Bauma

Neue Natürli-Managerin plädiert für übersichtlichere Strukturen

Der Verband Pro Zürcher Berggebiet (PZB) überprüft nach «medialen Turbulenzen» seine Organisation.

Daniela Waser ist Leiterin ad interim von PZB.

Daniela Waser ist Leiterin ad interim von PZB. Bild: PZB

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Daniela Waser freut sich über ihre Wahl zur neuen Geschäftsführerin ad interim von Pro Zürcher Berggebiet. Die 28-jährige Projektleiterin ist damit unter anderem für das Management der Regionalmarke Natürli verantwortlich. Bekannt ist das Label vor allem für seine Käse- und Milchprodukte. Seit 2013 werden mit der Marke aber auch andere Produkte aus dem Zürcher Oberland beworben.

Daniela Waser übernimmt die Leitung der Geschäftsstelle im Bahnhofsgebäude in Bauma nicht gerade in einer einfachen Situation. Im März hatte sich der Verband Pro Zürcher Berggebiet von ihrem Vorgänger mitten in einem «Landbote»-Interview getrennt. Die Aktion löste breites Echo aus und wurde kritisiert, worauf sich der Verbandsvorstand öffentlich entschuldigte.

Zuerst analysieren

Gleichzeitig mit der Bekanntgabe der Wahl von Daniela Waser als neue Geschäftsleiterin ad interim kündigte Pro Zürcher Berggebiet zudem an, seine Strukturen überprüfen zu wollen. Die Delegierten der 13 Mitgliedsgemeinden hätten einen «Organisationsentwicklungsprozess» genehmigt, heisst es in der Mitteilung vom vergangenen Freitag. Man wolle die Situation nach den «medialen Turbulenzen» beruhigen und die Suche nach einer neuen Geschäftsführung ohne Zeitdruck angehen. Verantwortlich für diesen Erneuerungsprozess ist die neue Leiterin Daniela Waser.

Zusätzlich werde eine externe Fachperson beigezogen, wie Waser sagt. Wer das sein wird, entscheide man in den nächsten Wochen. In einem ersten Schritt werde die heutige Situation analysiert. Spätestens im Frühjahr 2020 will der Verband eine neue Geschäftsführung präsentieren. Auf die Frage, ob sich Waser vorstellen könne, die Geschäftsleitung definitiv zu übernehmen, antwortet sie: «Grundsätzlich ja. Aber die Frage steht für mich jetzt nicht im Vordergrund. Mein Fokus liegt auf der Optimierung unserer Strukturen.» Im Umfeld der Organisation wird sie schon länger als geeignete Kandidatin gehandelt. Waser ist seit 2014 als Projektleiterin im Bereich Tourismus für den Verband tätig. Seit zwei Jahren ist sie stellvertretende Geschäftsleiterin. Sie plädiert für eine schlanke Organisation: «Die Natürli-Strukturen müssen transparent und einfach erklärbar sein», sagt sie. Bislang ist das nicht der Fall. So wird Pro Zürcher Berggebiet als Inhaberin der Marke Natürli öfter mit der Natürli Zürioberland AG verwechselt. Hinzu kommen Überschneidungen mit dem Verband Region Zürcher Oberland (RZO).

Mit ihrer Ernennung zur Geschäftsleiterin ad interim wird Wasers Stelle als Projektleiterin vakant. Und dies in einer wichtigen Phase: Ende Jahr läuft das Förderprogramm des Bundes aus, die sogenannte neue Regionalpolitik (NRP). Momentan erarbeitet der Kanton das Förderprogramm für die Jahre 2020 bis 2023. Waser sieht deswegen aber keine Probleme auf die Geschäftsstelle zukommen. Es sei das dritte Mal, dass man sich um das Förderprogramm bewerbe. «Wir sind gut vorbereitet und werden Prioritäten setzen.» (roh)

Erstellt: 15.04.2019, 17:52 Uhr

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