Illnau-Effretikon

Die SVP fliegt aus der Regierung

Die Grünliberalen schaffen den Einzug in die Illnau-Effretiker Regierung. Dafür muss die SVP alle ihre drei Sitze räumen. SP und FDP verteidigen ihre.

Sie werden Illnau-Effretikon in den nächsten vier Jahren regieren: Samuel Wüst (SP), Salome Wyss (SP), Erika Klossner (FDP), Ueli Müller (SP),  Philipp Wespi (FDP), Marco Nuzzi (FDP), Erik Schmausser (GLP) (v.l.).

Sie werden Illnau-Effretikon in den nächsten vier Jahren regieren: Samuel Wüst (SP), Salome Wyss (SP), Erika Klossner (FDP), Ueli Müller (SP), Philipp Wespi (FDP), Marco Nuzzi (FDP), Erik Schmausser (GLP) (v.l.). Bild: Madeleine Schoder

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Es ist geschehen, was niemand erwartet hatte: Die SVP ist nicht mehr im Illnau-Effretiker Stadtrat vertreten. Thomas Schumacher (SVP), der den frei werdenden Sitz von Hochbauvorstand Reinhard Fürst hätte verteidigen sollen, hat mit seinen 1367 Stimmen nicht mal das absolute Mehr von 1436 erreicht. «Ich freue mich trotzdem über das Resultat», sagte er. Der Kyburger schaffte dafür den Einzug ins Parlament. Für ihn war es wohl noch zu früh. In vier Jahren dürften ihn die Stimmberechtigten besser kennen.

«Ich freue mich trotzdem über das Resultat.»Thomas Schumacher, SVP

Auch Gesundheitsvorstand Mathias Ottiger (SVP, 1414) schaffte die Hürde des absoluten Mehrs nicht. «Dass der Stadtrat von neun auf sieben Mitglieder reduziert wurde, hat es für uns zusätzlich schwierig gemacht», sagte er. Auch habe ihm wohl der Ausschluss von Gemeinderat Heinrich von Bassewitz aus der Partei geschadet. Dieser hatte bei der Stadtratswahl keine Chance.

Gewählt, aber überzählig

Tiefbauvorstand Urs Weiss (SVP) wäre mit 1614 Stimmen zwar gewählt worden, schied als Überzähliger aber aus. Entsprechend gross war seine Enttäuschung: «Das habe ich überhaupt nicht erwartet.» Er räumte ein, «dass die SVP neue Themen finden muss, um zu überzeugen». Seine Abwahl überrascht. Denn er gilt als sehr gemässigtes SVP-Mitglied.

Lang ersehnter Sitz

Jubeln darf die Mitte und mit ihr Erik Schmausser (GLP). Er hat mit 1853 Stimmen den lang ersehnten Sitz zurückerobern können. «Ich war zwar sehr optimistisch», sagte er, «dachte aber, es wird knapp.» Vor vier Jahren blieb der Angriff der GLP auf einen Stadtratssitz noch erfolglos. Schmausser hatte wohl nicht nur die Grünen, die CVP und EVP hinter sich, sondern auch einige der bürgerlichen Wähler.

«Das habe ich überhaupt nicht erwartet.»Urs Weiss, SVP

Mit 2682 Stimmen das beste Resultat erzielte wie schon vor vier Jahren Stadtpräsident Ueli Müller (SP). Er bleibt auch Stadtpräsident und schaffte dort das absolute Mehr von 1506 ebenfalls problemlos. Nach ihm folgt Philipp Wespi, der altershalber von den Jungliberalen zur FDP übergetreten ist. Er konnte kurz vor der Wahl noch ein sehr gutes Rechnungsergebnis als Finanzvorstand präsentieren. Den dritten Platz belegt Marco Nuzzi (FDP). Er ist erst 2017 als Nachfolger des tödlich verunglückten André Bättig in den Stadtrat gewählt worden. Überraschend gut schnitt die bisherige SP-Kandidatin Salome Wyss ab. Die Wählerinnen und Wähler belohnen die Sicherheitsvorsteherin offenbar für die vor allem im Hintergrund geleistete Arbeit. Nach Wyss folgt Erika Klossner, das Schlusslicht bildet wie schon 2014 Samuel Wüst. Als Sozialvorstand kann er wegen der hohen Kosten in seinem Ressort kaum punkten.

Die politischen Kräfte in der Regierung verschieben sich somit nach links: Statt sechs Sitze halten die Bürgerlichen nur noch deren drei. Dafür zieht die GLP ein. Ähnlich aufgestellt war der Stadtrat letztmals 2010.

(Landbote)

Erstellt: 16.04.2018, 08:20 Uhr

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