Russikon

Initiant fordert die Kündigung des Energielabels

Die Gemeinde solle aus dem Trägerverein Energiestadt aussteigen, fordert ein Russiker. So könne die Verwaltung Zeit und Geld sparen, sagt er. Doch der Vorstoss ist ungültig.

Der ehemalige Gemeindepräsident Eugen Wolf nimmt 2008 das Energiestadt-Label entgegen.

Der ehemalige Gemeindepräsident Eugen Wolf nimmt 2008 das Energiestadt-Label entgegen. Bild: Archiv/Stefan Schaufelberger

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Buschbrände in Australien, Hitzerekorde und schneearme Winter in der Schweiz: Das Wetter spielt verrückt, der Klimawandel ist spätestens seit den Schulstreiks in aller Munde. Und in diesem Zusammenhang auch der Energieverbrauch sowie CO2-Ausstoss. Deshalb erstaunt es umso mehr, dass sich der Gemeinderat von Russikon gerade jetzt mit einer Initiative befassen musste, welche die Kündigung des Labels Energiestadt zum Inhalt hatte.

Die Mitgliedschaft im Trägerverein sei auf den nächstmöglichen Termin zu kündigen, lautet die Forderung. Das wäre der 31. Dezember. Denn Nachhaltigkeitsprojekte würden schon mit den aktuell gültigen Bauvorschriften- und gesetzgebungen gefördert. Ausserdem sitze der Gemeinderat im Vorstand der Genossenschaft für Sonnenenergie Russikon Solarus. Und diese fördere mit der Erstellung von Photovoltaikanlagen bereits erneuerbare Energie. Mit dem Austritt könne die Verwaltung ausserdem Zeit und Geld sparen.

«Das Energiestadt-Label ist nicht einfach ein schönes Schild an der Eingangspforte zum Dorf»Marc Syfrig, Gemeindeschreiber Russikon

Doch der Gemeinderat muss sich nun inhaltlich gar nicht mit der Initiative befassen. Er hat sie für ungültig erklärt, da die formellen Voraussetzungen nicht erfüllt sind. Das heisst: Über die Initiative müsste die Gemeindeversammlung oder das Stimmvolk an der Urne befinden können. Und das ist hier laut Gemeindeschreiber Marc Syfrig nicht der Fall. Denn jährlich wiederkehrende Ausgaben von weniger als 50'000 Franken fallen in die Kompetenz des Gemeinderates. Der Beschluss des Gemeinderates ist noch nicht rechtskräftig. Stimmberechtigte können beim Bezirksrat einen Stimmrechtsrekurs einreichen.

Ausstieg kein Thema

Ein Ausstieg aus dem Trägerverein sei für den Gemeinderat kein Thema, sagt Syfrig. «Gerade jetzt, da Klima- und Energiefragen sehr aktuell sind. Der Zeitpunkt wäre unglücklich.» Seit 2007 trägt Russikon das Label Energiestadt.«Und das ist nicht einfach ein schönes Schild an der Eingangspforte zum Dorf», sagt Syfrig. Nebst der Tatsache, dass sich die Gemeinde alle vier Jahre einem Re-Audit stellen muss, bei dem überprüft wird, ob sie die Voraussetzungen für das Label noch erfüllt, erhalte die Gemeinde Informationen und Inputs für Themen, an denen sie arbeiten könne.

Mit einer Energiebuchhaltung erfasst die Gemeinde beispielsweise Energie- und Wasserverbräuche sowie CO2-Emissionen von Gebäuden und technischen Anlagen. So kann sie Schwachstellen eliminieren und aufzeigen, wie sich Massnahmen auf den Energieverbrauch auswirken.

Das Energiestadt-Label erhalten Gemeinden, die eine nachhaltige kommunale Energiepolitik umsetzen. Sie fördern erneuerbare Energien, umweltverträgliche Mobilität und setzen auf eine effiziente Nutzung der Ressourcen. Russikon hat Ende 2019 schon das dritte Re-Audit erfolgreich bestanden. «Die Zertifizierung ist ein praktisches Instrument, um am Ball zu bleiben», schrieb der Gemeinderat damals im Verhandlungsbericht. Auch steigt die Zahl der Energiestädte stetig an. Per Ende Juni 2019 waren es schweizweit 447.

Erstellt: 13.02.2020, 12:34 Uhr

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