Wildberg

Bei der Einheitsgemeinde soll es nicht bleiben

Im November stimmen die Wildberger über die Einheitsgemeinde ab. Das sei aber nur ein Meilenstein in der Zukunftder Gemeinde, sagte Gemeindepräsident Dölf Conrad am Mittwoch an einer Informationsveranstaltung.

In Wildberg sollen Politische Gemeinde und Primarschule ab dem Jahr 2021 nur noch eine einzige Gemeinde bilden. Foto: Nathalie Guinand

In Wildberg sollen Politische Gemeinde und Primarschule ab dem Jahr 2021 nur noch eine einzige Gemeinde bilden. Foto: Nathalie Guinand

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«Wie könnte ich enttäuscht sein? Das Resultat ist ein Riesenerfolg.» So kommentierte Andreas Wirth am Mittwochabend das, was er zu hören bekommen hatte.

Wirth und seine Frau Ruth hatten in Wildberg eine Einzelinitiative eingereicht mit dem Auftrag, eine Einheitsgemeinde zwischen Politischer und Primarschulgemeinde zu bilden.

«Es ist kein Geschirr zerbrochen»

Die Mehrheit der Stimmbürger hatte im Februar 2018 dem Ansinnen ihren Segen gegeben und den Gemeinderat damit beauftragt, eine Abstimmungsvorlage auszuarbeiten.

Die dafür notwendige neue Gemeindeordnung haben Gemeinderat und Schulpflege nun am Mittwoch präsentiert – offenbar zur vollsten Zufriedenheit der Initianten. Und auch der Behörden. «Es ist kein Geschirr zerbrochen», versicherte Primarschulpräsident Swen Rüegg in Anspielung auf die gescheiterte Fusion der Schulgemeinden Wila, Wildberg und Turbenthal.

Schulpflege wie auch Gemeinderat könnten mit voller Überzeugung dahinterstehen, sagten deren Präsidenten. Beide Behörden empfehlen ihren Stimmbürgern deshalb auch, an der Abstimmung im November ein Ja in die Urne zu legen.

Zukunft der Sek ungewiss

Das Interesse am Thema war gross, zur Informationsveranstaltung im Primarschulhaus kamen rund 60 Personen, Mitglieder der verschiedenen Behörden mit eingerechnet. Kritisch äusserte sich niemand, Fragen gab es hingegen schon. Etwa zur Sekundarschule in Wildberg.

Diese bildet nämlich mit jener in Turbenthal eine Gemeinde. Bis 2022 müssen aber die Grenzen von politischen und Schulgemeinden bereinigt sein. Jede Schulgemeinde soll eine oder mehrere politische Gemeinden abdecken, nicht nur Teile davon, wie das jetzt der Fall ist.

Gemeindepräsident Conrad stellte klar: «Das Problem der Grenzbereinigung löst die Einheitsgemeinde auch nicht.» Und neue Kreisschulgemeinden seien nicht mehr erwünscht. «Wir müssen deshalb schauen, wie wir das lösen.» Entschieden ist noch nichts. Eine Möglichkeit seien Anschlussverträge mit anderen Schulen.

Diese legen fest, zu welchen Konditionen die Oberstufenschüler aus Wildberg die Schulen anderer Gemeinden besuchen. Derzeit gehen die einen nach Wila, die anderen nach Turbenthal. Bei Anschlussverträgen verlören einige aber das Stimmrecht, gab ein Votant zu bedenken. Dem stimmte Schulpräsident Rüegg zu.

Nur ein Meilenstein

Sagt das Volk im November Ja zur Einheitsgemeinde, so soll diese per 1. Januar 2021 verwirklicht werden. Im Dezember 2020 würde die Gemeindeversammlung das erste gemeinsame Budget abnehmen.

 «Wir kommen nicht darum herum, mit anderen Gemeinden näher zusammenzuarbeiten.»

Die Einheitsgemeinde wäre auf dem Weg in die Zukunft jedoch nur ein Meilenstein, wie Conrad sagte. «Wir kommen nicht darum herum, mit anderen Gemeinden näher zusammenzuarbeiten. Es muss ja nicht gleich eine Fusion sein.»

Was denn eigentlich die Vorteile einer Einheitsgemeinde seien, wollte jemand wissen. «Günstiger wird es nicht», sagte Rüegg, «aber auch nicht teurer.» Zu den Vorteilen gehöre, dass die Schule sich aufs Pädagogische konzentrieren könne und die Immobilien von Schule und Gemeinde zentral verwaltet würden. «Auch der Umgang der Behördenmitglieder ist anders geworden», sagte Rüegg. «Wir sind jetzt eine Einheit geworden.»

In der neuen Einheitsgemeinde wird der Gemeinderat weiterhin aus fünf Mitgliedern bestehen, wobei eines davon neu der Schulpräsident sein wird. Der Schulpräsident wird zusammen mit der Schulpflege gewählt. Die Finanzkompetenzen von Gemeinderat und Schulpflege werden leicht erhöht. Auch soll die Verwaltung etwas ausgebaut werden. Dies sei aber der höheren Bevölkerungszahl und nicht der Einheitsgemeinde geschuldet, sagte Conrad.

Infoveranstaltungen werden die vorberatenden Gemeindeversammlungen ablösen. Der Gemeinderat kann Kompetenzen an die Verwaltung delegieren. Er erlässt auch das Geschäftsreglement in eigener Kompetenz, das etwa seine Ressorts und Aufgaben beschreibt. Bis zum 20. Mai nimmt die Steuergruppe Änderungsanträge zur Gemeindeordnung entgegen. Am 4. September findet noch eine vorberatende Gemeindeversammlung statt.

Erstellt: 25.04.2019, 16:54 Uhr

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