Landwirtschaft

Winterthurer Autofahrer wurde im «Paradies» fast von vier Zuckerrüben getroffen

Von Anhängern heruntergefallene Zuckerrüben geben unter den «Landbote»-Lesern weiter zu reden.

Zum Abtransport bereitliegende Zuckerrüben.

Zum Abtransport bereitliegende Zuckerrüben. Bild: Markus Brupbacher

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«Zuckerrüben lernen fliegen» betitelt Heinz Weber aus Winterthur seine E-Mail an den «Landboten» augenzwinkernd. Doch was er danach schreibt respektive am Dienstag am Telefon bestätigt, ist nicht lustig.

Zusammen mit seiner Ehefrau war er in der ersten Januarwoche mit dem Auto auf der Frauenfelderstrasse unterwegs von Schlatt bei Diessenhofen (TG) Richtung Paradies, einem Ortsteil unweit des Rheins (siehe Karte). Beim Bahnhof Schlatt mündet diese schnurgerade Strasse in die Diessenhoferstrasse ein. Da fuhr ein von Feuerthalen herkommender Traktor samt Zuckerrüben im Anhänger in die Kurve der Einmündung.

Auf Trottoir ausgewichen

«Er fuhr viel zu schnell in die Kurve, mit mindestens 50 Stundenkilometern», erzählt Weber, «ohne herunterzuschalten». In dem Moment seien ihm und seiner Frau vier Zuckerrüben entgegengeflogen. «Mit einer Schnellbremsung und Ausweichen auf das Trottoir ist mein Auto nicht zu Schaden gekommen.» Es sei Zufall gewesen, dass nichts passiert sei, «ich hatte noch einmal Glück». Der hohe Anhänger sei «weit über die Kante» mit Rüben gefüllt gewesen, erinnert sich Weber. Es sei alles sehr schnell gegangen. Und da der Traktor schon weg war, habe er das Nummernschild nicht erkennen können.

Hätte eine Rübe sein Auto getroffen, wäre er dem Traktor gefolgt und hätte die Polizei gerufen, sagt er. Ausser ihnen zwei sei niemand vor Ort gewesen, die vier Zuckerrüben seien am Trottoirrand liegengeblieben. Dank des Antiblockiersystems (ABS) habe er bremsen und ausweichen können. Durch die starke Bremsung habe es seiner Frau «im Rücken gezwickt», es sei nun aber alles wieder gut.

Versteckte Rüben

Heinz Weber hat sich beim «Landboten» gemeldet als Reaktion auf einen Leserbrief vom letzten Samstag. Darin schrieb ein Zuckerrübenpflanzer und -fahrer aus der Region, dass die an Strassenrändern herumliegenden Rüben zum grossen Teil nicht von Anhängern auf der Hinfahrt zur Frauenfelder Zuckerfabrik heruntergefallen seien: «Beim Leeren in der Fabrik verstecken sich die Rüben auf Achsen, Schutzblechen, Federn und Ähnlichem. Erst auf der Rückfahrt, wenn die Wagen leer und dadurch mehr in Bewegung sind, lösen sich die Rüben aus ihren Verstecken unter dem Wagen und fallen nach und nach auf die Strasse.» Es müsse also niemand Angst haben, dass er von einer Rübe erschlagen werde.

Das von Weber geschilderte Erlebnis hingegen zeigt, dass dies sehr wohl passieren könnte. Aber vermutlich haben beide Seiten recht: Es gibt Zuckerrüben, die auf dem Hinweg aus zu gut gefüllten Anhängern herunterfallen und solche, die versteckt auf dem Rückweg von geringer Höhe zu Boden fallen.

Polizei kennt keine Fälle

Nach einer Kolumne im «Landboten» Anfang Jahr über die Zuckerrübentransporte nach Frauenfeld meldete sich ein Leser aus Truttikon, der an einer der Transportrouten wohnt. (Hier geht es zum Artikel) Die Rüben würden bei ihm auf dem Gehweg liegen und man könne nur von Glück reden, dass noch nie jemand von einer Zuckerrübe erschlagen worden sei. Bei der Schweizer Zucker AG hiess es auf Anfrage, dass die Problematik heruntergefallener Zuckerrüben bekannt sei, Beschwerden gebe es aber selten. Jeder Fahrer sei für seine Ladung verantwortlich. Um das Risiko zu reduzieren, dürften die Anhänger nicht zu stark gefüllt werden. In der Regel seien sich die Fahrer ihrer Verantwortung bewusst und würden auch die nötige Vorsicht walten lassen.

«Wir führen keine Statistik, in welcher das einen Verkehrsunfall verursachende Objekt gefiltert werden kann», teilte ein Sprecher der Kantonspolizei Zürich dieser Zeitung mit. Dem Mediendienst seien keine Unfälle mit heruntergefallenen Zuckerrüben bekannt, was nicht heisse, dass es einen solchen Unfall noch nie gegeben habe.

Erstellt: 21.01.2020, 15:37 Uhr

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