Endlager

Bundesrat schlägt drei Endlager-Regionen vor

Nun läuft die Vernehmlassung zur zweiten Etappe der Endlagersuche. Bis im März können sich die Regionen dazu äussern.

Zeichen des Widerstandes im Zürcher Weinland.

Zeichen des Widerstandes im Zürcher Weinland. Bild: Marc Dahinden

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Am Mittwoch hat der Bundesrat die Vernehmlassung zur zweiten Etappe der Standortsuche für ein Endlager eröffnet. Diese dauert bis zum 9. März 2018. In der Zeit haben die Gemeinden und die Bevölkerung der betroffenen Regionen die Gelegenheit, sich zu den bisherigen Resultaten zu äussern.Die Unterlagen zu dieser Vernehmlassung sind umfangreich und werden heute veröffentlicht. Sie umfassen einen Ergebnisbericht des Bundesrates sowie etliche Berichte, Gutachten und Stellungnahmen, die in der zweiten Etappe verfasst wurden.

Abschluss in gut einem Jahr

Diese zweite von insgesamt drei Phasen der Standortsuche startete Ende 2011 und soll in gut einem Jahr abgeschlossen werden. Dann verabschiedet der Bundesrat diesen Ergebnisbericht unter Berücksichtigung der Rückmeldungen aus der Vernehmlassung. Das Bundesamt für Energie (BFE) teilte bereits gestern das Wesentlichste aus diesem Bericht mit: Der Bundesrat schlägt vor, die drei Standortgebiete Zürich Nordost (Weinland), Jura Ost (Bözberg) und Nördlich Lägern in der abschliessenden Etappe 3 weiter zu untersuchen. Dafür sind in den drei Regionen bereits heute Planungen für Sondierbohrungen im Gange.

Differenz mit der Nagra

Dass der Bundesrat in seinem Bericht nun diese drei Regionen zur weiteren Untersuchung vorschlägt, ist alles andere als überraschend. Denn auch die Atomaufsichtsbehörde Ensi sowie die Kantone hatten dies schon empfohlen. Die Nagra hingegen schlug Anfang 2015 vor, nur noch das Zürcher Weinland und den aargauischen Bözberg für den Bau eines Endlagers weiter zu untersuchen. Denn im Gebiet Nördlich Lägern sei in der bautechnisch optimalen Tiefe zu wenig Platz für das Lager vorhanden, argumentierte die Nagra. Doch das Ensi teilte diese Ansicht nicht und verlangte mehr Daten. So reiche die heutige Datenlage noch nicht aus, um zu belegen, dass der Bau des Endlagers in einer Tiefe von über 700 Metern nicht auch gut möglich wäre. Weil die Nagra damit rechnete, dass der Bundesrat dem Ensi folgen würde, führte sie in Nördlich Lägern ebenfalls seismische Messungen durch. Und auch die Sondierbohrungen werden dort schon vorbereitet.

Kaum eine Überraschung

Wie auch immer die Rückmeldungen in der Vernehmlassung ausfallen werden: Es wäre eine sehr grosse Überraschung, wenn der Bundesrat Ende 2018 das Gebiet Nördlich Lägern nicht für weitere Untersuchungen vorschlagen würde. Und sollte aus einer der drei Regionen nun besonders viel Widerstand geäussert werden, dürfte auch das kaum einen Einfluss auf die weitere Standortsuche haben. Denn die Suche soll nach dem Kriterium der Sicherheit und nicht der Wünschbarkeit ablaufen.

(Landbote)

Erstellt: 22.11.2017, 18:26 Uhr

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