Wila

Gemeinderat setzt auf digitale Vernetzung

Trotz finanziellem Druck zahlt die Gemeinde knapp 7000 Franken jährlich für einen digitalen Dorfplatz.

Der «Dorfplatz» in Wila ist neu digital erreichbar.

Der «Dorfplatz» in Wila ist neu digital erreichbar. Bild: Marc Dahinden

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«Tolles Bild!», schreibt eine Frau unter einen Beitrag auf dem digitalen Dorfplatz Wila. Zu sehen ist eine Dampflok, die über die Tössbrücke donnert. Ein Fotograf hatte es vor einigen Tagen auf der neuen Plattform veröffentlicht. Zwölf Personen haben es mit «Gefällt mir» markiert.

Seit gut einem Monat ist der digitale Dorfplatz in Wila online. Kürzlich hat die Gemeinde das Projekt mit einer Medienmitteilung lanciert. Offizieller Start ist am kommenden Freitag. Das erklärte Ziel des Projekts: «Das Zusammenleben in Wila soll aktiver und attraktiver werden.» Zudem will man das Engagement in der Gemeinde «vereinfachen und weiterentwickeln».

«Wila will sich als vorausdenkende Gemeinde etablieren.»Source

Konkret können Einwohner, Vereine oder Betriebe auf der Internetplattform Beiträge teilen und Diskussionen starten. Ähnlich wie das andernorts schon längst möglich ist, etwa auf Facebook. Nur ist beim digitalen Dorfplatz alles viel lokaler: Zürich statt Kalifornien quasi. Denn Wila bezieht das Angebot von der Firma Crossiety mit Sitz in Thalwil und muss dafür jährlich knapp 7000 Franken bezahlen.

Wila ist nicht die einzige Gemeinde, die mitmacht: Rund zwanzig Gemeinden in der deutschsprachigen Schweiz sind Kunden des Zürcher Start-ups. Einzelne andere setzen hingegen auf ein Produkt eines Mitbewerbers namens 2324.ch, so etwa die Stadt Winterthur.

Nutzer bieten auf solchen Marktplätzen etwa ihr Velo an, starten Umfragen oder laden zum Fondueplausch ein. Oft verbreiten darauf aber auch die Behörden ihre Mitteilungen.

Plattform für das Gewerbe

Sacha Huber, Gemeinderat in Wila, hofft, dass der digitale Marktplatz in der Region eine Dynamik auslöst und andere Gemeinden im Tösstal mitziehen. Kleinere Betriebe könnten auf der neuen Plattform auf sich aufmerksam machen und sich rasch und unkompliziert vernetzen. «Wie früher auf einem traditionellen Marktplatz», sagt Huber. «Es gibt im Tösstal viele, die spannende Nischenprodukte anbieten, aber auf herkömmlichen Kanälen kaum Beachtung finden.» Auch Vereine, die weniger bekannt seien, könnten so ein grösseres Publikum finden.

In Wila ist der finanzielle Druck seit einigen Jahren hoch. Immer wieder betont der Gemeinderat, dass er die Kosten tief halten will. Sacha Huber hält die Ausgaben für einen digitalen Marktplatz für gerechtfertigt. «Wila will sich als vorausdenkende Gemeinde etablieren. Man muss erst säen, bevor man ernten kann.»

Daten bleiben im Land

Moderiert werden die Diskussionen auf dem digitalen Marktplatz von der Firma Crossiety. Mitarbeiter greifen ein, wenn Beiträge unangemessen sind oder wenn Firmen allzu plakativ Werbung schalten, wie Joel Singh von Crossiety sagt. «Die Beiträge müssen einen lokal relevanten Bezug haben.» Nutzern werde auch nicht angezeigt, was Trump twittert. «Wir bauen eine lokale Mauer.» Im Gegensatz zu Facebook würden die Nutzerdaten zudem nicht weitergegeben oder analysiert. Ziel der Firma sei es, lokal die grösste digitale Reichweite zu erzielen.

Erstellt: 05.02.2019, 05:57 Uhr

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