Turbenthal

Liebesgrüsse aus Turbenthal

Im Ehriker Beck entsteht derzeit Süsses für den Valentinstag. Confiserie ist aber nur ein Standbein des Familienbetriebs.

Hanna und Andi Hofer führen den Ehriker Beck in dritter Generation.

Hanna und Andi Hofer führen den Ehriker Beck in dritter Generation. Bild: Marc Dahinden

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Das Café im Ehriker Beck in Turbenthal ist am Dienstagmorgen wie so oft gut gefüllt. Was viele Gäste nicht wissen: Im oberen Stockwerk an der Tösstalstrasse wird flüssige Schokolade verarbeitet. Michèle Büchi steckt bereits mitten in den Vorbereitungen für den Valentinstag am 14. Februar. Die Confiseurin rührt in einem Chromstahl-Behälter voller Milchschokolade und taucht dann Vanillebrezelteig hinein.

Michèle Büchi hat im Betrieb ihre Ausbildung gemacht und kreiert als Confiseurin derzeit «Grüessli» und andere Süssigkeiten für den Valentinstag am 14. Februar. Bild: mad

So entstehen Böden für Schoggi-Grüessli à la Ehriker Beck. In der Regel werden diese mit regionalen Sujets bedruckt, etwa mit Bildern der Dampfbahn Zürcher Oberland oder der Kirche Wildberg. Dieser Tage kreiert Michèle Büchi aber auch Liebesgrüsse aus Turbenthal. Aus rotem Marzipan formt sie Rosen und Herzen und platziert diese auf den noch nicht ganz trockenen Schokoladen-Böden.

Ein schwieriger Entscheid

Confiserie ist für den Ehriker Beck schon länger ein wichtiges Standbein, wie Inhaber Andi Hofer sagt. «Wir verkaufen in Turbenthal ziemlich viel Schokolade.» Ein Sprung vorwärts machte der Ehriker Beck, als ein Confiseur vom damals bekannten Café Bosshard in Winterthur zum Team nach Turbenthal wechselte und das Angebot bereicherte.

Früher hat Andi Hofer zudem selbst öfter Schokolade verarbeitet. Auch heute ist Hofer nahezu täglich in der Backstube anzutreffen, die sich weiterhin in Ehrikon befindet. Seine Frau Hanna kümmert sich vor allem um Organisatorisches. Die beiden führen die Bäckerei in dritter Generation. Die Grosseltern von Andi Hofer, Hans und Gertrud Spörri, kauften die Bäckerei in Ehrikon im Jahr 1941.

«Wir bleiben vorsichtig.»Andi Hofer

Einen schwierigen Entscheid fällten Andi und Hanna Hofer im Jahr 2014. Nachdem sie Filialen in Turbenthal (2007) und Russikon (2014) eröffnet hatten, schlossen sie den Verkaufsladen in Ehrikon. Das kam im Dorf nicht bei allen gut an, sogar Unterschriften wurden gesammelt.

Aus wirtschaftlicher Sicht sei der Einschnitt aber richtig gewesen, wie die Hofers heute sagen. Die Produktion sei gut ausgelastet und die Standorte konkurrenzieren sich nicht mehr gegenseitig. Zudem ist in Ehrikon nebst der Produktion auch ein Selbstbedienungsladen geblieben. Vor allem bei Spaziergängern auf dem Freddy Fratzel weg, sei das «Beckestübli» ein beliebter Ort, um eine Pause einzulegen, sagt Andi Hofer. «An schönen Sommertagen ist dort eine halbe Völkerwanderung unterwegs.»

Weitere Umstrukturierungen sind nicht geplant: Mit den zwei Filialen sei eine gute Grösse erreicht, sagt Andi Hofer. «Wir bleiben vorsichtig.» Derzeit beschäftigt der Ehriker Beck rund 50 Teilzeit- und Vollzeitangestellte. Zudem ist der Familie Hofer die Vernetzung in der Region wichtig. So beziehen sie etwa Urdinkel von der Familie Burkhard von der Alp Schnurrberg. Angela Burkhard hat beim Ehriker Beck Bäckerin/Konditorin gelernt, genauso wie auch Confiseurin Michèle Büchi hier einst Lernende war. Sie hat in der Zwischenzeit ein ganzes Blech mit Grüessli belegt. Bis am 14. Februar gibt es aber noch einiges zu tun.

Die ersten Törtchen für den Valentinstag sind bereits bereit. Bild: mad

Erstellt: 14.01.2020, 17:51 Uhr

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