Illnau-Effretikon

Die Stadtpolizei erhält mehr Platz

Für 257'000 Franken werden die Büroflächen der Stadtpolizei im Zentrum von Effretikon erweitert. Doch das ist nur eine kurzfristige Lösung. Dass eine langfristige fehlt, kritisierten einige Räte.

Der Polizei wurde es zu eng in ihren Räumlichkeiten. Ein Ausbau steht bevor.

Der Polizei wurde es zu eng in ihren Räumlichkeiten. Ein Ausbau steht bevor. Bild: elo

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Das Illnau-Effretiker Parlament hat es sich mit dem Antrag des Stadtrates, die Räumlichkeiten der Stadtpolizei zu erweitern, nicht leicht gemacht. Vor ihm auch die Rechnungsprüfungskommission (RPK) nicht. Eine Minderheit der vorberatenden Kommission empfahl den Räten nämlich, den Kredit von 257'000 Franken abzulehnen. Die Mehrheit hingegen, zuzustimmen, aber auch nur widerwillig.

Die Stadtpolizei hat ihren Dienst 2005 aufgenommen. Seitdem ist sie im Zentrum von Effretikon in einem Gebäude an der Rikonerstrasse eingemietet. Das Korps bestand damals noch aus fünf Polizisten und einer Verwaltungsangestellten. Mittlerweile ist es auf zehn Personen angewachsen. Auch zwei Frauen gehören dazu. Die Damengarderobe dient aber gleichzeitig als IT-Serverraum. Und eine eigentliche Arrestzelle gibt es nicht. Die Platzverhältnisse sind prekär.

Der Stadtrat wollte deshalb für die nächsten fünf Jahre im ersten Obergeschoss 91 Quadratmeter Büroflächen hinzumieten und die gesamte Infrastruktur anpassen. Der Grund, weshalb das Gremium einen Ausbau oder Standortwechsel bis heute aufgeschoben hat, ist die neue Zentrumsüberbauung «Mittim». Die Planung zog sich lange hin und mittlerweile ist sie ganz begraben. Es gibt zwar ein Nachfolgeprojekt, bis es aber realisiert wird, dauert es noch mindestens fünf Jahre.

Knapper Fahrplan

Dass die Polizeibeamten dringend eine neue Lösung brauchen, bezweifelte am Donnerstag niemand. Die Gemeinderäte und RPK-Vertreter monierten vielmehr, dass der zeitliche Fahrplan sehr knapp bemessen sei, da die Umbauarbeiten bereits im Spätherbst stattfinden sollen. «Wir hätten uns mehr Zeit gewünscht». sagte RPK-Sprecher Claudio Jegen, der zu den Befürwortern des Antrages gehörte. Dem Kontrollorgan fehle zudem eine langfristige, klare Strategie.

Thomas Schumacher (SVP), der für die RPK-Minderheit sprach, liess die Begründung des Stadtrates nicht gelten, dass man wegen «Mittim» nicht habe weiter planen können. Das Projekt sei seit 2014 gestoppt. «Spätestens dann hätte klar sein müssen, dass es eine langfristige Lösung braucht.» Der Stadtrat habe die Planung schlicht verschlafen.

Peter Vollenweider (BDP) versuchte noch, die Mehrheit der Räte davon zu überzeugen, den Kredit auf 314'000 Franken zu erhöhen. Dies, um der Polizei nicht nur einen minimalen, sondern einen etwas komfortableren Ausbau zu ermöglichen. Etwa, um eine Nasszelle im Untergeschoss einzubauen. Doch der Antrag des Stadtrates überzeugte schliesslich mehr, er erhielt 18, jener von Gemeinderat Vollenweider 15 Stimmen. In der Schlussabstimmung obsiegte der stadträtliche Antrag dann grossmehrheitlich.

Sicherheitsvorsteherin Salome Wyss (SP) sagte, dass man die Polizei im neu bebauten Zentrum unterbringen wolle. Die Überbrückung bis dahin solle aber mit möglichst wenigen Mitteln realisiert werden.

Erstellt: 12.07.2019, 17:19 Uhr

Neue Präsidentin

Sie ist die zehnte Frau auf dem «Bock»



Katharina Morf (FDP) heisst seit vorgestern die höchste Illnau-Effretikerin. Die neue Ratspräsidentin ist am Donnerstagabend mit 23 Stimmen gewählt worden. 34 wären möglich gewesen. Zwei Wahlzettel blieben bei der geheimen Wahl leer. Morf ist in der 45-jährigen Parlamentsgeschichte von Illnau-Effretikon erst die zehnte Frau, die auf dem «Bock» Platz nimmt. «Bock» wird das Ratspräsidium auch genannt, weil es leicht erhöht auf einer Tribüne platziert und dem Parlament vorgelagert ist.

Die Gemeinderätin darf nun ein Jahr lang die Sitzungen des Grossen Gemeinderates leiten, sich selbst aber zu den Geschäften nicht äussern. Einen Stichentscheid könnte sie fällen, wenn sich Ja- und Nein-Stimmen die Waage hielten. Kilian Meier (CVP) nimmt neu als zweiter Vizepräsident Einsitz im Dreier-Gremium. Er erhielt 32 Stimmen. Für Daniel Huber (SVP) stimmten 30 Räte, er rückt als erster Vizepräsident nach. Somit ist das Ratsbüro, nachdem Markus Annaheim (SP) abgetreten ist, wieder ein rein bürgerliches Gremium.

Sichtlich gerührt hielt Morf, die 2014 ins Parlament gewählt wurde, und seit 2015 die FDP-Ortspartei präsidiert, ihre Antrittsrede. Sie habe hier bloss ein Amt und keine Meinung, zitierte sie Friedrich Schiller. Und wies auf ihren Ostschweizer Dialekt hin, den sie sich in Münchwilen (TG) aneignete. Sie wuchs dort mit acht Brüdern auf. «Fragen Sie mich, wenn etwas nicht klar sein sollte», forderte sie ihre Amtskolleginnen und -kollegen auf. Der Gemeinderat sei für sie ein Gremium, in dem man gemeinsam berate und zusammenhalte, um das bestmögliche Ergebnis zu erreichen und die Stadt vorwärts zu bringen. Dass sie im Büro von Männern umgeben ist, sei sie sich gewohnt. Morf hat mit ihrem Mann einen Sohn.
Der Kommentar zur Wahl gibt es hier. (neh)

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