Andelfingen

«‹Wyland› und ‹Wyland-Süd› werden nicht bewilligungsfähig sein»

Das Bundesamt für Landestopografie und die Zürcher Baudirektion sagen, dass zwei der drei Namensvorschläge für die fusionierte Gemeinde im Raum Andelfingen gar keine Bewilligung bekämen.

Nur der Name Andelfingen sei bewilligungsfähig, sagt die Baudirektion.

Nur der Name Andelfingen sei bewilligungsfähig, sagt die Baudirektion. Bild: Madeleine Schoder

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Für die Bevölkerung von Adlikon, Andelfingen, Henggart, Humlikon, Kleinandelfingen und Thalheim an der Thur fanden im April zwei Workshops statt. Im November 2020 stimmen diese sechs Gemeinden über die Fusion der Politischen Gemeinden zum einen und über die Fusion aller Schulen in diesen Gemeinden zum anderen ab. An den beiden Fusionsworkshops in Andelfingen und Henggart schlugen die Projektverantwortlichen drei Namen für die neue, fusionierte Gemeinde vor: «Andelfingen», «Wyland-Süd» und «Wyland».

Der Bund, sagten die Verantwortlichen an den beiden Anlässen, könnte die Bezeichnung im Dialekt allenfalls beanstanden, sodass man auf Hochdeutsch – also auf «Weinland» respektive «Weinland-Süd» – wechseln müsste. Der «Landbote» klärte die herrschende Unsicherheit bezüglich des Gemeindenamens direkt beim Bundesamt für Landestopografie (Swisstopo) und der kantonalzürcherischen Baudirektion ab – und bekam überraschend eindeutige Antworten.

Zwei eindeutige Nein

Die Frage des «Landboten» an die beiden Amtsstellen lautete: Sind die Gemeindenamen «Wyland» respektive «Wyland-Süd» bewilligungsfähig? Zuerst traf die schriftliche Antwort der Baudirektion bei der Zeitung ein: «Nein.» Im Unterschied zu Flurnamen seien Orts- und Strassennamen in Schriftsprache, also nicht in Dialekt, zu führen. Doch damit nicht genug: Hinzu komme, schrieb die Direktion in ihrer Antwort weiter, dass «Zürcher Weinland» ein offizieller Landschaftsname aus den geografischen Namen der Landesvermessung sei. «Dieser Name beschreibt jedoch ein grösseres Gebiet als dasjenige der Gemeinden, die für die Fusion in Betracht kommen.» Dadurch sei die geforderte Eindeutigkeit eines Ortsnamens nicht mehr zweifelsfrei gegeben.



«Gewissheit wird hier erst die
Vorprüfung des Bundes bringen.»
Hans Bichsel, Leiter Teilprojekt Gesellschaft und Gemeindepräsident von Henggart

Wenige Tage später traf auch die Antwort des Bundes ein: Swisstopo könne sich der Aussage der kantonalzürcherischen Baudirektion anschliessen, die geforderte Eindeutigkeit des Gemeindenamens sei nicht mehr zweifelsfrei gegeben. «‹Wyland› respektive ‹Wyland-Süd› werden nicht bewilligungsfähig sein», lautete die Antwort des Bundesamtes.

«Gewissen Spielraum»

Der «Landbote» konfrontierte daraufhin die Verantwortlichen des Fusionsprojekts mit dem eindeutigen Befund. «Selbstverständlich haben wir im Teilprojekt Gesellschaft bezüglich der drei erarbeiteten Namensvorschläge via Gemeindeamt des Kantons Zürich beim Bund entsprechende Vorabklärungen getätigt», schrieb Hans Bichsel in seiner Antwort. Er ist Gemeindepräsident von Henggart und leitet die zuständige Projektgruppe. Die Gruppe hat also nicht direkt beim Bund nachgefragt, sondern via das kantonalzürcherische Gemeindeamt.

Die vom Amt erhaltenen Angaben leitete Bichsel dem «Landboten» weiter. Diese bestanden weitgehend aus einer Zusammenfassung der massgebenden Rechtsgrundlagen des Bundes. Darauf gestützt gab das Gemeindeamt zur Namensfrage zwei Einschätzungen ab. Die Gemeindenamen seien, «soweit möglich und sinnvoll», in Anlehnung an die Schriftsprache zu formulieren. Ein kategorisches Nein zur Dialektbezeichnung «Wyland» leitete das Gemeindeamt – anders als Swisstopo und die Baudirektion – daraus allerdings nicht ab: «Dieser Wortlaut lässt einen gewissen Spielraum offen und schliesst einen Gemeindenamen mit Dialektelementen nicht von vorneherein aus.»

An einem Workshop konnten die Teilnehmer die Namensvorschläge bewerten. Bild: mab

Die zweite Einschätzung betraf die Eindeutigkeit des Namens. Nur: Das Gemeindeamt schrieb zwar, dass der Name einer Gemeinde in der ganzen Schweiz eindeutig zu sein habe und zu keiner Verwechslung Anlass geben dürfe. Aber das Amt sagte nicht, ob im Falle von «Wyland» respektive «Weinland» diese Eindeutigkeit gegeben sei oder nicht. Zusammenfassend unterscheiden sich also die Einschätzungen von Swisstopo und der Baudirektion auf der einen Seite von jenen des kantonalen Gemeindeamtes auf der anderen Seite.

Noch keine Vorprüfung

Mit der Widersprüchlichkeit in den Einschätzungen konfrontiert, teilte Swisstopo mit, dass man es bei den bisherigen Informationen bewenden lassen müsse. Das Bundesamt bleibt also bei seiner Einschätzung. Diese sei rechtlich aber unverbindlich und greife dem noch bevorstehenden gesetzlichen Verfahren nicht vor. Eine Vorprüfung oder ein Gesuch um Genehmigung der Namen «Wyland» und «Wyland-Süd» hat es bislang nicht gegeben. Und just auf diese Prüfung hoffen die Projektverantwortlichen der Fusion: «Gewissheit wird hier erst die Vorprüfung des Bundes bringen», schreibt Bichsel weiter. In den Vorabklärungen seien gegen beide Namen keine grundsätzlichen Einwände geltend gemacht worden. «An den Namen wird vorerst festgehalten.»

An den beiden Workshops in Andelfingen und Henggart schnitten die zwei strittigen Namensvorschläge in einer Konsultativabstimmung nicht am besten ab. So erhielt der Vorschlag «Andelfingen» 64 Stimmen, gefolgt von «Wyland» mit 39 und «Wyland-Süd» mit 28 Stimmen.

Erstellt: 11.06.2019, 16:22 Uhr

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