Atommüll

Deutsche fordern mehr Abstand zur «heissen Zelle» im Endlager

Von Konstanz bis Waldshut wehren sich die deutschen Landkreise und Gemeinden gegen das Schweizer Endlager. Sie wollen mehr Distanz der Anlagen zur Staatsgrenze.

Das Schweizer Endlager wird nur wenige hundert Meter neben der deutschen Landesgrenze gebaut.

Das Schweizer Endlager wird nur wenige hundert Meter neben der deutschen Landesgrenze gebaut. Bild: Keystone

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Zürcher Weinland, Aargauer Bözberg oder Nördlich Lägern im Zürcher Unterland? Wie auch immer der Schweizer Bundesrat Ende Jahr entscheidet, für Deutschland ist jetzt schon klar: Das Schweizer Endlager wird nur wenige hundert Meter bis ein paar Kilometer neben der Landesgrenze gebaut. Das «Tor zum Endlager» läge im Unter- und Weinland bloss wenige hundert Meter von Deutschland entfernt. Aus dem Grund hat der deutsche Widerstand weiter zugenommen, wie an der Informationsveranstaltung am Dienstag im deutschen Hohentengen sehr deutlich wurde. Eingeladen hatte das Schweizer Bundesamt für Energie (BFE), das für die Standortsuche verantwortlich ist, gekommen waren gut 200 Personen.

Bundesamt in der Defensive

Das «Tor zum Endlager» ist eine Hochsicherheitsanlage, die etwa die Grösse der Winterthurer Altstadt haben wird. Ihr Kernstück ist die «heisse Zelle», wo die hochradioaktiven Abfälle den Castorbehältern entnommen, umverpackt und ins Tiefenlager darunter gebracht werden. «Die Hoffnung war, dass man so rücksichtsvoll von Schweizer Seite ist, den Haufen mit den Gartenabfällen nicht direkt auf des Nachbars Grenze zu setzen», sagte Martin Kistler (FDP), Landrat des deutschen Landkreises Waldshut. Alle Oberflächenstandorte seien nun aber «in maximale Grenznähe gerückt worden». Im Namen aller betroffenen deutschen Landkreise und Gemeinden forderte Kistler von der Schweiz, dass sie die Standorte der «Tore zum Endlager» überdenkt.

Im Zürcher Unterland etwa würde diese Anlage näher beim Siedlungsgebiet von Hohentengen liegen als bei jenem von Weiach in der Schweiz. Doch Weiach soll künftig stärker beteiligt werden als Hohentengen. Auch im Zürcher Weinland wäre die Landesgrenze nur gut einen Kilometer von der «heissen Zelle» entfernt. Die BFE-Vertreterin geriet am Dienstag stark in die Defensive und argumentierte teils unglücklich. Eine bestimmte Mitsprache ende nun einmal an der Landesgrenze, sagte sie. (Landbote)

Erstellt: 10.01.2018, 15:30 Uhr

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