Rheinau

Warum der Präsident doch zufrieden ist

Andreas Jenni rutschte auf der SP-Parteiliste nach hinten.

Rheinau ist eine SP-Oase im Weinland. Der Wähleranteil der SP in der Gemeinde war fast doppelt so hoch wie im Bezirk.

Rheinau ist eine SP-Oase im Weinland. Der Wähleranteil der SP in der Gemeinde war fast doppelt so hoch wie im Bezirk. Bild: Sabina Bobst

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Die Gemeinde Rheinau ist im Zürcher Weinland politisch gesehen ein Spezialfall. Der SP-Wähleranteil ist hier seit den Nationalratswahlen am Sonntag mit 21,2 Prozent doppelt so hoch wie im Bezirksdurchschnitt, der mit 11,1 Prozent kantonsweit am tiefsten ist. Die besondere Situation hat sich mit den Wahlen zusätzlich akzentuiert: Entgegen dem Trend hat die SP hier im Vergleich zu 2015 leicht zugelegt.

Der Rheinauer SP-Gemeindepräsident Andreas Jenni führt diese Entwicklung auf mehrere Faktoren zurück. So sei er nun seit sechs Jahren im Amt und spüre viel Rückhalt. Zudem politisiere er sozialliberal und im Vergleich zu Kandidaten aus städtischen Gebieten moderater im Ton. Hinzu komme die traditionelle Stärke der Partei in Rheinau aufgrund der psychiatrischen Klinik, die viele Arbeitsplätze bietet und so zu einer durchmischten Bevölkerungsstruktur führte.

 «Im Bezirk Andelfingen habe ich auf der SP-Liste den 4. Platz erreicht, ich rückte damit von Platz 19 auf Platz 4 vor.»Andreas Jenni

Aber auch mit seinem persönlichen Resultat ist Jenni zufrieden, obschon er auf der SP-Liste von Rang 19 auf 28 zurückfiel: «Im Bezirk Andelfingen habe ich auf der SP-Liste den 4. Platz erreicht, ich rückte damit von Platz 19 auf Platz 4 vor.» In Rheinau selber habe er ferner die meisten Stimmen geholt und damit mehr als die SVP-Spitzenkandidaten, die ansonsten im Weinland mit Abstand die meisten Stimmen erhielten. Auf andere Bezirke habe er seinen Wahlkampf nicht ausgeweitet. «Wer von so weit hinten auch in anderen Bezirken Wahlkampf betreibt, der muss sehr viel Geld in die Hand nehmen, mit dem Resultat, dass er in den anderen Bezirken meist nur Kandidaten auf der eigenen Liste Stimmen wegnimmt.»

Erstellt: 22.10.2019, 15:13 Uhr

Andreas Jenni ist zufrieden mit seinem Abschneiden bei den Nationalratswahlen.

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