Humlikon

Wie die Waschküche zum Büro wurde

Alte Häuser sind häufig feucht, sagt Philipp Scheibli. Der ehemalige CEO von Zaunteam hat eine Firma in Humlikon gegründet, die Abhilfe schafft.

Philipp Scheibli in seinem Büro, das früher eine Waschküche war und aufwendig trockengelegt werden musste.

Philipp Scheibli in seinem Büro, das früher eine Waschküche war und aufwendig trockengelegt werden musste. Bild: Marc Dahinden

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Feuchtigkeitsschäden an Gebäuden sind ärgerlich. «Der Verputz bröckelt ab und es kann je nachdem auch schlecht riechen», sagt Philipp Scheibli. Letzteres komme etwa bei umgebauten Scheunen und Ökonomiegebäuden vor, wenn beim Heizen Nitrate von Tiersekreten aus den Mauern treten. Scheibli, der in seinem Dorf in der Rechnungsprüfungskommission mitwirkt, ist selber ein gebranntes Kind.

Als er die ehemalige Waschküche seines Hauses in ein Gästezimmer umbauen wollte, stiess er auf feuchte Wände. «Unser Haus steht nur auf einem Streifenfundament, weshalb die Feuchtigkeit von unten hochgestiegen ist.»

Idee zur Selbstständigkeit

Damals war Scheibli noch CEO von Zaunteam. Mithilfe lokaler Handwerker behob er den Missstand. Der Aufwand sei beträchtlich gewesen, erinnert er sich. Mittlerweile ist die Sanierung im Untergeschoss abgeschlossen und der Raum trocken gelegt. Doch für Scheibli wurde mehr daraus. Er entwickelte in der Folge die Idee, in dieser Branche selbstständig zu werden. Sie führte schliesslich zum Weggang von Zaunteam und zur Gründung eines eigenen Unternehmens. Heute ist aus der früheren Waschküche sein Büro geworden. «Nirgendwo im Haus ist das Klima so angenehm wie hier.»

«Nirgendwo im Haus ist das Klima so angenehm wie hier.»

Als Franchisenehmer einer deutschen Marke mit dem Namen Isotec hat sich der 45-Jährige nun selbst der Trockenlegung von Häusern verschrieben. Das heisst, er kann ein erprobtes Geschäftskonzept und fertig konzipierte Leistungen übernehmen und muss im Gegenzug einen Teil seines Umsatzes abgeben. «Ich organisiere, analysiere und plane und meine Mitarbeiter erledigen die Arbeit auf dem Bau.»

Die Abdichtungssysteme Scheibli AG mit Sitz in Humlikon und einer Lagerhalle in Kleinandelfingen beschäftigt derzeit neben dem Chef einen zweiten Planer sowie einen Baumeister und zwei Handwerker. Seit dem 1. Mai ist die Firma operativ. «Wir haben seither bereits drei Objekte abgerechnet», freut sich der Firmengründer.

Sanierungsbedarf gross

«Die Trockenlegung von Häusern ist ein Thema der Zukunft», das hätten ihm die Gespräche mit Handwerkern gezeigt, sagt Scheibli. «Im Zuge der Verdichtung werden gerade hier im Weinland noch viele schöne Riegelhäuser zu sanieren sein, die unter Denkmalschutz stehen und nicht abgerissen werden können.» Mit ­seiner neuen Firma bietet er im Bedarfsfall acht verschiedene Techniken zur Entfeuchtung an.

Erster Schritt in die Schweiz

Scheiblis Unternehmen ist der erste Pilotbetrieb des deutschen Anbieters Isotec in der Schweiz. «Ich bin mit dessen Gründer Horst Becker an einem Firmenseminar ins Gespräch gekommen und habe daraufhin entschieden, Franchisepartner zu werden.» Ein strenges Auswahlverfahren und mehrere Schulungsmodule waren die Voraussetzung. «Jetzt bin ich selbstständig und kann dennoch auf einen riesigen Erfahrungsschatz zurückgreifen», sagt Scheibli. Im Gegenzug gibt er je nach Auftragslage 5 bis 7 Prozent seines Umsatzes ab.

Neben der eigenen Firmenführung will der Humliker die Marke in der Schweiz aufbauen. «In den nächsten Jahren sollen hier rund 15 Franchisebetriebe entstehen.» Mit durchschnittlich sechs Leuten pro Standort seien das rund 100 Arbeitsplätze, rechnet er begeistert vor.

(Der Landbote)

Erstellt: 26.05.2017, 16:57 Uhr

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