Bauma

Natürli-Manager verliert Stelle während Interview

Der «Landbote» wollte Jean-Luc Ferrazzini zu seinem Start als Geschäftsführer von Pro Zürcher Berggebiet befragen. Doch nach zwanzig Minuten wurde das Gespräch unterbrochen. Ferrazzini musste den Raum verlassen und war kurz darauf nicht mehr Natürli-Manager.

Hier posierte Jean-Luc Ferrazzini noch vor dem Interview für ein Porträtfoto.

Hier posierte Jean-Luc Ferrazzini noch vor dem Interview für ein Porträtfoto. Bild: Natalie Guinand

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Seit Anfang Jahr leitete Jean-Luc Ferrazzini die Geschäftsstelle von Pro Zürcher Berggebiet. Die Delegierten von 13 Mitgliedsgemeinden hatten den Marketingprofi in dieses Amt gewählt. Er war zuständig für die weitherum bekannte Marke natürli Zürioberland und sollte diese weiter stärken, Wirtschaftsförderung und Tourismus gehörten in seine Aufgabengebiete.

Der «Landbote» traf ihn am Mittwochvormittag zum Interview. Es sollte darum gehen, wo Ferrazzini neue Schwerpunkte setzen will und wie er gestartet ist. Ferrazzini liess sich fotografieren, sprach über Strategien und Projekte. Nichts Unerwartetes also, bis nach 20 Minuten Gesprächszeit Ernst Kocher das Büro im Bahnhofsgebäude in Bauma betrat. Er ist Gemeindepräsident von Wald und Vorstandspräsident von Pro Zürcher Berggebiet.

Man müsse die Übung abbrechen, sagte er. Ferrazzini bat ihn noch um einige Minuten, man sei gerade an einem Interview. Doch Kocher beharrte auf den Abbruch. Einen Grund dafür nannte er zu diesem Zeitpunkt nicht. In einer Viertelstunde gebe es weitere Informationen. Danach verliessen die beiden den Raum.

Zurück kam nur noch Ernst Kocher. Und der sagte: Pro Zürcher Berggebiet und Jean-Luc Ferrazzini hätten das Arbeitsverhältnis beendet, «in gegenseitigem Einvernehmen.»

Keine Begründung

Später am Telefon bestätigte Jean-Luc Ferrazzini diese Formulierung. Weiter wollte er sich nicht mehr dazu äussern. Auch Kocher gab keine genaueren Gründe für das Beenden der Zusammenarbeit an. Auf die Frage, weshalb man ausgerechnet diesen Zeitpunkt gewählt habe, sagte Kocher: Der Termin sei schon länger fixiert gewesen.

In einer am Nachmittag versandten Medienmitteilung wird die Trennung mit unterschiedlichen Auffassungen über die künftige Ausrichtung der Organisation begründet.

In den oberen Räumen hatte offensichtlich zeitgleich mit dem «Landbote»-Interview eine Sitzung stattgefunden, in der das Ende des Arbeitsverhältnisses noch vor Ablauf der dreimonatigen Probezeit beschlossen wurde. Denn wenig später verliess auch der Turbenthaler Gemeindepräsident Georg Brunner das Gebäude. Er ist ebenfalls im Vorstand von Pro Zürcher Berggebiet.

Wie es jetzt weitergeht, konnte Kocher am frühen Mittwochnachmittag nicht genau sagen. In der Mitteilung heisst es: «Bis eine Nachfolge gefunden ist, führt der Präsident zusammen mit dem Vorstand und dem Team die Geschäfte. Der Vorstand und das Team danken Jean-Luc Ferrazzini für die geleistete Arbeit.»

Nicht nur Käse

Vor Ferrazzini hatte Michael Dubach acht Jahre lang die Geschäftsstelle von Pro Zürcher Berggebiet geführt. Der Verein hat 13 Mitgliedsgemeinden von Turbenthal bis Bäretswil und ist Eigentümerin der Regionalmarke natürli. Bis 2013 wurden laut Pro Zürcher Berggebiet ausschliesslich Käse und Milchspezialitäten unter dieser Marke verkauft. Mit der Öffnung der Marke für andere Regionalprodukte und Handlungsfelder habe sie sich zum regionalen Brand entwickelt. (Landbote)

Erstellt: 20.03.2019, 15:38 Uhr

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