Illnau-Effretikon

Lernende verpassen dem «Purzelhuus» ein wärmeres Farbkleid

Vor einer Woche haben die Malerlernenden der Firma Schlagenhauf damit begonnen, das Lokal des Elternvereins gratis zu verschönern. Wenn sie fertig sind, werden sie 80 Liter Farbe verarbeitet haben.

Noch ist alles weiss: Moreno Gyger (l.) leitet Ivo Oliveira beim Streichen an.

Noch ist alles weiss: Moreno Gyger (l.) leitet Ivo Oliveira beim Streichen an. Bild: Marc Dahinden

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Moreno Gygers Gesicht ist gesprenkelt. Es sind aber nicht etwa braune Sommersprossen, die sich auf Stirne und Wangen ausbreiten, sondern weisse Farbspritzer. «Die lassen sich mit warmem Wasser und einer körnigen Seife wieder wegrubbeln, also kein Problem», sagt er und lächelt. Der Lehrling im dritten Lehrjahr steht in der kleinen Küche im ersten Stock des «Purzelhuus» in Illnau. Es ist das Vereinslokal des Elternvereins im Ort. Zusammen mit Ivo Oliveira, der seine Malerlehre im vergangenen Sommer begonnen hat, streicht er an diesem Donnerstagnachmittag Decke und Wände mit weisser Dispersionsfarbe.

Beim Voting gewonnen

Sie arbeiten zu zweit. Das ist eher die Ausnahme, denn sonst sind sie zu dritt oder gar zu viert, darunter zwei Frauen. Die Lernenden verschönern im Rahmen des Projekts Mission Kunterbunt der Firma Rolf Schlagenhauf das «Purzelhuus» seit rund einer Woche: Küche, Treppenhaus und den Raum im ersten Stock. Der Verein hatte sich vergangenes Jahr mit einem Video für das Projekt beworben und in einem Online-Voting drei Mitbewerber ausgestochen (Hier gehts zum Artikel).

So bewarb sich das Purzelhaus.

Die Mission Kunterbunt ist ein gemeinnütziges Projekt der Maler- und Gipser-Lernenden der Firma und findet in diesem Jahr zum dritten Mal statt. Die jungen Menschen verschönern ein Objekt, das der Öffentlichkeit dient, kostenlos. Dabei planen sie das Projekt selbst, bestellen das Material und führen auch die Arbeiten in Eigenregie aus. Lernende des dritten Lehrjahres leiten ihre jüngeren Kolleginnen und Kollegen an.

Der 19-jährige Oliveira trägt eine Dächlikappe, Gyger nicht. «Das ist, weil man im ersten Lehrjahr eher noch kleckert», erklärt der 18-jährige Gyger. Oliveira nickt. Es sei effektiv so, dass man mit der fortschreitenden Lehre eher das Gefühl bekomme, wie viel Farbe man nehmen und wie man sie rollen müsse, damit sie weniger tropfe, sagt Aymen Blili, Geschäftsführer Malerarbeiten der Effretiker Filiale. Er ist an diesem Donnerstag ebenfalls vor Ort. Nicht etwa, weil er die jungen Leute überwachen will, sondern wegen des Pressetermins. Beaufsichtigt würden sie vom Vorarbeiter, sagt Blili. Doch auch dieser lässt die Lernenden ihre Aufgaben möglichst selbstständig verrichten.

Farben auf Wasserbasis

In den Räumen riecht es stark nach Farbe. «Doch der Geruch macht uns nichts aus», sagt Gyger. Die Farben seien auf Wasserbasis und enthielten keine Lösungsmittel, würden also weder Augen noch Nase reizen. Speziell an den Räumen sei, dass die Wände mit Holztäfer verkleidet seien. «Das macht die Arbeit einzigartig, denn das trifft man heute nicht mehr so häufig an.»

«Da sich in den Räumen viele Kinder aufhalten, sollten es warme Farben sein»Moreno Gyger, Lernender 

Bevor sie das Täfer aber bemalen können, mussten sie es abschleifen. Das mache er weniger gerne, sagt Gyger. Überhaupt seien die notwendigen Vorarbeiten zahlreich: Bauteile abdecken, die nicht bemalt werden, Holztäfer, Wände und Fenstersimse abschleifen, Löcher und Risse zuspachteln. Und dann endlich können Wände und Decken gestrichen werden.

Am anspruchsvollsten sei es gewesen, das passende Farbkonzept zu finden, erzählt Gyger. Er habe mit einer weiteren Lernenden einen Vorschlag ausgearbeitet. «Da sich in den Räumen viele Kinder aufhalten, sollten es warme Farben sein», sagt er. So wirke auch der Raum, wo etwa die «Chinderhüeti» angeboten werde, grösser und heller. Gelb- und orange-Töne werden darum dominieren. Damit konnte sich auch der Elternverein auf Anhieb anfreunden. Ein Blau an den Schranktüren soll Akzente setzen. Rund 70 bis 80 Liter Farbe werden Ende Woche, wenn die Arbeiten dann fertig sind, vermalt worden sein.

Erstellt: 13.01.2020, 15:08 Uhr

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