Illnau-Effretikon

«Kinder lernen am besten – je früher, desto besser»

Im nächsten Herbst startet das Projekt «Fit für den Kindergarten». Die Stadt will damit die Eltern unterstützen.

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Malen, Basteln, Spielen: Die Möglichkeiten, sich im Kindergarten zu verweilen, scheinen fast unbegrenzt. Doch um sich kreativ entfalten zu können, fehlt es manchen Kindern an den «nötigen Fertigkeiten», wie es in einer Medienmitteilung der Stadt Illnau-Effretikon heisst. Darum hat eine Projektgruppe ein Frühförderungsprojekt unter dem Motto «Fit für den Kindergarten» entwickelt. «Es geht uns darum, die Eltern mit ins Boot zu holen», sagt Bildungsvorsteherin Erika Klossner. Sie hat die Leitung des Projektes übernommen. Im nächsten Herbst soll mit der Frühförderung gestartet werden. Dafür hat der Stadtrat einen jährlich wiederkehrenden Kredit von 34 000 Franken bewilligt. Dass Kindergartenkinder vermehrt Defizite in sozialen und sprachlichen Bereichen hätten, sei aber nicht bloss in Illnau-Effretikon der Fall. «Auch Winterthur, Basel oder Bern haben solche Projekte», sagt Klossner. Es sei allerdings vor allem ein städtisches Phänomen. «In den Dörfern lebt man viel vernetzter.» Man kenne die Nachbarn und die Kinder spielen miteinander auf dem Spielplatz. «In den Städten ist das alles viel anonymer.»

Zusammen Rüebli schälen

Durch den Kontakt zu anderen erlernt ein Kind wichtige soziale Fähigkeiten, die es für den Kindergarten benötigt. Genau da möchte das Projekt ansetzen. «Es geht darum, den Eltern zu zeigen, was sie ihren Kindern im Alltag alles mitgeben können», sagt Klossner. Beim gemeinsamen Kochen könne man viel lernen. «Zusammen ein Rüebli zu schälen, ist eine Möglichkeit.» Dabei sollen auch Gespräche geführt werden. «Es ist wichtig, dass man in ganzen korrekten Sätzen mit den Kindern spricht.»

«Es ist wichtig, dass man in korrekten Sätzen mit den Kindern spricht.»Erika Klossner, ?Bildungsvorsteherin

Die Frühförderung findet jeweils an einem Nachmittag pro Woche statt. Zwei Kindergärtnerinnen werden die Gruppen leiten und den Eltern Ideen für die Umsetzung im Alltag liefern. «Das Gelernte soll dann zuhause gefestigt werden.»

Mit dem Projekt wolle man präventiv arbeiten. Ein missglückter Schulstart kann zukunftsweisend für das Leben eines Kindes sein. «Kinder lernen am besten. Je früher, desto besser», sagt Projektleiterin Erika Klossner. So möchte die Stadt sicherstellen, dass alle Kinder unter den gleichen Bedingungen in die Schule starten können.

Ist das früher anders gewesen? Die Lebensumstände der Menschen hätten sich verändert. «Früher hatte man mehr Zeit», sagt Klossner. Ausserdem hätten viele Eltern heute mehr Angst um ihre Schützlinge. «Vor einigen Jahren hat man die Kinder auch einfach mal alleine draussen spielen lassen.»

Herausfinden, wer Bedarf hat

Doch nicht alle Kinder benötigen diese Frühförderung. Als erstes sei es die Aufgabe der Projektleiterinnen, die Eltern mit Unterstützungsbedarf ausfindig zu machen. Bei der Kindergartenanmeldung werden sie einen separaten Fragebogen in verschie- denen Sprachen beilegen. «Dadurch wollen wir herausfinden, wer Bedarf hat», sagt Klossner. Es seien aber nicht bloss Eltern und ihre Kinder an den Unterrichtsnachmittagen willkommen. «In manchen Familien gehört es dazu, dass sich auch die Grosseltern um die Erziehung kümmern.» Primär will Illnau-Effretikon mit den wichtigsten Beziehungspersonen der Kinder zusammen arbeiten.

Ob das Projekt Erfolg haben wird, wird sich noch zeigen. «Natürlich werden wir es stetig verbessern», sagt Klossner. Eine erste umfangreiche Auswertung stehe nach zwei Jahren an. (Landbote)

Erstellt: 17.10.2018, 17:45 Uhr

Erika Klossner, Bildungsvorsteherin (Bild: PD)

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