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«Das Pferd steht bei uns an erster Stelle»

Corinne Bosshard ist Trainerin beim Voltige Tösstal. Im vergangenen Herbst gewann sie mit ihrem Juniorenteam WM-Bronze. Nun spricht sie über den grossen Erfolg und verrät, weshalb ihr Team kurz vor einem Umbruch steht.

Corinne Bossard gewann mit ihrem Juniorenteam WM-Bronze.

Corinne Bossard gewann mit ihrem Juniorenteam WM-Bronze. Bild: zvg

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Ihr Juniorenteam hat an den vergangenen Weltmeisterschaften im Herbst den dritten Platz belegt. Wie zufrieden sind Sie mit dieser Leistung?
Sehr zufrieden. Das ist der grösste Erfolg in unserer Vereinsgeschichte.

Was war der schönste Moment an den Weltmeisterschaften?
Der Moment, als wir unsere Bronzemedaillen überreicht bekamen. Das war einzigartig.

Was unterscheidet Euren Verein von anderen Voltige-Vereinen?
Im Vergleich zu anderen Voltige-Clubs sind wir mit unseren Pferden vielseitiger unterwegs. Wir setzen sie zum Beispiel auch im Springen oder in der Dressur ein.

Wo kauft man eigentlich ein Voltige-Pferd?
Ein Voltige-Pferd kann man so nicht kaufen. Man kauft ein Pferd, das möglichst belastbar aussieht, und dressiert es dann selber. Das ist natürlich immer auch mit einem gewissen Risiko verbunden.

Was passiert mit den Pferden, die ihre Belastbarkeit verlieren?
Wir versuchen unsere Pferde mit ausgeglichenen Beschäftigungen möglichst lange fit zu halten. Falls die Belastbarkeit nachlässt, können wir die Tiere noch im Nachwuchsbereich einsetzen. Dort trainieren wir momentan unter anderem mit einer 25-jährigen Stute.

Wie viele Pferde habt Ihr eigentlich?
In unserem Stall sind es momentan acht.

Und wie viele Mitglieder?
Es trainieren rund 50 Voltigierer bei uns. Hinzu kommen der Trainerstab und der Vorstand.

«Manchmal schadet es nicht, wenn man mal wieder vom hohen Ross runterkommt und schätzt, was man hat.»

Wer kann bei Euch Mitglied werden?
Eigentlich alle, die voltigieren wollen. Für Eltern und sonstige Angehörige gibt es zudem den 100er-Club, der zum Beispiel regelmässig Anlässe für uns organisiert.

Gibt es eine Altersbeschränkung?
Nein. Theoretisch kann man auch mit 100 noch voltigieren.

Wie oft und wie lange trainiert Ihr pro Woche?
Je nach Leistungsklasse trainieren unsere Mitglieder zwei bis drei Mal pro Woche. Ein Training dauert dann jeweils zwei bis zweieinhalb Stunden.

Wie läuft ein Training genau ab?
Wir treffen uns zuerst im Stall und erledigen dort die nötige Arbeit. Danach wärmen wir uns in der Halle auf und trainieren mit den Pferden. Anschliessend machen wir meist noch Trockenübungen auf dem Simulator und etwas Krafttraining.

Was ist wichtiger – Reiter oder Pferd?
Das Pferd steht bei uns an erster Stelle, man passt sich dem Tier an. Trotzdem sind natürlich immer alle Beteiligten wichtig.

WM-Bronze habt Ihr bereits erreicht, was ist das nächste Vereinsziel?
Da viele aus dem Weltmeisterschafts-Team im nächsten Jahr aufhören, wird es dort einen grossen Umbruch geben. Unser Ziel ist also der Wiederaufbau eines neuen, ebenso starken WM-Teams.

Und wie geht ihr vor, um das zu erreichen?
Wir versuchen, die besten unserer Mitglieder zu selektionieren und sie mit viel Training bis zur Spitze zu führen. Das ist natürlich ein langer Prozess. Manchmal schadet es aber nicht, wenn man mal wieder vom hohen Ross runterkommt und schätzt, was man hat.

Ihr habt drei Wünsche frei – wie setzt Ihr sie ein?
Wir wünschen uns einen Sechser im Lotto – weil Pferde sehr teuer sind; weniger kalte Winter – weil wir meist draussen trainieren, und natürlich möglichst wenig Verletzungen.

www.voltige-toesstal.ch

Die Mitglieder des Voltige-Reitvereins. (Der Landbote)

Erstellt: 15.12.2017, 14:42 Uhr

Der Reitverein Tösstal bei einem Turniereinsatz in Biel.

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