Zell

Energiefirma bietet Zell 1,2 Millionen

Die Eduard Steiner AG will der Gemeinde Zell ein Grundstück abkaufen. Bisher nutzte die Firma das Land im Baurecht. Den geplanten Landkauf sieht die Geschäftsleitung als Bekenntnis zum Standort Rikon.

Finanz- und Personalleiter Beat Stolz (links) mit Geschäftsführer Michael Eichenberger auf dem Firmengelände in Rikon. Foto: Marc Dahinden

Finanz- und Personalleiter Beat Stolz (links) mit Geschäftsführer Michael Eichenberger auf dem Firmengelände in Rikon. Foto: Marc Dahinden

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Die beiden Hochspannungsmasten auf dem Werkhof der Eduard Steiner AG sehen etwas verloren aus. Ihre Leitungen führen nicht wie gewohnt in die Ferne, sie hängen wie Wäscheleinen zwischen den Masten und enden dort. Es ist eine Trainingsanlage. Hier üben Monteure der Eduard Steiner AG die Wartung und den Bau von Hochspannungsleitungen. Mit dem Leitungsbau hat die Firma schon vor bald hundert Jahren angefangen. Inzwischen ist sie breiter aufgestellt: Sie baut auch Fahrleitungen für die Bahn, schützt Freileitungsmasten vor Rost, verlegt Kabel und installiert etwa in Winterthur die Weihnachtsbeleuchtung.

Der Geschäftsführer Michael Eichenberger und der Finanz- und Personalleiter Beat Stolz führen übers Firmengelände im Schöntal in Rikon, um zu zeigen, was die Firma auf dem Gelände macht. Das Land in Rikon gehört der Gemeinde Zell. 1989 hat die Gemeindeversammlung beschlossen, es per Baurechtsvertrag an die Eduard Steiner AG abzutreten, für die Dauer von 50 Jahren. Der aktuelle Baurechtsszins beträgt 30456 Franken.

Die Firma will allerdings nicht warten, bis der Vertrag ausläuft und hat der Gemeinde einen Kauf vorgeschlagen. Der Gemeinderat unterstützt das Anliegen: An der Gemeindeversammlung vom 2. Dezember stellt er deshalb den Antrag, das Land zu verkaufen. Die Energiedienstleistungsfirma bietet gut 1,2 Millionen Franken für die 3615 Quadratmeter grosse Parzelle.

Ideale Platzverhältnisse

Die Eduard Steiner AG will vor allem aus zwei Gründen kaufen, wie Geschäftsführer Michael Eichenberger sagt. Einerseits sei es aufgrund der tiefen Zinsen derzeit attraktiv, zu investieren. Andererseits stelle sich die Firma neu auf und wolle am Standort in Rikon ausbauen. Im September sei hier im Schöntal ein weiteres Gebäude hinzugekommen. Zudem werde in Lenzburg ein Werkhof abgebaut und Material nach Rikon verlegt.

Es habe sich herausgestellt, dass ein Standort in der Deutschschweiz ausreiche. Lenzburg wäre zwar zentraler gewesen, in Rikon habe man aber ideale Platzverhältnisse.

«Der Preis ist fair für beide Seiten.»Michael Eichenberger, Geschäftsführer Eduard Steiner AG

Die Firma führt hier einen Werkhof mit einigen Büroarbeitsplätzen und einem grossen Aussenplatz. Dieser ist vor allem im Winter nötig, wenn die Monteure von ihren Einsätzen mit viel Material zurückkommen. Die Baueinsätze sind über die ganze Schweiz verteilt und dauern meist mehrere Wochen. Über ein spektakuläres Projekt berichtete der «Landbote» im Juli 2016. Die Firma baute eine Starkstromleitung beim Stausee Emosson im Wallis. Die Zeller Firma musste die Masten dabei teilweise per Helikopter in eine Felswand setzen.

Die Eduard Steiner AG beschäftigt insgesamt 120 Personen, wie Personalchef Beat Stolz sagt. Ein Grossteil davon sind Ausländer auf Montage. Es seien körperlich strenge Arbeiten, mit Einsätzen an verschiedenen Orten, auch mal abgelegen im Gebirge. So müssen die Monteure auf Masten klettern und diese von Rost befreien. «Es lassen sich kaum Schweizer finden, die das machen.» Zudem fehle es an qualifiziertem Personal, etwa an Netzelektrikern. Auf der Internetseite sind momentan deshalb mehrere Stellen ausgeschrieben.

Lob an die Gemeinde

Die Firma führt im Tessin einen weiteren Werkhof. Zudem verfügt sie in der Westschweiz und in Lenzburg über Büros. Im Werkhof in Rikon arbeiten meist rund zehn Personen, es hat im oberen Stockwerk mehrere Büros. Wobei die Bauleiter immer wieder unterwegs sind, um Baustellen zu besichtigen. Auf dem Firmengelände lagern derzeit zum Beispiel Pickup-Fahrzeuge, Montagewinden, die Winterthurer Weihnachtsbeleuchtung, Kabel- und Seilzugmaschinen, die Stahlseile mit einer Kraft von bis zu 14 Tonnen ziehen können.

Die beiden Mitglieder der Geschäftsleitung loben auf dem Rundgang die Zusammenarbeit mit der Gemeinde Zell. Man habe ihr Anliegen rasch aufgenommen. «Wir fühlen uns hier gut betreut.» Nur mit dem Preis hätte man ihrer Meinung nach etwas entgegenkommen können. Immerhin sei die Firma seit 1991 in Rikon und biete in der Gemeinde Arbeitsplätze. Die 1,2 Millionen Franken beruhen laut Weisung auf einer Schätzung der Zürcher Kantonalbank. «Das ist sicher fair für beide Seiten», sagt Michael Eichenberger.

Erstellt: 07.11.2019, 18:07 Uhr

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