Weisslingen

Im Pöstli haben die Wirte gewechselt

Seit Ende August führen zwei Gastro-Profis das Restaurant in Theilingen. Der 66-jährige Wirt Daniel Brülhart erzählt, weshalb er an den Erfolg glaubt.

Daniela Jacquat und Daniel Brülhart in ihrer Gaststube.

Daniela Jacquat und Daniel Brülhart in ihrer Gaststube. Bild: E. Lopardo

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Wer das Pöstli im Weisslinger Ortsteil Theilingen betritt, merkt sofort, dass sich etwas verändert hat. Die Gaststube ist heller, die Dekoration einheitlich geworden. Auf dem Fenstersims stehen alte Bücher, Kerzenständer und ein altes Opernglas. Ganz hinten an der Wand befindet sich ein hölzernes Buffet, darauf stehen mehrere Weinflaschen.

Die Besucherin wähnt sich in Grossmutters Stube. Die Innendekoration zu verantworten hat Daniela Jacquat. Sie habe bewusst den «Shabby-Look» gewählt, sagt sie. Die Möbel stammen aus Brockenhäusern oder Internet-Auktionshäusern. «Wir haben sogar Stühle aus einem Kaffeehaus in Wien.»

«Wir haben sogar Stühle aus einem Kaffeehaus in Wien.»Daniela Jacquat

Daniela Jacquat und Daniel Brülhart heissen die neuen Wirte, die das Restaurant seit dem 23. August führen. Davor haben sie es während sieben Wochen sanft renoviert. Das Pöstli ist eine der letzten traditionellen Gaststätten, die in der Gemeinde noch in Betrieb sind. Vor ihnen wirtete der gelernte Konditor Sandro Aeschimann während fünf Jahren hier.

Jacquat und Brülhart kennen sich in der Gastronomie aus. Die 50-Jährige kann 30 Jahre Erfahrung vorweisen, der 66-Jährige 50 Jahre. Sie hat unter anderem im Rössli Illnau im Service gearbeitet, er als gelernter Koch in der Alten Kaserne Winterthur, in der Sonne Hettlingen und im Hôtel du Rhône in Genf. Bevor sie das Pöstli übernahmen, führten sie zwei Jahre lang einen Catering-Service zusammen.

Leidenschaft Gastronomie

«Die Gastronomie ist unsere Leidenschaft», sagt Brülhart. Man sei aber nur erfolgreich, wenn man bereit sei, viel und hart zu arbeiten und sich auf die Gäste einzulassen. «Die Qualität muss stimmen.» Und das sei bei ihm der Fall, ist der Koch überzeugt. «Ich bereite alles frisch zu.» Von der Salatsauce über das Tatarfleisch, das er selbst schneide, bis hin zum Hirschpfeffer, den er selbst beize.

 «Die vier Jahreszeiten werden sich in den Gerichten widerspiegeln»Daniel Brülhart

Seine Lehre hat Brülhart im Kanton Freiburg gemacht, dort hat er die französische Küche gelernt. Und diese bietet er auch in Theilingen an. Hinzu kommen klassische Speisen aus der Toskana und dem Piemont. «Die vier Jahreszeiten werden sich in den Gerichten widerspiegeln», sagt er. Derzeit stehen etwa Taglierini mit schwarzer Trüffel oder ein Herbstsüppli mit Eierschwämmli und frischen Kräutern auf der Speisekarte. Mittags gibt es mehrere Menüs zur Auswahl, darunter ein vegetarisches, sowie einen Wochenhit.

Ihr Angebot richte sich an alle, sagt Brülhart. Im Innern haben 30, auf der Terrasse 40 Gäste Platz. Parkplätze gibt es 14. Von der Bushaltestelle Oberhof ist das Lokal in sieben Minuten zu erreichen. Seit der Wiedereröffnung sind Handwerker, Vereinsleute, Ausflügler und Feinschmecker gleichermassen eingekehrt, wie Jacquat sagt. Ausser am Sonntag und am Montag ist das Lokal täglich geöffnet, am Samstag ab 16 Uhr. «Ab 15 Personen machen wir auch an den anderen Tagen auf», sagt Jacquat.

Erstellt: 12.09.2019, 16:06 Uhr

Die Sonne schliesst

Sechs Jahre lang haben Rosmarie und Richi Schnyder die Sonne in Weisslingen geführt. Am 24. September ist Schluss. «Unüberbrückbare Differenzen mit dem Eigentümer zwingen uns zu diesem Schritt», schreiben sie in einem Inserat im Mitteilungsblatt. Näher ausführen möchten sie das nicht. Rosmarie Schnyder sagt nur: «Wir bedauern das sehr.» Besitzer Martin Bosshard hingegen präzisiert: «Sie haben weniger Mietzins bezahlt, als ausgemacht war. Ich habe viel Geld reingesteckt.» Damit konfrontiert, erwidert Richi Schnyder: «Der Vorschlag kam von ihm. Wir mögen nun aber nicht mehr streiten.» Drum zögen sie weg. Wie es mit der Sonne weitergeht, ist offen. Er werde vermutlich nicht mehr das ganze Restaurant verpachten, sagt Bosshard. (neh)

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