Lindau

Kampfwahl für den Gemeinderat

Urs Vescoli will in den Lindauer Gemeinderat. Er tritt als Sprengkandidat gegen die sechs Bisherigen an.

Urs Vescoli kandidiert für den Lindauer Gemeinderat.

Urs Vescoli kandidiert für den Lindauer Gemeinderat. Bild: zvg

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Die Gesamterneuerungswahlen in die Gemeindebehörden von Lindau werden spannend. Am 4. März kandidiert neben den Bisherigen – je zwei FDP, SP und SVP – der parteilose Urs Vescoli «Jetzt haben die Lindauer eine Auswahl. Das ist, was ich mir eigentlich wünsche», sagt Gemeindepräsident Bernard Hosang (FDP) zur Kandidatur Vescolis. Dass alle bisherigen Gemeinderäte wieder kandidieren, ist für Hosang allerdings ein positives Zeichen: «Es läuft ganz gut im Gemeinderat», sagt er.

Parteiloser Kandidat

Vescoli sieht das anders. Seiner Schilderung gemäss gibt es drei Parteien in Lindau. Jede habe um die zwanzig Mitglieder. Also machten 60 Personen die Politik für rund 5500 Einwohner in Lindau. «So geht es nicht weiter. Ich will die Gemeinde wach rütteln.» Vescoli gehört keiner Partei an. Er stehe aber der SVP und der FDP nahe, sagt er.

«So geht es nicht weiter. Ich will die Gemeinde wach rütteln.»Urs Vescoli, 
Parteiloser Kandidat

Im Weiteren führt Vescoli an, dass einer der sechs bisherigen Gemeinderäte erklärt habe, nach zwei Jahren zurücktreten zu wollen. Das verstehe er nicht, sagt Vescoli: «Entweder macht man für eine ganze Legislaturperiode voll mit. Oder man sollte gleich zurücktreten. Worauf wartet die Person noch?»

Dem widerspricht Hosang. Von einem solchen vorzeitigen Rücktritt wisse er nichts: «Wir haben im Gemeinderat ein Vertrauensverhältnis zueinander. Wir würden über einen geplanten Rücktritt offen sprechen», sagt Gemeindepräsident Hosang.

Mit Flyer gegen Umzug

Der neue Kandidat tritt erst seit kurzem in der Gemeindepolitik auf. Seine grosse Leidenschaft ist der Sport. Vescoli war Radrennfahrer und Skeletonfahrer. In dieser Wintersportart machte er sich als Trainer der Schweizer Nationalmannschaft einen Namen. Heute trainiert er den Skeleton-Nachwuchs.

Im Sommer 2016 begann Vescoli seinen Einsatz gegen den Umzug der Gemeindeverwaltung Lindau in eine gemietete Liegenschaft. Es handelt sich dabei um das Gewerbezentrum Dreispitz in Tagelswangen. Der Gemeinderat machte eine Umfrage, bevor er die Vorlage zur Abstimmung brachte. «Die Behörde hat dieErgebnisse einseitig ausgelegt», sagt Vescoli. Der Gemeinderat habe eine zu starke Zustimmung aus der Umfrage herausgelesen.

Diesen November lehnten die Lindauer den Umzug in einer Urnenabstimmung deutlich ab. Vescoli hatte auf einem Flyer zu einem Nein gegen die Mietlösung aufgerufen. Bis heute kritisiert der Kandidat sowohl das Vorgehen des Gemeinderats wie auch die Sachvorlage selbst.

Langfristig zahle sich ein eigenes Gemeindehaus aus. Die Mietlösung sei höchstens auf mittlere Frist günstig, argumentiert Vescoli. Überhaupt vermisst er ein unternehmerisches Denken im Gemeinderat: «Wir müssen doch etwas schaffen, das späteren Generationen zugutekommt», sagt Vescoli.

(Der Landbote)

Erstellt: 29.12.2017, 17:47 Uhr

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