Wildberg

Anwohner ärgern sich über Lastwagen

Die Kiesgrube Loren wird aufgefüllt, was für das Dorf Schalchen viel Verkehr bedeutet. Anwohner beobachten zudem rücksichtslose Lastwagenfahrer. Die Abbaufirma verspricht Besserung.

Lastwagen füllen die Kiesgrube Loren bei Schalchen. Eine neue Grube ist wenige Meter weiter im Gebiet Täschen geplant.

Lastwagen füllen die Kiesgrube Loren bei Schalchen. Eine neue Grube ist wenige Meter weiter im Gebiet Täschen geplant. Bild: Marc Dahinden

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Schwere Lastwagen sind in den vergangenen Monaten in raschem Takt durch Schalchen gefahren. Die Strassen dort sind jedoch so eng, dass die Fahrzeuge beim Kreuzen teilweise auf das Trottoir ausweichen mussten.

Das berichtete jedenfalls Hans Graber an der Gemeindeversammlung am Mittwochabend. Er habe sogar beobachtet, wie Lastwagen Verbotsschilder einfach missachten, sagte der ehemalige Gemeinderat weiter.

Eine Frau beklagte sich über das Tempo der Transporte: «Warum müssen die so schnell durchs Dorf fahren. Mit Kindern am Strassenrand ist das extrem unangenehm.»

Schnecken bitte weglassen

Adressiert waren die kritischen Voten an Markus Ruff von der Kies AG in Bauma. Ihn hatte der Gemeinderat an die Versammlung eingeladen, nachdem Beschwerden aus der Bevölkerung eingegangen waren.

«Warum müssen die so schnell durchs Dorf fahren. Mit Kindern am Strassenrand ist das extrem unangenehm.»


Gemeindepräsident Dölf Conrad versuchte die Wogen schon ganz am Anfang zu glätten: «Es soll um die Sache gehen. Und nicht darum, einander Schnecken in den Hosensack zu legen», mahnte er.

Auch Markus Ruff von der Kies AG bemühte sich, die Kritik aus Schalchen konstruktiv aufzunehmen. Er finde es überhaupt nicht gut, wenn Lastwagen auf das Trottoir ausweichen oder Verbote missachten. Solche Vorfälle soll man unbedingt melden und dabei die Lastwagennummer angeben, «dann wird das sofort korrigiert».

Belastung zeitweise massiv

Hans Graber gab sich jedoch nicht so rasch zufrieden und erinnerte an das Verkehrskonzept, dass man seinerzeit für die Kiesgrube erarbeitet habe. Die Idee damals sei gewesen, dass die Lastwagen nicht im Dorf kreuzen müssen. Er habe als Gemeinderat viel Zeit für eine verträgliche Lösung aufgewendet. Nun müsse er feststellen, dass die Kritiker vielleicht doch Recht gehabt hätten. «Ich hoffe nur, dass die Lastwagen-Flut zeitlich beschränkt ist», sagte er.

Markus Ruff stimmte ihm insofern zu, dass der Verkehr in den vergangenen Monaten zeitweise «massiv» war. Die intensive Phase sei aber eine Ausnahme gewesen, da eine andere Grube geschlossen war. Die Anzahl Fahrten sei übers Jahr hinaus zudem beschränkt und habe sich seit 1992 nicht verändert. «Die vorgegebene Abbaumenge wurde nicht überschritten.»

Die Kritik am Fahrverhalten der Chauffeure nehme er auf und werde diese intern ansprechen. Die Haltung der Kies AG sei klar, sagte Ruff: «Wir unterstützen verträgliches Fahren.» Einen Einbahnverkehr durch Schalchen könne er zwar nicht versprechen, man versuche die Fahrten aber so zu organisieren, dass es erträglich ist. Denn im Sommer gebe es nochmals einen Monat, «in welchem der Verkehr intensiver wird.»

Gemeindepräsident Dölf Conrad versprach der Versammlung seinerseits, die Frage einer Temporeduktion in Schalchen im Gemeinderat zu diskutieren. Zum wiederholten Mal. Denn der Kanton sei kein Fan einer solchen Massnahme und die Umsetzung wäre nicht ganz einfach. Vermehrte Kontrollen im Dorf hätten gezeigt, dass sich die Lastwagen an das Tempolimit halten. Natürlich sei Tempo 50 für Gefährte dieser Grösse im Dorf aber «zu schnell».

Applaus für Jahresrechnung

Weniger zu reden gaben an der Gemeindeversammlung die offiziellen Traktanden. Die Jahresrechnung der Politischen Gemeinde schliesst an das gute Ergebnis des Vorjahres an, wie Gemeinderat Thomas Kupper sagte. Statt eines Verlusts von 53100 resultiert ein Gewinn von rund 190000 Franken. Das Nettovermögen habe sich erhöht und liege deutlich über dem Durchschnitt im Bezirk.

Nach der Präsentation meinte Gemeindepräsident Dölf Conrad, man könne auch klatschen, was die Versammlung mit 49 anwesenden Stimmberechtigten dann auch tat. Gegenstimmen waren keine auszumachen.

Genauso positiv war die Stimmung bei der Jahresrechnung der Primarschulgemeinde. Nach einer schwierigen Phase waren auch hier die Abschlüsse der vergangenen beiden Jahre erfreulich. «Es war ein schönes, ruhiges Jahr», sagte Finanzvorständin Petra Jäger. Die Abstimmung wurde zur reinen Formsache.

Erstellt: 13.06.2019, 15:37 Uhr

Kämpferische Kirchgemeinde

Die reformierte Kirchgemeinde Wildberg sieht sich durch den geplanten neuen Finanzausgleich in ihrer Existenz bedroht («Landbote» vom 12. Juni).

Aufgeben ist aber kein Thema, wie an der Kirchgemeindeversammlung
deutlich wurde. Präsidentin Manuela Hugi sagte, dass man sich Gedanken über einen Förderverein mache, um finanziell unabhängiger zu werden.

«Andere Gemeinden machen damit gute Erfahrungen.» Pfarrer Theddy Probst berichtete zudem aus dem Kirchenparlament, wo der Finanzausgleich derzeit vorberaten werde.

Die Kommission beantrage einstimmig einen zusätzlichen Ausgleich für kleinere Kirchgemeinden. Denn in seiner aktuellen Form treffe der geplante Finanzausgleich vor allem strukturschwache Kirchgemeinden.

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