Lindau

Dank Tüftler bis in die Nacht golfen

Golfspieler in Singapur können ihre Bälle auch nach Sonnenuntergang noch spielen. Das verdanken sie einer speziellen Beleuchtung, die ein Lindauer erfunden hat.

LED-Lampen beleuchten nachts die Lochstange, die Golftasche, das Green und die Hindernisse. Die Spieler tragen Leuchtvesten und versenken leuchtende Bälle.

LED-Lampen beleuchten nachts die Lochstange, die Golftasche, das Green und die Hindernisse. Die Spieler tragen Leuchtvesten und versenken leuchtende Bälle. Bild: pd

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Der Anfang ist gemacht. Nun hofft Martin Suchanek aus Winterberg auf den Schneeballeffekt. Ende März hat der 41-Jährige in Singapur, auf einem der 100 besten Golfplätze der Welt, ein spezielles Beleuchtungssystem installiert. Es ermöglicht den Spielern, die Bälle auch in der Nacht abzuschlagen.

Entwickelt hat er es mit seinem Vater vor rund sieben Jahren. Seither hat er es ständig verbessert. Verkaufen konnte er es bisher aber nur schwer.«Nun hoffen wir natürlich, dass mehr Golfplätze unsere Beleuchtung haben wollen», sagt Suchanek. Ohne Erfahrungswerte sei es bisher schwierig gewesen, die Betreiber von seinem System zu überzeugen.

«Nicht jeder hat die Möglichkeit tagsüber zu golfen»

Zumal die Investition von rund 250 000 Franken für einen Neun-Loch-Platz nicht unwesentlich ist. «Gerade in der Schweiz sind die Golfplatzbetreiber sehr zurückhaltend», sagt Suchanek. «Man müsste ihnen beweisen können, dass sie das investierte Geld irgendwann wieder zurückbekommen.»

Dass sich die Investition auszahlt, davon ist Suchanek überzeugt. «Die Beleuchtung verlängert die Betriebsdauer des Golfplatzes um etwa drei Stunden und ermöglicht Fun- wie auch Firmenevents.» Nicht jeder habe die Möglichkeit, tagsüber zu golfen. «Ich selbst habe oft am Abend gespielt, musste dann aber abbrechen, weil es dunkel wurde.»

Das sei besonders dann ärgerlich, wenn es keine Ermässigungen für Abendrunden gebe. Suchanek räumt allerdings ein, dass eine längere Betriebsdauer vor allem dort sinnvoll ist, wo das Wetter mitspielt. «Und das ist bei uns im Frühling und Herbst leider oft nicht der Fall.»

Gewöhnlich würden Golfplätze, wenn überhaupt, mit Flutlicht ausgerüstet, sagt Suchanek. «Doch das Licht ist sehr grell, die Anlage teuer und verbraucht viel Strom.» Er verwendet LED-Lampen. Sie machen Spielfelder, Löcher, Hindernisse und Wege sichtbar. Die Spieler tragen Leuchtwesten, verwenden leuchtende Golfbälle und Golftaschen.

Die Bälle hat Suchanek nicht selbst entwickelt. Die in verschiedenen Farben leuchtenden Lochstangen jedoch schon. Sie sind aus 300 Metern Entfernung sichtbar und per Fernbedienung steuerbar. Das ganze Beleuchtungssystem lässt sich per SMS ein- und ausschalten.

Strom für 2200 Franken

Eine mit LED-Lampen ausgerüstete 18-Loch-Anlage verbraucht Strom für 2200 Franken im Jahr, wenn sie täglich in Betrieb ist. Für Flutlicht müsse man das Zigfache rechnen. Und nur schon die Installation für drei Löcher schlägt mit 360 000 Franken zu Buche.

«Ich habe die Tunnelbeleuchtung auf den Golfplatz projiziert.»

In Singapur haben Suchanek und zwei Elektriker 15 Tage gebraucht, bis vier der zweimal 18 Löcher mit 4500 Metern Kabel und 520 Lampen ausgerüstet waren. Der Golfplatz blieb die ganze Zeit geöffnet. «Kein Platz kann es sich leisten, für mehrere Wochen zu schliessen», sagt Suchanek. Mann müsse auch nicht den Boden aufreissen, um das Kabel zu verlegen. «Ein Schnitt reicht.» Und der wachse rasch wieder zu.

Die Firma Moonlightgolfing, die er mit seinem Vater 2011 gründete, beschert Suchanek einen Zusatzverdienst. «Die Arbeit macht Spass.» Daneben ist er in einem 80-Prozent-Pensum bei der Zollverwaltung angestellt.

Seine Erfindung hat er in den USA und in China patentieren lassen. Die Idee entstand, als er auf dem Heimweg durch einen neuen Tunnel fuhr, der mit Begrenzungslichtern ausgerüstet war. «Das habe ich dann einfach auf einen Golfplatz projiziert.»

Im Moment ist er mit einem Platzbetreiber in den USA im Gespräch. Das ist vielversprechend. Denn mehr als die Hälfte der Golfplätze auf der Welt, also etwa 15 000, liegen dort. «Man muss ja nicht gleich 18 Löcher mit LED ausrüsten», sagt er.

(Der Landbote)

Erstellt: 20.04.2018, 16:50 Uhr

Martin Suchanek hat ein System entwickelt, das auch in Singapur Anklang findet.

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