Andelfingen

Was ein Ortszentrum kann – und was es soll

An einem Workshop der Zürcher Planungsgruppe Weinland wurde diskutiert, ob und wie die Weinländer Gemeinden ihre Ortszentren entwickeln können und sollen.

Andelfingen hat ein Ortszentrum – dafür viel Verkehr.

Andelfingen hat ein Ortszentrum – dafür viel Verkehr. Bild: Johanna Bossart

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Es handle sich nicht um eine Wertung, betonte Lea von Moos, Planerin der Zürcher Planungsgruppe Weinland (ZPW). Sondern rein um eine Einteilung der Weinländer Ortszentren nach zwei Kriterien: Schutzwürdigkeit (national, regional oder gar nicht) sowie Zentralität.

Die 22 Gemeinden des Bezirks Andelfingen wurden nach diesem Raster in vier Kategorien eingeteilt. Die Einteilung sei ein «Mittelweg», sagte Lea von Moos. Es sei nicht praktikabel, eine Strategie für alle Gemeinden zu definieren – auf jede einzeln einzugehen sei schlicht unmöglich.

Die ZPW hatte zum ersten von zwei Workshops geladen. Zu diskutieren hatten die Anwesenden, ob und wie die Ortszentren entwickelt werden könn(t)en. Die Gemeindevertreter setzten sich am Donnerstagabend im Löwensaal in Andelfingen in ihren Kategorien zusammen. Beispiele für die vier Kategorien sind: Volken und Adlikon (keine Schutzwürdigkeit, geringe Zentralität), Dachsen und Kleinandelfingen (regionale Schutzwürdigkeit, mittlere Zentralität), Marthalen und Ossingen (nationale Schutzwürdigkeit, mittlere Zentralität) oder Dorf und Laufen-Uhwiesen (regionale Schutzwürdigkeit, mittlere bis geringe Zentralität).

Wohnen, nicht leben

So verschieden wie die Ortschaften sind auch ihre Zentren – und damit die Bedürfnisse und Möglichkeiten. Einige Punkte wurden aber gemeinde- und kategorienübergreifend genannt.Immer wieder thematisiert wurde der Verkehr. Andelfingen etwa beurteilt den Stellenwert seines Ortskerns um den Marktplatz zwar als hoch, die Attraktivität aber als eher gering, da die Parkierung wortwörtlich zu stark im Zentrum stehe. Überhaupt war die Erreichbarkeit der Gemeinden und ihrer jeweiligen Ortskerne ein Thema.

«Wir haben einen Brunnen, ein Gemeindehaus und einige Parkplätze»Gemeindepräsident Sergio Rämi über seine Gemeinde Truttikon

Von kleineren Gemeinden kamen Voten, dass keine Möglichkeit bestehe, ein Zentrum zu bilden. «Wir haben einen Brunnen, ein Gemeindehaus und einige Parkplätze», definierte Gemeindepräsident Sergio Rämi das «Ortszentrum» von Truttikon.

Als Herausforderung wurden verschiedene Interessen genannt, die an einen zentralen Ort gestellt werden. Treffpunkt, Versorgung, Gewerbe etc. unter einen Hut zu bringen – und das, obwohl viele Menschen lediglich im Dorf wohnen, ihren Arbeits- und Lebensmittelpunkt aber woanders haben.

Dienstleistungs-Mix

Lea von Moos nannte sogenannte Megatrends (bereits bestehende Trends, die weiter anhalten werden), die laut der Planerin auch im Weinland umgesetzt werden könnten. Etwa Clusterwohnungen, in denen jeder sein Plätzchen findet, vieles aber auch geteilt werde. In dieselbe Sparte gehören Coworking-Spaces; Räume, in denen mehrere Personen aus verschiedenen Berufen Arbeitsplätze einrichten.

Ein Megatrend, der sich bereits bemerkbar macht sind gemischte Dienstleistungen. Ein Dorfladen kombiniert mit Poststelle, das ist vielerorts im Bezirk bereits Realität.

Erstellt: 13.12.2019, 16:34 Uhr

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