkeit für einen durchgängigen Halbstundentakt nicht gegeben. Bild: Madeleine Schoder

Feedback

Tragen Sie mit Hinweisen zu diesem Artikel bei oder melden Sie uns Fehler.

Wer in Rutschwil, einem der fünf Dörfer der Gemeinde Dägerlen, den 8.38 Uhr Bus nach Winterthur verpasst, kann wieder nach Hause spazieren und in knapp einer Stunde zurückkommen. Denn auch im Fahrplan 2020/2021 soll die Postautolinie 676 tagsüber zwischen 9 und 17 Uhr und an Sonn- und Feiertagen nicht im Halbstundentakt zwischen Winterthur und Henggart verkehren. Dies hat der Verkehrsrat entschieden, wie der Gemeinderat von Dägerlen im Mitteilungsblatt schreibt.

Das neunköpfige Gremium des Zürcher Verkehrsverbundes, das sich aus Vertretern des Kantons, der Städte Zürich und Winterthur, der Gemeinden, der SBB und des Bundes zusammensetzt, stütze seinen Entscheid auf die vom Kantonsrat beschlossene Regel, wonach das massgebliche Kriterium für eine Linie die Wirtschaftlichkeit sei. Der Gemeinderat von Dägerlen schreibt, er verzichte darauf, den Entscheid anzufechten. Dass die Linie 676 in Nebenzeiten nicht rentiert, ist der Behörde klar.

Die Postautolinie 676 verkehrt zwischen Henggart und Winterthur. Seit dem Fahrplanwechsel allerdings nicht mehr durchweg halbstündlich. Das hat in Dägerlens Bevölkerung Ärger und Unzufriedenheit ausgelöst. Zum Leidwesen der ÖV-Nutzerinnen und -Nutzer funktionieren nun in den Nebenzeiten die Anschlüsse in Henggartnicht mehr richtig.

Gemeinde und Bevölkerung setzen sich seither vergeblich für die Wiedereinführung des lückenlosen Halbstundentakts ein. 50 Personen stellten laut Gemeinderat im März während der öffentlichen Auflage des Fahrplans 2020/21 ein entsprechendes Begehren. Schon vor der Umstellung protestierten 120 Personen.

«Wegen Seuzi-Bus verloren»

In Dägerlen ist man überzeugt, die durchgängig halbstündliche Anbindung wegen der neuen Postautolinie 679, dem sogenannten Seuzi-Bus, verloren zu haben. Der Zürcher Verkehrsverbund richtete diese Linie, die sich noch in der zweijährigen Versuchsphase befindet, auf mehrfachen Wunsch der Gemeinde Hettlingen ab dem aktuellen Fahrplan ein. Gleichzeitig beschränkte er den Halbstundentakt der Postautolinie durch Dägerlen auf die Hauptzeiten.

Dägerlen gibt indessen nicht auf. Der Gemeinderat will nun die Kräfte für die nächste grössere Anpassung, jene des Fahrplans 2021/22, bündeln. «Dazu sind bereits Gespräche und Abklärungen mit Nachbargemeinden und entsprechenden Kommissionen für den Herbst/Winter geplant», kündigt er an.

Erstellt: 15.10.2019, 17:27 Uhr

Inserieren

Anzeigen online aufgeben
Inserate einfach online aufgaben

Kommentare

Blogs

Michèle & Friends Midlife-Crisis? Nehm ich!

Von Kopf bis Fuss Diese Frau erinnert sich an alles

Abo

Eine für alle. Im Digital-Abo.

Den Landboten digital ohne Einschränkung nutzen. Für nur CHF 25.- pro Monat.
Jetzt abonnieren!