Weisslingen

Der Kanton legt den Weiher tiefer

Der Brauiweiher bei Weisslingen darf den Ort nicht gefährden. Deshalb verbessert der Kanton den Damm und senkt die Wasseroberfläche um zehn Zentimeter.

Der Damm des Brauiweihers (links im Bild, hinter dem Schilf) an der Illnauerstrasse soll höher und breiter werden.

Der Damm des Brauiweihers (links im Bild, hinter dem Schilf) an der Illnauerstrasse soll höher und breiter werden. Bild: Marc Dahinden

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FKK-Szene und wuchernde Wasserpflanzen: Der Brauiweiher bei Weisslingen ist in der Vergangenheit immer mal wieder in die Schlagzeilen geraten. Nacktbader gibt es dort jedoch keine mehr. Und das Quirlige Tausendblatt, das sich im Weiher ausbreitet, kann mittlerweile ungehindert wachsen. Denn Kanton und Gemeinde haben im Frühling 2018 mitgeteilt, dass sie den Untergrund nicht mehr mähen und das Verlanden des Weihers in Kauf nehmen. Erholungssuchende müssen sich seitdem damit abfinden, dass sich die bis zu drei Meter langen Pflanzen beim Baden mitunter um ihre Beine schlingen.

Damm überprüft

Trotzdem will der Kanton den Weiher nun sanieren. Der Grund sind jedoch nicht die Wasserpflanzen. Der Damm, der das Gewässer staut, sei mangelhaft, gibt das Amt für Landschaft und Natur (ALN) an. Das habe die jährliche fachtechnische Überprüfung der Stauanlage ergeben.

Zwar war der Weiher ursprünglich ein natürliches Gewässer. Doch 1820 baute die Spinnerei Moos am Ostende einen Damm, sodass sich die Wassermenge erhöhte. Seinen Namen verdankt das Seelein der Brauerei Wagner, die 1885 bis 1930 in Betrieb war. Sie nutzte im Winter das Eis und kühlte damit das Bier im Keller.

Auslauf in der Mitte

Geplant ist, die sogenannte Hochwasserentlastung gegen die Mitte des Dammes hin zu verschieben. Heute gibt es am südlichen Ende beim Wald einen Auslauf.

Es ist ein offener Kanal, der das Wasser aus dem Weiher in den Fürbach leitet. Der Einlauf des Böldbachs liegt gleich daneben. «Das ist für die Wasserzirkulation nicht optimal», sagt Isabelle Rüegg, Sprecherin der kantonalen Baudirektion. Die Hochwasserentlastung soll mit dem Auslauf kombiniert und als Furt, also als eine etwas tiefere Stelle im Damm, ausgebildet werden.

Auch will das ALN den Damm erhöhen und gegen aussen verbreitern, sodass er etwas flacher und stabiler wird. Die Spundwand, die heute nur auf gewissen Abschnitten besteht, soll auf die ganze Länge des Dammes ausgedehnt werden. Die Wand verhindert, dass zu viel Wasser durch den Damm sickert.

Für die Arbeiten, die Ende September beginnen, muss die Wasseroberfläche um rund 30 bis 40 Zentimeter abgesenkt werden. Dies soll langsam und kontrolliert über ein bestehendes Rohr am Grund des Weihers geschehen, wie es in einer Mitteilung der Gemeinde heisst. «Die Störung der Lebensgemeinschaften kann so relativ gering gehalten werden.»

Bis Ende Jahr fertig

Doch auch nach der Sanierung, die noch in diesem Jahr fertig sein soll, wird der Weiher rund zehn Zentimeter tiefer liegen. Dies ist nötig, damit die Anlage nicht unter das Stauanlagengesetz des Bundes fällt. Denn sonst wären viel umfassendere bauliche Massnahmen nötig.

Der Brauiweiher liegt in einem Naturschutzgebiet von überkommunaler Bedeutung. Baden ist nur im östlichen Teil erlaubt. Dort befindet sich auch eine Liegewiese und im Sommer ein WC-Häuschen.

Erstellt: 10.09.2019, 16:30 Uhr

Sanierung Brauiweiher Weisslingen

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