Russikon

Grosse Pläne für Russikons Zentrum

Eine neue Überbauung soll das Dorfzentrum aufwerten – so der Plan des Gemeinderats. Nach langer Planung liegt jetzt ein Richtprojekt vor.

Entlang des Dorfbachs sind mehrere neue Gebäude geplant.

Entlang des Dorfbachs sind mehrere neue Gebäude geplant. Bild: zvg/Juliana Mitreska

Feedback

Tragen Sie mit Hinweisen zu diesem Artikel bei oder melden Sie uns Fehler.

Langsam nimmt die Russiker Zentrumsüberbauung Gestalt an – zumindest auf dem Reissbrett. Im Laufe des vergangenen Jahres haben die Eigentümer des Areals gemeinsam ein Richtprojekt entwickelt.

Grundeigentümer sind neben der Gemeinde die Dorfgenossenschaft Russikon und eine Erbengemeinschaft. Das Richtprojekt soll als Grundlage für einen privaten Gestaltungsplan dienen. Bei einer Infoveranstaltung Anfang September wird der aktuelle Stand der Planung der Bevölkerung präsentiert.

Futurafrosch am überzeugendsten

Was mit dem Areal zwischen dem Dorfbach und der Dorfstrasse geschehen soll, wird in der Gemeinde schon seit Jahren diskutiert. Eine erste konkrete Vision entstand 2015, als die Gemeinde eine Testplanung durchführen liess. Verschiedene Planerteams wurden eingeladen, um Ideen für die Zukunft des Russiker Dorfzentrums zu entwickeln. Das Areal der geplanten Zentrumsüberbauung war eines von vier untersuchten Gebieten.

«Das Konzept nimmt Rücksicht auf die gewachsene Struktur des Dorfzentrums.»

Das Ergebnis der Testplanung stellte die Gemeinde im Januar 2016 der Öffentlichkeit vor. «Die Arbeit des Zürcher Teams Futurafrosch hat uns am meisten überzeugt», sagt der Russiker Bausekretär Lukas Weilenmann. Darum habe man Futurafrosch auch bei der Ausarbeitung des Richtprojekts beigezogen. «Ihr Konzept nimmt Rücksicht auf die gewachsene Struktur des Dorfzentrums.»

Vorgesehen sind mehrere neue Gebäude, die sich von Grösse und Form her an den benachbarten Häusern orientieren – drei- bis viergeschossig, mit zur Kernzone passenden Satteldächern.

Während die bestehende Häuserzeile entlang der Dorfstrasse weitgehend unverändert bliebe, würden die Neubauten vor allem auf der Nordseite des Areals entstehen, entlang des Fusswegs neben dem kürzlich renaturierten Dorfbach. So entstünde zwischen den neuen und bestehenden Gebäuden ein halbprivater Aussenraum, der den Bewohnern als Garten oder Sitzplatz dienen soll.

«Wir hoffen, die neue Überbauung etwas zu beleben. Aber wir müssen realistisch sein»

Die Gebäude sollen untereinander durch eine Tiefgarage verbunden werden, mit Einfahrt von der Poststrasse her. «Ob es darin auch öffentliche Parkplätze geben wird, ist noch offen», sagt Weilenmann. Der Gemeinderat hat dieses Jahr mit der Erarbeitung eines neuen Parkierungskonzepts im Dorfzentrum begonnen. Eine erste öffentliche Umfrage hat allerdings ergeben, dass es kaum Bedarf für zusätzliche Autoabstell­flächen gebe.

Zudem würden Parkplätze an der Oberfläche durchaus Vorteile bieten, sagt Weilenmann. «Diejenigen beim Dorfladen zum Beispiel sollten bestehen bleiben. Der Laden lebt vom Durchgangsverkehr und braucht diese Parkierungsmöglichkeiten direkt vor dem Eingang.»

Die neuen Gebäude sollen grösstenteils Wohnungen enthalten. Im Richtprojekt sind etwa 60 neue Wohnungen vorgesehen. Publikumsorientierte Räume wie Gewerbeflächen oder ein neuer Standort für die die Gemeinde- und Schulbibliothek soll es nur an zwei Standorten geben, beim heutigen Dorfladen und im Bereich der Berggasse. «Wir hoffen, damit die neue Überbauung etwas zu beleben. Aber wir müssen realistisch sein», sagt Weilenmann. Schon heute seien Gewerbeflächen in einem Dorf wie Russikon schwer zu vermieten. «Es gibt nur wenig Potenzial für Gewerbe in der Überbauung.»

Baustart frühestens 2022

Ob die Gemeinde bei der Zentrumsüberbauung selber als Bauherrin auftritt, sei noch nicht sicher. «Eigentlich ist es nicht die Aufgabe der Gemeinde, Wohnraum zu bauen», sagt Weilenmann. Man könnte das Grundstück stattdessen an einen Investor verkaufen. «Dank den verbindlichen Vorgaben des Gestaltungsplans können wir aber sicherstellen, dass die Entwicklung des Dorfzentrums in unserem Sinne geschieht.»

Bis die Bauarbeiten beginnen, wird es jedenfalls noch eine Weile dauern. «Da wir zuerst den Quartierplan abwarten müssen, wird die Gemeindeversammlung den Gestaltungsplan wohl nicht vor 2021 bewilligen können», sagt Weilenmann. Somit könnten frühestens 2022 die Bagger auffahren.

Am Montag, 4. September, findet um 19 Uhr in der Mehrzweckhalle Riedhus eine Infoveranstaltung statt. Der Gemeinderat wird über den Gestaltungsplan für die Zentrumsüberbauun und über die BZO-Revision orientieren.

(Der Landbote)

Erstellt: 10.08.2017, 16:12 Uhr

Etwas gesehen, etwas geschehen?

Haben Sie etwas Spannendes gesehen oder gehört?
Schicken Sie uns ihr Bild oder Video per E-Mail an webredaktion@landbote.ch oder informieren Sie uns telefonisch unter der Nummer 052 266 99 85. Mehr...

Inserieren

Anzeigen online aufgeben
Inserate einfach online aufgaben

Kommentare

Blogs

Salzkammergut Weltbekannt dank «weissem Gold»

Kinderbuch Der Krimiautor und sein Engel

Werbung

KIWI

Kiwi Kinos Winterthur