Lindau

Ein Grossanlass fordert den Verein heraus

Am 26. und 27. Mai findet an fünf Orten im Kanton der Jugendsporttag statt. In Grafstal müssen die Turner Weitsprunganlagen bauen.

1200 Kinder und Jugendliche werden sich im Mai auf dem Sportplatz in Grafstal messen. Hier kämpfen die Grafstaler am Turn-, Spiel- und Stafettentag auf dem Deutweg in Winterthur.

1200 Kinder und Jugendliche werden sich im Mai auf dem Sportplatz in Grafstal messen. Hier kämpfen die Grafstaler am Turn-, Spiel- und Stafettentag auf dem Deutweg in Winterthur. Bild: pd

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Sie haben ein stattliches Alter, die Turnvereine Grafstal. Turn- und Damenturnverein werden nächstes Jahr 130. Damit gehören sie zu den ältesten Turnvereinen des Kantons Zürich. Doch das ist nicht der Grund, weshalb sie in diesem Jahr für den Zürcher Turnverband den Kantonalen Jugendsporttag organisieren, wie Heinz Peier, Mitglied des Organisationskomitees (OK), sagt.

Anlässlich ihres 125-Jahr-Jubiläums vor vier Jahren reisten 65 Mitglieder während einer Woche durch die Schweiz – schwimmend, wandernd, Velo fahrend und inlineskatend. Rund 80 Fahrräder hatten sie dabei und am Ende Tränen in den Augen, «weil die Woche so fantastisch war», wie Peier sagt.

Daraus schlossen sie: «Wenn wir eine solche Reise schaffen, dann schaffen wir es auch, einen Grosswettkampf zu organisieren.»

«Es waren vor allem die Jungen, die gesagt haben: Wir machen es.»

Der Kantonale Jugendsporttag hat zwar nicht die Ausmasse eines Kantonalturnfests, dessen Organisation ist für die Turnvereine Grafstal aber ein Kraftakt. «Wir haben keine so grosse Infrastruktur», sagt Peier. Und einen derartigen Grossanlass hätten sie in den 80er-Jahren zum letzten Mal organisiert.

Doch der Verband habe immer mehr Mühe, genügend Veranstalter zu finden. «Und bei uns waren es vor allem die Jungen, die gesagt haben: Wir machen es.»

Der Kantonale Jugendsporttag findet am Wochenende vom 26. und 27. Mai an fünf verschiedenen Austragungsorten im Kanton statt. Neben Grafstal organisieren ihn auch Marthalen, Pfungen, Räterschen und Wetzikon. Gesamthaft nehmen rund 7000 Kinder zwischen 6 bis 16 Jahren teil. Grafstal erwartet über 1200.

Zum Vergleich: Am Kantonalturnfest im vergangenen Sommer im Tösstal waren es 12 500 Turnerinnen und Turner. Für die Grafstaler gehört etwa der Bau weiterer Weitsprunganlagen zu den Herausforderungen. «Denn wir haben nur eine», sagt Peier. Drei bis vier sind aber nötig. «Also müssen wir mit dem Bagger weitere Löcher schaufeln.»

Austragungsort frei wählbar

Auf dem Sportplatz und in der Turnhalle werden die jungen Menschen zu verschiedenen Einzel- und Gruppenwettkämpfen antreten. Und zwar in den Disziplinen Leichtathletik, Fitness, Geräteturnen, Spiel und Stafetten. An den Nachmittagen stehen Jägerball, Linienball, Korbball und Stafetten im Vordergrund. Die Teilnehmer können selbst bestimmen, an welchem Austragungsort sie antreten.

«Der Sporttag ist ein Highlight im Leben eines Turnerkindes», sagt Peier. Manch Profiturner habe einst in der Jugendriege angefangen. Früher wurde der Anlass als getrennter Jugend- und Mädchenriegentag ausgetragen. Erst seit ein paar Jahren ist er ein gemischter Grossanlass.

In Grafstal hat das 19-köpfige OK seine Arbeit im vergangenen Dezember aufgenommen. Eine Betreuungsperson des kantonalen Verbandes hilft ihm. Derzeit sind die Organisatoren daran, Sponsoren zu suchen und die Wettkampfanlagen definitiv zu planen. Auch müssen sie die Konzepte für die Sicherheit und den Verkehr fertigstellen.

Die beiden Vereine rechnen mit einem Budget von 80 000 Franken. Am Ende soll laut OK-Mitglied Peier ein «schöner Gewinn» für die Vereinskasse übrig bleiben. Rund 200 Helfer und Helferinnen werden pro Tag im Einsatz stehen.

(Der Landbote)

Erstellt: 08.02.2018, 18:35 Uhr

Im Gasthof Frieden von elf Männern gegründet

Am 2. Juni 1889 versammelten sich im Gasthof Frieden in Grafstal elf junge Männer und beschlossen, «behufs Förderung des Turnens» einen Turnverein zu gründen. So stand es in der Jubiläumsschrift zum 100-Jahr- Jubiläum des Vereins.

Das Präsidium übernahm der damalige Lehrer August Zuppinger. Am Gründungstag habe man auch die Bussen festgelegt, heisst es weiter. Besonders streng sei man bei der Pünktlichkeit gewesen. So mussten solche, die bis zu 15 Minuten zu spät kamen, fünf Rappen zahlen. Bis zu einer halben Stunde waren es zehn Rappen und bei unentschuldigtem Wegbleiben 50 Rappen.

Verliess ein Turner das Gerät während einer Übung, musste er 20 Rappen zahlen. Der Austritt kostete gar fünf Franken. Heute haben Turn- und Damenturnverein 470 Mitglieder, 143 sind Kinder und Jugendliche.

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