Bauma

Begehrter Sternenberger Käse wird in Zukunft in Bauma produziert

Mit dem Gestaltungsplan Schattenwis bereitet die Käserei Preisig einer Produktion in Bauma den Weg.

Der Sternenberger Käse wird in Zukunft in Bauma produziert.

Der Sternenberger Käse wird in Zukunft in Bauma produziert. Bild: Madeleine Schoder

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Der milchige Geruch nach frischem Käse ist allgegenwärtig. Dies obwohl im ehemaligen Baugeschäft an der Unterdorfstrasse in Bauma gar kein Käse produziert, sondern «nur» gereift, geschnitten und verpackt wird. Nach wie vor stellt die Käserei Preisig ihren «Sternenberger» in Sternenberg her.

Doch das wird irgendwann Vergangenheit sein. In etwa 15 Jahren will die Käserei all ihre Arbeiten in Bauma verrichten. «Uns fehlt in Sternenberg einfach der Platz», sagt Urs Preisig, Chef der Käserei. Das war vor knapp 15 Jahren schon einmal so. Damals kaufte er deshalb die Liegenschaft in Bauma, um dort ein Käselager einzurichten. «Damals dachte ich, wir hätten jetzt Ruhe.» Das war nicht der Fall. Die Käserei ist so erfolgreich, dass sie ihre Produktion stetig steigert.

Ein Roboter hilft

Heute stellt sie durchschnittlich eine Tonne Käse pro Tag her aus etwa 12000 Litern Milch, die Preisig von Landwirten aus der Region bezieht. «Die Liberalisierung des Marktes hat uns sehr geholfen», sagt Preisig. Eigene Ideen und Produkte realisieren, das funktioniere. Das Käselager in Bauma wurde darum in den vergangenen Jahren stetig ausgebaut. Heute stapeln sich die Laibe bis fast an die Decke. Ein Roboter schmiert die Rinde mit Lake und wechselt die Holzbretter, auf denen sie reifen.

Bild: mas

Vor sechs Jahren begann Preisig in Bauma zudem damit, den Käse zu schneiden und zu verpacken. «Damit können wir unseren Kunden genau das geben, was sie möchten, ohne Zwischenhandel.» Eine ganze Schnitt- und Verpackungsstrasse ist so entstanden. In den vergangenen anderthalb Jahren wurde diese ausgebaut und professionalisiert. Und dennoch: «Ich musste dieses Jahr verschiedene Bestellungen ablehnen, weil wir einfach keine Kapazität mehr hatten», sagt Preisig.

Schon vor einiger Zeit hat der Sternenberger Käser deshalb die Weichen für weiteres Wachstum gestellt – mit dem Gestaltungsplan Schattenwis. Am Montag wird die Gemeindeversammlung über diesen abstimmen. «Ich bin zuversichtlich, dass das klappt», sagt Preisig. Er habe bisher keine negativen Rückmeldungen erhalten. Der Kanton hat den Gestaltungsplan bereits genehmigt.

Marke dank Fusion erhalten

In drei Etappen will Preisig den Standort in Bauma ausbauen. Erst soll ein Anbau für die Produktion und mehr Lager entstehen. Etwa in den nächsten fünf Jahren. In etwa zehn Jahren soll ein weiterer Anbau hinzukommen für mehr Produktionsflächen sowie ein Labor. Und in etwa 15 Jahren will Preisig das Gebäude für die Verpackerei aufstocken und einen Fabrikladen im jetzigen Wohnhaus bauen. So weit der Plan.

Bild: mas

Die Käserei in Bauma ist das Ende derjenigen in Sternenberg. Dank der Fusion wird der Sternenberger aber weiterhin so heissen. Denn als Ortsteil von Bauma ist das markenrechtlich möglich. In Sternenberg fürchte man vor allem den Verlust des kleinen Lebensmittelladens, den die Käserei Preisig betreibt. Der einzige im Dorf. «Aber das ist ja noch Zukunftsmusik», sagt der Käser. Man habe jahrelang nach einer Lösung in Sternenberg gesucht. Ohne Erfolg. Es gebe dort einfach zu viele Einschränkungen für einen industriellen Bau. Darum hat sich Preisig dann nach Bauma orientiert. Wie viel er in die Zukunft seiner Käserei investiert, will er nicht verraten. «Es ist viel», sagt er und lacht.

Die Gemeindeversammlung findet am Montag, 9. Dezember, um 20 Uhr im Gasthaus Tanne statt.

Erstellt: 06.12.2019, 17:13 Uhr

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