Berg am Irchel

Weinländer SVP startet Wahlkampf vor militärischer Festung

Drei SVP-Männer aus dem Zürcher Weinland wollen nach Bern in den Nationalrat.

Konrad Langhart, Paul Mayer und Martin Zuber (v. l. n. r.).

Konrad Langhart, Paul Mayer und Martin Zuber (v. l. n. r.). Bild: Heinz Diener

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Gestern Mittwochabend hat die SVP des Bezirks Andelfingen ihren Wahlkampf für die National- und Ständeratswahlen vom 20. Oktober gestartet. Der Anlass dazu fand vor der militärischen Festung Ebersberg bei Berg am Irchel statt. Die ein Jahr vor Ausbruch des Zweiten Weltkriegs fertiggestellte Anlage am Rhein ist ein militärhistorisches Baudenkmal von nationaler Bedeutung.

Man stehe hier vor einem «Widerstandsbauwerk», sagte Michael Trachsel, Gemeinderat von Feuerthalen (SVP). Heute wie damals sei Widerstand zugunsten der Schweizer Bevölkerung nötig. Zwar seien es keine militärischen Gegner mehr, aber etwa der EU-Rahmenvertrag, die «Klimahysterie» oder die Zuwanderung seien ebenso gefährlich, meinte Trachsel einleitend.

Danach stellten sich die drei Weinländer SVP-Kandidaten für den Nationalrat vor: Konrad Langhart (Stammheim), Paul Mayer (Marthalen) und Martin Zuber (Stammheim). Zu einer sicheren, freien und unabhängigen Schweiz gehöre auch die Landwirtschaft, sagte Langhart, Bio-Bauer und Kantonsrat. Die Bauern hätten zwar Hausaufgaben zu erledigen, etwa in den Bereichen Klima oder Nachhaltigkeit, doch dafür brauche es keine neuen Gesetze, wobei sich Langhart gegen die Pestizidinitiative aussprach. Der Massnahmenplan des Bundes genüge. Letztlich entscheide der Konsument, wie nachhaltig die einheimische Landwirtschaft sei. Für die Initiative stimmen, dann aber eingeflogene Spargeln aus dem Ausland kaufen – solches Verhalten kritisierte Langhart. Auch übte er Kritik an «den Medien», die in seinen Augen ein «Bauern-Bashing» betreiben. Glücklicherweise sehe das «die Bevölkerung» anders.

«Bürokratiewahnsinn»

Bei Kantonsrat Paul Mayer bekamen «die Beamten» ihr Fett ab. Als Unternehmer erlebe er, wie den KMU ständig neue bürokratische Auflagen gemacht würden. So müsse er zum Beispiel diversen Amtsstellen Daten für deren Statistiken liefern. «Das füllen wir alles gratis aus.» Mayer sprach von einer «Wahnsinnsbürokratie», gegen die er sich wehren wolle. «Sonst gehen die kleinen Firmen unter, und Arbeitsplätze wandern ins Ausland ab.» Auch die hohen Staukosten – vor allem wegen der Masseneinwanderung – kritisierte Mayer.

Der 65-jährige Alt-Kantonsrat Martin Zuber schliesslich kandidiert auf der SVP-Seniorenliste. Er wolle seinen breiten Erfahrungsschatz «nicht an den rostigen Nagel hängen», sagte er zu seiner überraschenden Kandidatur. Zubers Schwerpunkt liegt bei der Sicherheitspolitik respektive bei einer starken Armee. Diese habe man ausbluten lassen. Er will, dass wieder mehr Geld in die militärische Ausrüstung investiert wird. Denn ohne Sicherheit gebe es keinen Wohlstand.

Erstellt: 15.08.2019, 10:50 Uhr

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