Rickenbach

Damit keiner alleine essen muss

Der Frauenverein von Rickenbach möchte mit dem Projekt Äss-Tisch Fremde und Bekannte zusammenbringen.

Besonders für ältere, alleinstehende Menschen ist der Äss-Tisch eine Gelegenheit unter die Leute zu kommen. (Symbolbild)

Besonders für ältere, alleinstehende Menschen ist der Äss-Tisch eine Gelegenheit unter die Leute zu kommen. (Symbolbild)

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Sechs bis acht Menschen treffen sich zum Mittagessen, eine Person öffnet ihr Haus und kocht für alle. Neue und bekannte Gesichter kommen zusammen, neue Gesprächsthemen werden diskutiert und keiner muss alleine essen: Das ist die Idee des Projekts Äss-Tisch, das der Rickenbacher Frauenverein lanciert hat.

Bis Ende Jahr gibt es noch jeden Monat eine Gastgeberin. «Und im nächsten Jahr machen wir sicher weiter», sagt Edith Stillhart, Vorstandsmitglied im Verein. Sie war im Frühling die erste Gastgeberin: «Ich fand es sehr schön, mal für neue Leute zu kochen und wir hatten spannende Gespräche.» Sie würde ihren Esstisch jederzeit wieder für eine neue Runde decken.

Und auch als Gast hat sie sich schon mehrmals an fremde Tische gesetzt. «Für mich sind diese Mittagessen eine Bereicherung.»

Hemmungen überwinden

Das Projekt Äss-Tisch ist ein Workshop-Ergebnis des Vereins. Nach einer über 100-jährigen Geschichte habe sich der Vorstand überlegt, in welche Richtung man sich entwickeln wolle, sagt Stillhart. Dabei kam unter anderem die Idee für die Mittagseinladungen auf. «Jetzt schauen wir mal, ob wir diese etablieren können.» Es brauche - wie immer bei neuen Angeboten - eine Anlaufzeit.

«Ich finde es cool, weil man keine Ahnung hat, wer sich auf den Aufruf meldet.»

Einige Leute hätten durchaus Hemmungen, bei Unbekannten zu essen. Und einige dachten, dass sie dann selbst auch Gastgeberin sein müssten, wenn sie bei jemandem zum Zmittag gehen. «Aber das ist überhaupt nicht die Idee», sagt Stillhart. Das Essen sei komplett unverbindlich und jeder zahle einen Unkostenbeitrag von zehn Franken. Jeden Monat findet ein Äss-Tisch statt. Die Daten mit einer Telefonnummer für die Anmeldung sind jeweils im Dorfblatt Rickenbacher ausgeschrieben sowie in den Schaukästen ausgehängt.

«Ich kenne alle gut»

Daniela Stuber hatte im September fünf Personen am Tisch. «Das war ein schöner Anlass», sagt sie. Gerne hätte sie noch mehr Gäste bewirtet. Zwei Personen waren zwar zusätzlich angemeldet, haben aber wieder abgesagt. Stuber würde wieder einladen, weil sie die Idee gut findet und gerne neue Menschen trifft. «Besonders für Ältere oder Alleinstehende, die sonst vielleicht alleine essen müssen, sind die Essen eine schöne Gelegenheit.»

Käthy Peter empfängt ihre Gäste im Dezember. Auch sie musste feststellen, dass einige Leute Hemmungen hätten, einer solchen Einladung zu folgen. «Aber in ein paar Jahren hat sich das sicher etabliert», ist sie überzeugt.«Ich finde es cool, weil man keine Ahnung hat, wer sich auf den Aufruf meldet.» Fünf Leute hätten sich für ihren Zmittag angemeldet und «ich kenne alle gut», sagt sie.

Für sie spiele es keine Rolle, ob es Bekannte oder Fremde seien. «Ich koche einfach gerne für eine grosse Runde.» Das Menü hat sie noch nicht geplant, sie habe schliesslich noch Zeit. Und es gehe ausdrücklich nicht um einen Kochwettbewerb, an dem sich die Gastgeberinnen gegenseitig übertrumpfen. «Es kann ein ganz einfaches Menü sein, mehr geht es um die Geselligkeit.»

Erstellt: 02.10.2019, 11:19 Uhr

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