Trüllikon

Wohlriechend und äusserst vielseitig verwendbar

Elsbeth Frei führte am Samstag in die Welt der Pfefferminze ein und zeigte einige ihrer über 100 Pfefferminzsorten. Der Anlass in der Gärtnerei Garden Gatein Wildensbuch weckte die Sinne.

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Geviertelte Limettenscheiben in einem Glas mit einem Holzstössel zerdrücken. Wenig Rum, Zucker und einige leicht zerdrückte Pfefferminzblätter beifügen. «Dann braucht es Eis, viel Eis, und Mineralwasser», sagt Ange­lica Herrera. Eigentlich kommt der Drink Mojito aus Kuba. Heute wird er gemixt von der Mexikanerin Herrera, die sich die Zubereitung durchaus zutraut, denn ihre Grossmutter stammt aus Kuba. «Meine Mutter hat grossen Wert auf die Tradition der Heilkräuter gelegt.» So gibt es in Herreras Heimat eine Pfefferminzsorte, Yerba Buena genannt, die beiMagenbrennen zum Einsatz kommt.

Pfefferminze hilft bei Kopfweh

Die Pfefferminze hat vielfältige Anwendungen in der Heilkunde. «Pfefferminze regt den Stoffwechsel an», sagt Elsbeth Frei. «Bei Kopfweh hilft das Einreiben der Schläfe mit japanischer Minze, da diese die Blutgefässe erweitert.» Die Einführung in die Welt der Pfefferminze findet in der Gärtnerei Garden Gate in Wil­densbuch, Trüllikon, statt, unter dem Patronat der Gemeinnützigen Gesellschaft Diessenhofen. Martin Harzenmoser, sonst als Erzähler von Nachtwächter-Rundgängen unterwegs, moderiert den Anlass, zu dem rund 30 Personen erschienen sind. Die Gärtnerei Garden Gate wird von der Tochter des Ehepaars Elsbeth und Hans Frei geführt. Der Namenszusatz «Slow Gardening» bezieht sich darauf, dass die Pflanzen langsam kultiviert werden.

Botanische Streifzüge

Etwas ruhiger wollen auch Elsbeth und Hans Frei das Gärtnern angehen, da beide im Pensionsalter sind. Dies schliesst jedoch nicht aus, dass das Ehepaar öfters in botanischer Mission auf Reisen ist. «Dieses Jahr waren wir in Griechenland, auf der Suche nach einer weiss blühenden Pfingst­rosensorte.»

Ährig oder kopfig

Das Gewächshaus der Gärtnerei Garden Gate ist zu einem charmanten Veranstaltungsort umfunktioniert worden. Als Flipchart dient ein mit Packpapier umhülltes Brett auf einer Leiter. Elsbeth Frei greift zum Filzstift und zeichnet zwei Blütenformen auf. Die botanische Einteilung der Pfefferminzarten erfolgt nach «ähriger» oder «kopfiger» Form der Blüte, je nachdem, ob die Blüten eine längliche oder runde Form aufweisen, und aufgrund der Inhaltsstoffe. Durch die Kreuzungsfreudigkeit der Pflanze und Züchtungen sind unzählige Sorten entstanden.

In der Sammlung von Elsbeth Frei befinden sich über 100 Sorten, alle in Töpfen, da die Pflanzen stark wuchern. Von einigen zwackt Frei einige Triebe für das Publikum ab. Die Mentha requienii, die Korsische Minze, erkennt man erst, wenn man ein paar Blättchen zerreibt, denn das Aussehen erinnert an eine Polsterpflanze. Genaueres lässt sich nachlesen im Buch «Minze» des Fona-Verlags der Autoren Rosenblatt und Berweger, für das die Gartenexperten die fachliche Beratung übernommen haben.

Nicht nur für Tee verwendbar

Maria Pfister aus Wagenhausen folgt dem Vortrag mit grossem Interesse, sie kennt die Referentin seit Jahren. «Ich verwende Braune Minze zum Kochen, aber auch für Tee», sagt sie. In ihrer Kindheit in Kärnten gab es jeweils Kartoffelkrapfen mit Brauner Minze, die Erinnerung daran ist präsent. Besucherin Lotti Brugger aus Schaffhausen verwendet die Pfefferminze nicht in der Küche, aber geniesst den frischen Duft der Pflanze, wenn man mit den Fingern durch die Blätter streicht. Claudia Wälchli, ebenfalls aus Schaffhausen, mag Pfefferminztee und verrät eine unkomplizierte Apéro-Idee, kürzlich genossen an einem anderen Gartenanlass: auf jeweils ein Stückchen Käse ein Pfefferminzblatt und eine Traube legen und mit einem Zahnstocher befestigen, voilà.

(Landbote)

Erstellt: 22.05.2017, 17:19 Uhr

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