Eigental

Wieso nur Kloten von den Bussen im Eigental profitiert

Die Bussenflut im gesperrten Eigental lässt in Kloten die Kasse klingeln. Einem Teil der Oberembracher Bevölkerung gefällt das gar nicht. Die Gemeinde solle auch profitieren.

Marc Osterwalder (Leiter Bereich Sicherheit Kloten, von links), Rebé Huber (Stadtpräsident Kloten), Verena Koch Hanselmann (Gemeindepräsidentin Oberembach) und Christoph Bösel (Gemeindepräsident Nürensdorf) nahmen die Eigental-Absperrung 2017 gemeinsam in Betrieb.

Marc Osterwalder (Leiter Bereich Sicherheit Kloten, von links), Rebé Huber (Stadtpräsident Kloten), Verena Koch Hanselmann (Gemeindepräsidentin Oberembach) und Christoph Bösel (Gemeindepräsident Nürensdorf) nahmen die Eigental-Absperrung 2017 gemeinsam in Betrieb. Bild: Sibylle Meier

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Bis zu fünf Bussen pro Tag kassierte die Stadt Kloten während der letzten Amphibien-Sperrzeit im Eigental. Über die Dauer der zweimonatigen Sperre gerechnet macht das Einnahmen von über 30000 Franken aus. Das Bussgeld fliesst voll umfänglich in die Kasse der Stadt Kloten, obwohl die Eigentalstrasse auch auf Oberembracher und Nürensdorfer Boden liegt. Das gefällt in Oberembrach nicht allen. So war die Frage nach den Bussgeldern auch ein Thema an der letzten Gemeindeversammlung.

Oberembrachs Gemeindepräsidentin Verena Koch Hanselmann sagt, sie bekäme diese Kritik im Dorf oft zu hören. «Kloten wird durch die Bussgelder aber nicht reich, da die Stadt auch den gesamten Aufwand für die Sperrung und deren Überwachung trägt», beschwichtigt die Gemeindepräsidentin.

Eine Kamera erfasst, wer das Fahrverbot missachtet und sendet die Daten direkt an die Klotener Stadtpolizei. Bild: Sibylle Meier

Dass sämtliches Bussgeld an Kloten geht, wurde damals am runden Tisch festgelegt, als die konkreten Massnahmen für die Zeit bis zur definitiven Sperrung des Eigentals 2027 ausgehandelt wurden. Kloten, Nürensdorf und Oberembrach teilten sich die Kosten für die Installation der vollautomatischen Verbotssignalisation. Der Betrieb und Unterhalt der Anlage wurde an die Stadt Kloten delegiert. Dafür fliessen auch die Bussen in die Kasse der Flughafenstadt. Dass die Einnahmen einmal derartige Ausmasse annehmen werden, ahnte man damals nicht.

Grosser Aufwand für Kloten

Laut Thomas Grädel, Leiter der Abteilung Sicherheit der Stadt Kloten, ist der Aufwand für das Durchsetzen des Fahrverbots nicht zu unterschätzen. So müsse jemand jeweils manuell die Barrieren schliessen, wenn die Strasse gesperrt wird. Die Übertretungen werden zwar von einer Kamera automatisch erfasst, die Klotener Stadtpolizei müsse aber die Halter abfragen, die Bussen zustellen und das Inkasso übernehmen. Auch für das Aufstellen der gesamten Vorsignalisation, welche auf die Sperrung hinweist, sei die Stadt Kloten zuständig. Hinzu kommt laut Grädel, dass die Barrieren schon mehrere Male zerstört worden seien. Auch dafür sei die Stadt Kloten aufgekommen.

Diesen Sommer wurde die Schranke bei der Einfahrt ins Eigental in Oberembrach zerstört. Bild: Stadtpolizei Kloten

Erstellt: 11.09.2019, 14:30 Uhr

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