Brütten

Soll überall im Dorf Tempo 30 gelten?

Der Gemeinderat lässt abklären, ob in der Gemeinde ein neues Temporegime eingeführt werden soll. Auch die Bevölkerung soll mitreden können.

Vor der Bäckerei Bosshart (links) gibt es heute ein einziges grosses Trottoir. Das bringt Autofahrer dazu, langsamer zu fahren. Foto: Marc Dahinden

Vor der Bäckerei Bosshart (links) gibt es heute ein einziges grosses Trottoir. Das bringt Autofahrer dazu, langsamer zu fahren. Foto: Marc Dahinden

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Wiesendangen, Turbenthal, Lindau und jetzt Brütten: Die vier Gemeinden haben ein gemeinsames Thema, das sie beschäftigt, nämlich Tempo-30-Zonen. In Lindau sind solche teilweise schon umgesetzt, in Wiesendangen liegen konkrete Pläne auf und in Turbenthal sowie Brütten erarbeitet der Gemeinderat derzeit Grundlagen, um danach darüber entscheiden zu können, ob eine oder mehrere solche Zonen eingeführt werden sollen.

In Brütten denkt die Exekutive gar darüber nach, das neue Temporegime flächendeckend zu signalisieren, wie dem Verhandlungsbericht zu entnehmen ist. Eine Kerngruppe soll Vor- und Nachteile abklären. Und in dieser Arbeitsgruppe sollen auch Brüttemerinnen mitarbeiten. Tiefbau- und Sicherheitsvorstand Beat Lanz sagt: «Wir wollen das Thema allumfassend und breit abgestützt angehen.»

Fachperson begleitet

Schulpflege, Elternrat, Gewerbetreibende, Landwirte, Junge und Alte sollen sich einbringen können. Letztlich sollen am Ende folgende Fragen beantwortet sein: «Wie sieht die aktuelle Verkehrssituation aus?», «welche Konsequenzen würde das Temporegime mit sich bringen?» und «welche konkreten Massnahmen sollen umgesetzt werden?»

«Auf der
Dorfstrasse fährt die Mehrheit heute schon deutlich unter Tempo 30.»
Beat Lanz, Tiefbau- und Sicherheitsvorstand

Wann es so weit sein wird, lässt Lanz offen. «Wir haben keinen Zeithorizont festgelegt», sagt er. Die Abklärungen sollen nicht unter Zeitdruck erfolgen. Sicher sei, dass die Bevölkerung am Ende entweder an der Gemeindeversammlung oder an der Urne das letzte Wort haben wird.

Tempo 30 ist ein emotionales Thema. An Informationsveranstaltungen melden sich Befürworter genauso wie Gegner zu Wort. In Brütten kommt es immer mal wieder auf. Öffentlich zuletzt 2015, als der Gemeinderat seine Pläne für die Sanierung der Dorfstrasse vorstellte. Damals sprach sich die Behörde noch gegen Tempo 30 aus. «Wir waren der Meinung, dass wir auch ohne Signalisation ein langsameres Tempo erreichen», sagt Lanz, «und zwar mit durchdachten baulichen Massnahmen». Denn die Dorfstrasse gilt als Hauptverkehrsachse für den Schulweg.

Mittlerweile ist das Trottoir von 80 Zentimeter auf zwei Meter verbreitert und vor der Bäckerei Bosshart der Oberdorf-Platz realisiert worden. Das heisst: Die gesamte Kreuzung ist jetzt ein Trottoir. Um auf den Platz zu gelangen, müssen Verkehrsteilnehmer eine Auffahrt überwinden. «Unser Kalkül ist aufgegangen», sagt Lanz. Verkehrsmessungen hätten im Nachhinein gezeigt, dass die Mehrheit der Verkehrsteilnehmer dort bereits deutlich unter 30 Stundenkilometer fahre.

Zwei Meter sind Standard

An den Standard von zwei Meter breiten Trottoirs will man sich nun in Brütten immer halten. Und zwar dann, wenn eine Strasse saniert wird. Der Gedanke dahinter sei, dass zum Beispiel eine Frau mit einem Rollator und ein Mann mit einem Kinderwagen kreuzen könnten, ohne dass jemand auf die Strasse ausweichen müsse, sagt Lanz.

Bereits realisiert ist dies an der Sunnehalde-, Hofacker- und Uetlibergstrasse. Am 17. November stimmen die Brüttemer über die Sanierung der Säntisstrasse ab. Danach sind die Harossen- und Hagenstrasse sowie weitere Strassen im östlichen Teil der Gemeinde an der Reihe.

Erstellt: 28.10.2019, 17:09 Uhr

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