Illnau-Effretikon

Die Eisenbahn-Fans haben ihre eigene Welt erschaffen

Am Samstag öffnen die Eisenbahn-Freunde in Illnau ihr Vereinslokal für die Bevölkerung.

Vereinspräsident Reto Strassmann vor einem Streckenabschmitt des Modell-Bahnnetzes.

Vereinspräsident Reto Strassmann vor einem Streckenabschmitt des Modell-Bahnnetzes. Bild: Enzo Lopardo

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Die schwarze Dampflok tuckert um die Kurve, schnauft und schnaubt, dann verschwindet sie im Tunnel. Daneben steht die Kirche von Wassen. Auf dem Hügel über dem Tunnel thront eine Burg. Es ist die Burg Falkenstein im österreichischen Kärnten. «Sie hat einfach dorthin gepasst», sagt Strassmann.

Der 40-jährige Strassmann ist Präsident der Eisenbahn-Freunde Illnau-Effretikon. Er gehört zu den jüngeren Vereinsmitgliedern. Die Dampflok, der Tunnel, die Kirche und die Burg sind eine Miniaturausgabe der echten Vorbilder. Und die Lok lässt sich heute digital steuern, auch die Geräusche, die sie von sich gibt, können mittels eines digitalen Steuergeräts ausgewählt werden.

Fotos von alten Loks

Strassmann steht im Vereinslokal, es befindet sich im Keller des Feuerwehrgebäudes in Illnau. Dass sich hier Eisenbahnfans regelmässig treffen, ist unverkennbar. An den Wänden hängen Fotos von Loks, alte Werbeplakate der SBB und sogar eine Anzeigetafel, die am HB Zürich einst die Abfahrt eines Schnellzugs nach Mailand ankündigte.

Die Besucherin entdeckt auch auf der Modellanlage bei näherem Hinsehen immer mehr Details: Ein Mann mit erhobenen Händen hält einen Militärtransporter an. Zwei andere Männer, vermutlich Geologen, seilen sich an einer Felswand ab, um diese von lockerem Gestein zu befreien. Solche und andere Szenen gibt es zuhauf. Die Vereinsmitglieder haben sie draussen in der Wirklichkeit entdeckt und dann in stundenlanger Feinarbeit nachgebildet.

Einmal im Monat fahren die Züge

«Was wir bauen, entscheiden wir relativ frei», sagt Strassmann. Vom Platz her sei man beschränkt, das Schienennetz liesse sich nicht mehr beliebig erweitern. Doch es gibt an einigen Orten beispielsweise noch Gras zu «pflanzen» oder Strassen mit den entsprechenden Schildern fertig zu «asphaltieren» und Fussgängerstreifen zu malen.

Seit 29 Jahren gibt es den Verein schon. Von den 19 männlichen und zwei weiblichen Mitgliedern im Alter zwischen 32 und 76 Jahren sind etwa acht regelmässig aktiv. Die Männer treffen sich donnerstags, um an ihren Eisenbahnlandschaften zu bauen. Dafür haben sie vor Ort auch eine Werkbank. Am letzten Donnerstag im Monat lassen sie ihre Züge dann fahren. Wobei jedes Mitglied seine eigenen Loks und Waggons mitnimmt.

Lastwagen-Leidenschaft

Strassmann, der als vierjähriger Bub schon mit Märklin-Modelleisenbahnen spielte, hat noch eine weitere Leidenschaft: Lastwagen. Ausgefallene Modelle, die er abgebildet sieht, baut er mit Leidenschaft nach. So etwa einen blauen Stahlträgertransporter, der jetzt auf einem Platz in einer Miniatur-Stadt steht.

Am kommenden Samstag gewähren die Vereinsmitglieder einen Einblick in ihre Welt. Zwischen 10 und 16 Uhr öffnen sie an der Länggstrasse 23 in Illnau ihre Tore. Es gibt auch eine Elektro-Eisenbahn für Kinder.

Erstellt: 10.11.2019, 17:32 Uhr

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