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Jugendliche helfen Senioren

Seit rund einem halben Jahr hat Weisslingen wieder eine Jugendarbeit. Das freut nicht nur die Jugendlichen, sondern auch die örtliche Pro Senectute, die nun eine Partnerin für das Projekt Sackgeldbörse hat.

Das Projekt Sackgeldbörse sei für alle ein Gewinn, stellen Jugendarbeiterin Nadine Kaufmann, Eliane Graf und Anita Rufener (v. l.) fest.
Das Projekt Sackgeldbörse sei für alle ein Gewinn, stellen Jugendarbeiterin Nadine Kaufmann, Eliane Graf und Anita Rufener (v. l.) fest.
Marc Dahinden

Aus dem Büro der Weisslinger Jugendarbeit ist ein Stimmengewirr zu hören. Eine Gruppe von Jugendlichen diskutiert angeregt, die Köpfe zusammengesteckt. Nadine Kaufmann hört ihnen aufmerksam zu, gibt ab und zu Ratschläge oder beantwortet Fragen. Schnell merkt man, dass die Jugendlichen hier viel selber erarbeiten. «Mir ist es wichtig, dass die Jugendlichen miteinbezogen werden», sagt die Jugendarbeiterin. Die neue Jugendarbeit, die seit rund einem halben Jahr läuft, setzt grossen Wert auf Partizipation.

Für Kaufmann ist klar, dass ihre Arbeit in einem Dorf wie Weisslingen von grosser Bedeutung ist. Die Adoleszenz sei eine Lebensphase mit vielen Herausforderungen, in der die Jugendlichen besondere Bedürfnisse hätten. Diesen werde im normalen Dorfalltag oft zu wenig Rechnung getragen. Für die Kinder gebe es beispielsweise Muki-Turnen, für die Erwachsenen andere Aktivitäten. «Die Jugendlichen fallen da oft zwischen Stühle und Bänke.» Kaufmann ist sich sicher, dass sich die Weisslinger Jugendlichen durch die Jugendarbeit auch eher mit dem Dorf identifizieren können. Momentan gibt es für die jungen Weisslinger neben Angeboten wie Midnightsports, Kinoabenden oder Partys auch ein Projekt, das die älteste Generation mit den Jungen zusammenbringen soll: die Sackgeldbörse.

Lang gehegtes Herzensprojekt

Das Projekt Sackgeldbörse ist schon seit über sechs Jahren eine Herzensangelegenheit für Anita Rufener, Ortsvertretungsleitung der Pro Senectute in Weisslingen. Bisher fehlte ihr aber innerhalb der Gemeinde eine Partnerin. Diese hat sie nun in Kaufmann gefunden. Die Idee: Jugendliche unterstützen Senioren im Alltag und erhalten dafür einen Sackgeldzustupf. «Eine Win-win-Situation für beide Seiten», ist sich Rufener sicher. Die älteren Menschen erhalten Unterstützung, beispielsweise bei der Arbeit in Haus und Garten oder im Umgang mit dem «Feind» Technik. Für die Jugendlichen seien die Treffen zugleich ein Übungsfeld, in dem sie für ihren zukünftigen Berufsalltag lernen können. Dabei werden sie von Kaufmann unterstützt und angeleitet: «Die Jugendlichen werden nicht einfach ins kalte Wasser geworfen.»

«Eine Win-win-Situation für beide Seiten»

Die 15-jährige Eliane Graf ist eine der Jugendlichen, die schon mehrere Einsätze im Rahmen der Sackgeldbörse geleistet haben. Vor ihrem ersten Einsatz war sie zwar nervös, aber das legte sich schnell. Angst davor, einer fremden Person nahezukommen, hatte sie aber nie. «In Wislig ist man sowieso nie richtig fremd», sagt Eliane überzeugt. Ihr gehe es bei ihren Einsätzen auch nicht nur ums Geld, sondern auch darum, helfen zu können mit etwas, was sie im Gegensatz zu den Senioren gut beherrscht.

Gegenseitige Toleranz fördern

Im Moment steckt die Sackgeldbörse noch in den Kinderschuhen. Bisher haben sich mehr Jugendliche als Senioren angemeldet. Für Rufener liegt das vor allem daran, dass die Nachbar­schaftshilfe in Weisslingen so gut funktioniert. Und auch wenn bisher erst vier Einsätze zustande kamen, sind Kaufmann und Rufener trotzdem überzeugt, dass das Projekt seine Mühe wert ist. Es helfe nämlich, gegenseitige Vorurteile abzubauen, und fördere die gegenseitige Toleranz und Akzeptanz. Ihr Baby brauche jetzt einfach noch Zeit, um zu wachsen und in der Gemeinde bekannter zu werden.

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