Illnau-Effretikon

«Unser Laden soll eine Seele haben»

Zwei Mütter eröffnen in Effretikon ein Geschäft für Brautmode. Sie sind davon überzeugt, dass es das noch braucht.

Im Fachgeschäft von Nadine Bussohn und Simone Appenzeller (v. l.) dreht sich alles um Brautmode.

Im Fachgeschäft von Nadine Bussohn und Simone Appenzeller (v. l.) dreht sich alles um Brautmode. Bild: Enzo Lopardo

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Beide haben in Weiss geheiratet. «Also genau genommen in Elfenbein, nicht knallweiss», sagt die 43-jährige Nadine Bussohn. Es sei ein figurbetontes Kleid gewesen, «ein bisschen wie eine Meerjungfrau». Ihre Schwester, die 48-jährige Simone Appenzeller, war «eine riesen Tüll-Wolke», wie sie selbst sagt. Über der Hüfte war das Hochzeitskleid schmal, dann «riesig und pompös», mit mehreren Stufen Tüll. Beide würden es wieder tun: in Weiss heiraten.Mittlerweile haben sie je zwei Kinder, jene von Simone Appenzeller sind bereits erwachsen. Bussohn wohnt in Volketswil und arbeitet in einer Bank, Appenzeller ist in Illnau zuhause und arbeitet als kaufmännische Angestellte in einem Büro. Nun haben sie ein neues Projekt, das Ende Oktober realisiert werden soll. Sie nennen es «das Baby der Familie». Denn Eltern, Ehemänner und Kinder, sie alle würden teilhaben und mitfiebern, bis es endlich wahr geworden ist. Unter dem Namen «White Silhouette» eröffnen sie ein Fachgeschäft für Brautmode an der Rikonerstrasse 2 in Effretikon – in jenem Gebäude, in dem auch die Stadtpolizei ihre Büros hat.

Kundinnen fahren nach Chur

Brautmode gibt es in der näheren Umgebung nur in wenigen Geschäften. Ausserhalb von Grossstädten etwa in Bubikon oder im Aathal. «Wir sind deshalb überzeugt, dass es ein solches Geschäft braucht», sagt Appenzeller. Sie wisse von Kundinnen, die bis nach Chur fahren würden. Zwar liessen sich Hochzeitskleider auch im Internet bestellen. «Die Marken und vor allem den Service, den wir anbieten, gibt es online aber nicht», sagt Bussohn. Die beiden wollen ihre Stellen behalten. Und sie wollen mehr bieten, als einfach nur einen Verkauf abwickeln. «Wir wollen die Braut in einem der schönsten Lebensabschnitte begleiten», sagt Bussohn. «Es soll für sie ein einzigartiges Erlebnis werden.»

«Die Marken und vor allem den Service, den wir anbieten, gibt es online nicht.»Nadine Bussohn,  
Co-Geschäftsführerin 
«White Silhouette»

Zwei bis drei Stunden nehmen sich die Schwestern für eine Kundin Zeit. Sie soll in ihrem Laden alles bekommen, was sie am Hochzeitstag zum Anziehen braucht: vom Schuh über die Unterwäsche bis zum Schmuck. Später sollen Tipps für Musiker, Stylisten, Trauredner und weiteres mehr dazu kommen. «Zuerst konzentrieren wir uns aber auf die Kleider», sagt Appenzeller.

Ein rosarotes Sofa

Noch sieht der Raum, in dem die Kundinnen dereinst beraten werden, ziemlich leer aus. An einer Kleiderstange hängt ein Dutzend noch in Plastikfolie eingepackte Brautkleider und einige Abendkleider. Ein länglicher Spiegel lehnt an der Wand, beim Eingang steht ein rosarotes Sofa. Später wird es in der Mitte des Ladens platziert sein. «Hier sollen sich jene hinsetzen können, die die Braut bei der Anprobe begleiten», erklärt Bussohn. Etwa 150 Kleider von zehn verschiedenen Marken wollen die Schwestern anbieten, darunter auch Abendkleider und solche, die sich auf dem Standesamt tragen lassen. «Aber keines, das uns selbst nicht gefällt», sagt Bussohn. Bis 3000 Franken werden sie kosten. Für ein schönes müsse man etwa 1200 Franken ausgeben. Es werde aber auch solche unter 1000 Franken geben.

Den Anstoss zum Geschäft hat Simone Appenzeller gegeben. «Ich wollte etwas machen, das mich berührt, bei dem ich kreativ sein kann», sagt sie. Sie habe in einem Brautladen als Aushilfe geschnuppert. Das habe aber nicht ihren Vorstellungen entsprochen. «Es war hauptsächlich Kommerz.» Das wolle sie keinesfalls. «Unser Laden soll eine Seele haben.» (Landbote)

Erstellt: 10.10.2018, 16:10 Uhr

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