Bassersdorf

Sie bringt Kinder im Dunkeln zum Blinken

Mey Frischknecht-Hämmerli kreiert Nützliches für Kinder. Vor allem die Sicherheit der Kleinen liegt ihr am Herzen. Mit ihrer neuen Idee hofft sie, Furore zu machen.

Mit Blinki.ch möchte sie den Strassenverkehr sicherer machen: Mey Frischknecht aus Bassersdorf.

Mit Blinki.ch möchte sie den Strassenverkehr sicherer machen: Mey Frischknecht aus Bassersdorf. Bild: Nathalie Guinand

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Der Herbst ist da und morgens und abends ist es wieder dunkler. Gerade zu dieser Zeit sind zahlreiche Kindergartenkinder oder Schüler unterwegs. «Als mein Sohn in den Kindergarten kam, hatte ich immer etwas Bedenken, ob er von den Autofahrern auch wirklich gesehen wird», erinnert sich Mey Frischknecht. Sie ist Mutter eines sechs Jahre alten Sohnes und sprudelt nur so von Ideen. Ihre Passion ist das Basteln von nützlichen Dingen für Kinder. Die Sicherheitsbändel, die sie vom Kindergarten bekam, überzeugten sie überhaupt nicht: «Wenn die Kinder am Fussgängerstreifen stehen, sieht man den Bändel von der Seite her nicht.»

Der Weg zum Kindergarten führt über mehrere dicht befahrene Strassen, also schaute sie sich um, ob es LED-Bänder gibt, die er am Arm tragen könnte. Sie fand aber nur welche für Erwachsene, die ihr überhaupt nicht gefielen. «Ausserdem waren sie zu gross und zu langweilig im Design.»

Individuell einstellbar

«Ich überlegte mir, wie ich einfach zu einem Bändel komme, mit dem man die Kinder im Strassenverkehr besser sehen kann.» Die kreative Frau fertigte Zeichnungen an und stellte einen Prototyp her. Sie entwickelte ein Armband mit einem LED-Licht darin, das sie Blinki nennt. Das Blinklicht kann per Knopfdruck langsam oder schnell eingestellt werden.

«Bald merkte ich, dass ich eine grössere Anzahl dieser Bändel nicht selber herstellen kann. Die Produktion wäre viel zu kostspielig geworden.» Sie suchte nach einer Firma für die industrielle Fertigung, wurde jedoch in der Schweiz nicht fündig und musste ins Ausland ausweichen. «Nun lasse ich die Bändel in Asien in einer guten Qualität zu einem vernünftigen Preis herstellen», erklärt Mey Frischknecht. Nach unzähligen Mails und Telefonaten sowie Mustern, die ihren Vorstellungen nicht entsprachen, war sie endlich zufrieden und bestellte inzwischen 1000 Stück. Rund 100 hat sie in den ersten zwei Monaten, vor allem im Bekanntenkreis und über Facebook, bereits verkauft.

Verschiedene Motive

Blinkis sind in sechs verschiedenen Farben erhältlich und kosten 24.50 Franken plus Versandkosten. Um das Armband individueller zu gestalten, können es die Kinder mit einem reflektierenden Klettmotiv verzieren. Haifisch, Delfin, Pirat, Einhorn, Katze, Drachen oder Roboter hat sie derzeit im Programm. Um die Sicherheit weiter zu erhöhen, sind die Ränder mit einer reflektierenden Naht versehen. Die Grösse lässt sich mittels eines Klettbands verstellen. Ausserdem ist auf der Innenseite in einem schmalen Fach ein Namensschild angebracht. Die Batterien befinden sich in einer seitlichen Öffnung und lassen sich einfach wechseln.

Ein Organisationstalent

Neben den Blinkis kreiert sie weiche Lederfinken für Babys und kleine Kinder. Eine Zeit lang verkaufte sie die Finken in einem Kinderkleidergeschäft in Chur. Doch als die Inhaberin auswanderte, versiegte dieser Kanal. Mittlerweile hat sie mit ihren Hawaiki-Finken einen Onlineversand (www.hawaiki.ch) aufgebaut. Pro Paar Finken benötigt die 35-Jährige etwa zwei Stunden. Sie verwendet ausschliesslich Leder, weil es für das Fussklima besser sei. «Wenn mein Sohn Schuhe aus einem anderen Material trägt, riechen seine Füsse sehr unangenehm.» Frischknecht betont jedoch, dass sie mit den Finken nicht reich werde. Es sei nach wie vor ein Hobby für sie.

Die Frau mit der frechen Kurzhaarfrisur hatte schon immer ein Faible für Kreativität. «Schon als Kind und als Jugendliche habe ich gerne gebastelt und genäht.» Während ihrer Schulzeit in Rikon hatte sie eine tolle Handarbeitslehrerin, die in ihr den Spass am Gestalten geweckt habe. Eigentlich wäre dann ein gestalterischer Beruf nur logisch gewesen, aber: «Es hat mich kein kreativer Beruf so richtig angesprochen. Daher habe ich eine kaufmännische Lehre absolviert. An diesem Beruf fasziniert mich vor allem das Organisieren.» Manchmal herrsche zwar das totale Chaos in ihrem Atelier und ihr Mann lache darüber. «Aber wenn es etwas zu kreieren gibt, ist alles nötige Material immer vorhanden.» (Landbote)

Erstellt: 30.10.2015, 08:26 Uhr

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