Wila

Winden herstellen wie zu Grossvaters Zeiten

Am Tag der offenen Tür in der Windenmacherei Wila loderte Feuer, um Eisen zu schmieden. Interessierte konnten hautnah erleben, wie alte Maschinen funktionieren.

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Die Windenmacherei in Wila steht zwar unter Denkmalschutz. Ein Museum ist sie aber nicht. Bis heute wird darin gearbeitet, um alte Traditionen zu erhalten. Ein Verein will damit auch die Erinnerung an Alfred Brüngger wach halten. Er war der letzte Windenmacher der Schweiz und ist 2009 gestorben. «Den schönen Beruf des Windenmachers gibt es damit nicht mehr», sagt Vorstandsmitglied Fritz Wüthrich.

Zusammen mit Vereinskollegen hält er die historische Werkstatt in Schuss und veranstaltet nun seit zwölf Jahren regelmässig einen Tag der offenen Tür. Letztmals am vergangenen Wochenende. Interessierte konnten dabei hautnah erleben, wie hier die Familie Brüngger seit 1874 Stockwinden hergestellt hat. Stockwinden sind Hebevorrichtungen, mit denen schwere Lasten bis zu drei Tonnen problemlos von Hand angehoben werden können. Sie wurden zum Beispiel in der Landwirtschaft gebraucht, um Baumstämme auf Wagen oder Schlitten zu laden.

Am Tag der offenen Tür konnten Besucherinnen und Besucher Eisen im Feuer erglühen lassen und dann selber schmieden. Der Anlass sei jedesmal ein Erfolg, sagt Fritz Wüthrich. Er stelle fest, dass es immer wieder neue Leute gibt, die sich für altes Handwerk interessieren. «Das motiviert uns, weiterzumachen.»

Werkstatt in Betrieb

Der Beruf des Windenmachers ist alt. Erstmals erwähnt wurde er 1455 in Deutschland. In der Schweiz fand die Produktion von Winden allerdings keine starke Verbreitung, wie der Verein «Alte Windenmacherei Brüngger Wyla» schreibt. Weitere Windenmachereien habe es immerhin in Illnau, in Winterthur, in Nebikon und in Wasen im Emmental gegeben.

Wer den Besuchstag verpasst hat, kann jeden ersten Samstag im Monat, jeweils vormittags vorbeischauen, dann ist die Werkstatt in Betrieb.
www.windenmacherei.ch (Der Landbote)

Erstellt: 03.09.2017, 17:16 Uhr

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