Bauma

Niemand will den Anschluss verlieren

Die Tösstaler reichten rund 60 Änderungsbegehren zum ZVV-Fahrplanentwurf 2016/2017 bei den Gemeinden Zell, Turbenthal, Bauma und Wila ein. Wegfallende Haltestellen sind der grösste Ärger.

Mehr als 100 Personen haben den Antrag gegen die Aufhebung der Haltestelle Steinenbachtal unterschrieben.

Mehr als 100 Personen haben den Antrag gegen die Aufhebung der Haltestelle Steinenbachtal unterschrieben. Bild: Melanie Duchene

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Fahrpläne zu entwerfen scheint vorderhand eine eher trockene Angelegenheit zu sein – das Erregungspotential ist jedoch hoch, so bald sich Benutzer der öffentlichen Verkehrsmittel übergangen sehen. Der ZVV-Fahrplantentwurf 2016/2017 ist bis Ende März in allen Gemeinden öffentlich aufgelegen. Rund 60 Einwendungen sind in Zell, Turbenthal, Bauma und Wila eingegangen.

Nicht nur auf diesem Weg äusserten sich die Tösstaler Bewohner. Diverse Leserbriefe und Mitteilungen fanden den Weg an die Öffentlichkeit. So löste etwa die Erkenntnis, dass das Steinenbachtal seinen Bus verlieren soll, eine Welle der Empörung aus. Das Tal sei nicht der Blinddarm des Kantons Zürich, hiess es.

Nachfolgend eine Übersicht der Hauptthemen in den vier Gemeinden.

Zehn Einwendungen in Zell

Vier Personen respektive Organisationen reichten in Zell zehn Einwendungen ein. Gefordert wurde unter anderem eine zusätzliche Postautostelle vor der Coop-Filiale in Kollbrunn. «Die Gemeinde unterstützt das Begehren nicht. Der Bahnhof ist ja nur 100 Meter entfernt», sagt Bausekretär Peter Obrist.

Auch aussichtslos dürfte der Antrag sein, die Haltestelle Weid zu erhalten: «Das wäre viel zu teuer. Die Schätzungen belaufen sich auf fast eine halbe Million Franken.» Da sich die Haltestelle an einer gefährlichen Stelle befindet, müsste sie verlegt und zusätzliche behindertengerecht ausgebaut werden.

Ein Antrag hinter den sich die Gemeinde Zell stellt, ist die Busverbindung Fehraltorf – Kollbrunn so anzupassen, dass das Umsteigen auf die S-Bahn in Kollbrunn möglich wird. «Diese Anpassung ist schon längst fällig. Laut Fahrplan kommt der Bus immer einige Minuten nach der Zugabfahrt an», erklärt Obrist.

Mehr als 100 Unterschriften in Turbenthal

Zwischen 30 und 40 Begehren sind im März auf der Gemeinde Turbenthal eingetroffen. Diese beziehen sich laut Gemeindeschreiber Jürg Schenkel mehrheitlich auf zwei Schwerpunkte. Einerseits die Aufhebung der Verbindung ins Steinenbachtal: «Diesen Antrag haben mehr als 100 Personen mit Unterschriften unterstützt», sagt Schenkel.

Andererseits büsst auch der Weiler Neubrunn abends und am Wochenende Verbindungen ein. Etwa ein Dutzend der Begehren hätten sich darauf bezogen. Diese zwei Themen werde die Gemeinde voraussichtlich unterstützen. «Es sind auch Sachen bemängelt worden, die wir alle zwei Jahre zu hören bekommen», sagt Schenkel. Auf Partikularinteressen gehe Turbenthal nicht ein.

Bauma: Mehr als 600 Personen betroffen

Vier Personen und Organisationen reichten zwölf Begehren in Bauma ein. Laut Gemeindeschreiber Andreas Strahm betrifft der Hauptpunkt die Änderungen an der Buslinie 835. Neu soll Oberhittnau nicht mehr bedient und der Betrieb am Sonntag ganz eingestellt werden. «Auch die Gemeinde ist der Ansicht, dass sich die Änderung negativ auf Bauma und Saland auswirken würde», sagt Strahm. Zwischen 600 und 700 Personen wären davon betroffen, führt er aus.

Weiter wurde eine zusätzliche Haltestelle für den Weiler Heimat gewünscht. Da Bauma zur Zeit den Betrieb eines Ortsbus prüfe, werde das Anliegen innerhalb dieses Projekts weiter verfolgt.

Zusätzliche S26 am Morgen gefordert in Wila

Zu insgesamt elf Themen haben sich in Wila Einwohner geäussert. Fünf Einwendungen und rund 180 Unterschriften gingen zu Änderungen an Postautokursen ein. So sollen bei der Linie 833 Verbindungen nach Russikon und zum Weiler Gündisau wegfallen. Weiter ist Wila wie Turbenthal vom Aufheben der Haltestellen im Steinenbachtal betroffen. Rund 30 Personen unterschrieben das Begehren für eine zusätzliche Haltestelle Richtung Wildberg, Schalchen.

In allen vier Gemeinden reichte die Interessensgemeinschaft Tösstal ihre neun Begehren ein. Sie fordert unter anderem eine zusätzliche S26 morgens um 5.04 Uhr von Bauma nach Winterthur. Weiter soll die S26 jeweils die S12 aus Zürich abwarten. Die Gemeinschaft will Postautoverbindungen erhalten, ohne die für einzelne Dörfer der S-Bahn-Anschluss erschwert wird und die Kursreduktion auf einzelnen Linien verhindern.

Alle Begehren werden in diesen Wochen von den jeweiligen Gemeinderäten beurteilt und mit unterstützendem oder ablehnendem Kommentar an den ZVV oder die Postauto AG weitergeleitet. (Landbote)

Erstellt: 23.04.2015, 19:08 Uhr

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