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«Mit den Jahren kommt die Erfahrung»

Fabio Cecchini arbeitet als Geschäftsführer für die Firma Schlagenhauf. Und das seit 25 Jahren. Zeit für ein Zwischenfazit.

Geschäftsführer Fabio Cecchini in seinem Materiallager in Effretikon.
Geschäftsführer Fabio Cecchini in seinem Materiallager in Effretikon.
Johanna Bossart

Wenn Fabio Cecchini von seinen letzten 25 Lebensjahren spricht, kommt er kaum um die Firma Schlagenhauf herum. Fritz Schlagenhauf senior hat diesen Betrieb 1934 als Einzelunternehmung in Meilen gegründet. Mittlerweile ist das Familienunternehmen bereits in den Händen der dritten Generation. Anfänglich beschäftigte es lediglich Maler. Mittlerweile führt es auch Gipser- und Maurerarbeiten, Fassadenisolationen, Fassaden- und Gerüstbauten sowie Gesamtsanierungen durch. Einer davon ist der Malerbetrieb in Effretikon. Dort ist Cecchini seit über 25 Jahren Geschäftsführer. Ruhig und sachlich erzählt er von seinen Anfängen: «Ich habe mich hier direkt nach meiner Ausbildung zum Malermeister beworben. Angefangen habe ich dann im Januar 1992.»

Selektiv und geduldig

Was die grössten Herausforderungen eines Geschäftsführers sind, hat Cecchini schnell gemerkt: «Zuvor erhielt ich die Arbeit von meinem Chef, plötzlich musste ich mich selber darum kümmern.» Auch finanzielle Aspekte kamen dazu: «In den letzten Jahren hat sich in unserer Branche einiges verändert. Die Preise sanken stetig, während alle anderen Kosten stiegen.» Sie hätten dies kompensieren können, indem sie die Effizienz steigerten. Cecchini meint dazu: «Es gibt in jeder Laufbahn Hochs und Tiefs.» Entscheidend sei, ob man sie bewältigen könne. Sein Geheimrezept lautet: «Geduld bewahren. Auch wenn heute alles viel hektischer und schneller abläuft als noch vor 25 Jahren.»

«Es gibt in jeder Laufbahn Hochs und Tiefs.»

Er gibt dann auch geduldig Auskunft über seinen Umgang mit Angestellten: «Ich führe meine Mitarbeiter selektiv. Jeder braucht seinen eigenen Führungsstil.» Cecchini bezeichnet sich als eher ruhigen Menschen. «Das heisst nicht, dass ich nie wütend bin, wenn jemand nicht gehorcht. Aber wenn es soweit kommt, will ich das Problem schnellstmöglich lösen», sagt der Malermeister. «Es ist nicht immer einfach, aber mit der Zeit kommt auch die Erfahrung.»

Viele Grossbaustellen

In seiner Zeit bei der Rolf Schlagenhauf AG hat Cecchini viel erlebt. Auch umziehen musste er bereits, sogar zwei Mal: «Damals wurde die Filiale in Effretikon saniert. Wir haben die gesamte Einrichtung in ein Provisorium geschafft. Und als die Sanierung zwei Jahre später abgeschlossen war, musste alles wieder zurück.» Für den Umzug habe er viele Feierabend- und Wochenendschichten eingelegt.

Während der letzten 25 Jahre hat Cecchini sehr viele Aufträge an Land gezogen. Einer davon ist ihm besonders in Erinnerung geblieben: «Wir durften den gesamten Innenbereich des Rosthaufens in Winterthur streichen.» Dort sei er Jahre zuvor auch in diese Gewerbeschule gegangen. «Es kamen sehr viele Erinnerungen an meiner Ausbildung hoch. Ich habe sogar einen meiner ehemaligen Lehrer getroffen», erinnert sich Cecchini und lächelt.

«Die kleinen und mittelgrossen Aufträge sind dankbarer als die Grossen.»

Die Grossbaustelle war einer der Höhepunkte in seiner Laufbahn. Dabei mag er es eigentlich lieber kleiner: «Die kleinen und mittelgrossen Aufträge sind dankbarer, da sie berechenbarer und mit weniger Planung verbunden sind.» Seine letzte grosse Baustelle war eine Überbauung beim Etzberg-Park in Winterthur, die rund 200 Wohnungen beinhaltet.

Neuer Standort

2016 war Cecchini an der Gründung eines neuen Firmenstandorts für die Maler beteiligt. Dieser steht mittlerweile in Winterthur und untersteht ebenfalls seiner Führung. Die von ihm betreuten Standorte arbeiten eng zusammen: «Wir helfen uns, falls nötig, gegenseitig aus. Unsere Leute werden dort eingesetzt, wo man sie braucht.» Das Schönste am Malerberuf sei, dass man die geleistete Arbeit noch für Jahre erkennen könne: «Es macht mich jedes Mal stolz, wenn ich von uns gestrichene Fassaden sehe, die auch nach Jahren noch gut erhalten sind.»

Stolz sei er auch auf seine Treue zur Schlagenhauf: «Das spricht aber natürlich für beide Parteien. Hätte ich nicht immer so gute Vorgesetzte gehabt, wäre ich kaum so lange geblieben.» So sei er noch nicht einmal der dienstälteste Mitarbeiter: «Es gibt Kollegen auf der gleichen Position, die noch länger mit dabei sind.» Die Firma scheint beliebt zu sein. Nicht zuletzt, da sie 2014 auch den «Swiss Arbeitgeber Award» der mittelgrossen Unternehmen gewonnen hat.

Es wird immer noch sehr viel Wert auf den einzelnen Mitarbeiter oder Kunden gelegt, wie Cecchini sagt. «Am liebsten würde ich nochmals 25 Jahre bleiben», fügt er lachend hinzu.

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