Tössegg

Kanton bezahlt nun alleine das Defizit der Fähre

Bis vor kurzem haben mehrere Gemeinden eine Defizitgarantie für die Fähre an der Tössegg geleistet. Nun springt der Kanton alleine ein. Für den geplanten ausgebauten Fährbetrieb sollen aber Lösungen mit den Gemeinden gesucht werden. 

Die Gemeinden können sparen: Der Kanton Zürich garantiert eine Defizitübernahme für den Fährbetrieb an der Tössegg.

Die Gemeinden können sparen: Der Kanton Zürich garantiert eine Defizitübernahme für den Fährbetrieb an der Tössegg. Bild: Heinz Diener

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Die Schifffahrtsgesellschaft Züri-Rhy macht seit Jahren Defizit mit dem Fährbetrieb an der Tössegg. In den letzten Jahren leisteten die Gemeinden Freienstein-Teufen, Buchberg und Rüdlingen (beide SH), Eglisau, Rorbas sowie der Kanton Zürich Beiträge an den Betreiber.

Dies, um den Fähr­betrieb zu gewährleisten und das Defizit oder zumindest einen Teil davon zu decken. Der jährliche Betrag pro Gemeinde betrug zwischen 1000 und 1500 Franken. Der Kanton zahlte zwischen 5000 und 7000 Franken. Der entsprechende Vertrag lief 2014 aus, er wurde stillschweigend um ein Jahr verlängert.

Buchberg kündigte in seinem Mitteilungsblatt an, dass die Gemeinde den Fährbetrieb auch dieses Jahr unterstützen wird, wenn die anderen Parteien mitmachen – in einem Schreiben Ende Januar hatte die Züri-Rhy um eine weitere Defizitübernahme gebeten.

Doch kann das Geld nun gespart werden in der Gemeinde: Der Kanton Zürich springt nämlich in die Bresche. Er hat vor kurzem einen Vertrag mit der Züri-Rhy abgeschlossen, der eine Defizitübernahme garantiert. In der neuen Leistungsvereinbarung verpflichtet er sich, einen jährlichen Beitrag von 18?000 Franken an die Züri-Rhy zu zahlen.

«Der Fährbetrieb ist für uns ein Nullsummenspiel»

«Der Fährbetrieb ermöglicht die im regionalen Richtplan eingetragene Fussgängerverbindung zwischen Buchberg und der Töss­egg», erklärt Richard Sägesser, stellvertretender Amtschef des Amtes für Verkehr, den Abschluss der Leistungsvereinbarung. Diese knüpfe an bereits vorherige an, die in Vergangenheit mit der Züri-Rhy unterzeichnet wurden. Neu sei, dass der Kanton der alleinige Besteller der Fährleistung sei.

Für Heinz Frigerio, Geschäftsführer der Züri-Rhy, ist der Fährbetrieb ein Nullsummenspiel: «Wir können das Defizit damit decken, ansonsten würden wir Verlust machen.» Das Unternehmen habe den Fährbetrieb stetig quersubventionieren müssen, zum Beispiel mit Extrafahrten. Die Quersubventionierung laufe aber derzeit harzig.

Wie es um die zukünftige Verbindung der Kantone Zürich und Schaffhausen an der Tössegg steht, ist derzeit noch nicht klar. Eine neue Veloroute soll dereinst am Rhein entlang führen, wobei eine Querung des Flusses gewährleistet sein muss.

Eine Brücke zur Verbindung der beiden Ufer war von den Kantonen verworfen worden, weil das Gebiet Tössegg zum Bundesinventar der Landschaften und Naturdenkmäler von nationaler Bedeutung (BLN) gehört. In solchen Gebieten sind grössere Bauten praktisch unmöglich zu realisieren, wurde nach der Erstellung einer Studie bilanziert.

Platz für Velos

Die Kantone entschieden sich dazu, die Querung per Fähre zu gewährleisten – diese soll aber grösser sein, damit auch Velos Platz hätten, und regelmässig verkehren. Derzeit wird sie wochentags nur auf Voranmeldung betrieben. Buchberg setzte sich, auch auf Aufforderung seiner Einwohner, beim Kanton Schaffhausen vergeblich für eine Brückenlösung ein.

«Für die Fortführung des Fährbetriebs nach 2016, insbesondere auch für den Transport von Velos, werden unter Einbezug der Standortgemeinden Lösungen gesucht», sagt Sägesser. Die neue Lösung sei noch gänzlich offen. Er könne nicht sagen, bis wann sie vorliegen werde. Ob die Züri-Rhy Betreiberin der ausgebauten Fähre sein wird, ist noch offen. Die Anbieterfrage sei zu klären, sagt Sägesser. Heinz Frigerio von der Züri-Rhy ist auf jeden Fall gesprächsbereit, wenn der Kanton auf ihn zukommen sollte für den erweiterten Service. (landbote.ch)

Erstellt: 17.05.2016, 11:48 Uhr

Infobox

Die Umgestaltung der Tössegg ist von September 2018 bis Mai 2019 geplant, wie Dominik Bonderer von der Baudirektion mitteilt. Vorbehalten seien die Bewilligungen der Projekt- und Baukredite, die Projektfestsetzung und allfällige Einsprachen. Das Vorhaben sieht vor, die schiffstechnischen Anlagen klar vom Erholungsraum und vom geschützten Auengebiet zu trennen. So wird zum Beispiel das Bootshaus versetzt, der Erholungsraum mit einem Brennholzlager vom Auengebiet getrennt und den Bootsbesitzern eine Ein- und Auswasserungsstelle zur Verfügung gestellt.

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