Illnau-Effretikon

Wer in der Kyburg gelebt hat

Die Kyburg hat am Wochenende eine neue Dauerausstellung eröffnet. Mithilfe von interaktiven Elementen erzählt sie die Geschichte der ersten Burgherren bis zur Gründung des Museums.

Dieses Bild sehen die Burgbesucher, wenn sie durch Gucklöcher in die «Vergangenheit» spähen.

Dieses Bild sehen die Burgbesucher, wenn sie durch Gucklöcher in die «Vergangenheit» spähen. Bild: Kyburg, PD

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Die Kyburg hat eine neue Dauerausstellung. In 17 neu eröffneten Räumen lernen Besucher die Herren der Kyburg kennen. Der Ansatz der Ausstellung ist es, die natürlichen Fragen zu beantworten, welche die Besucher der Kyburg haben, sagt Museumsleiter Ueli Stauffacher: Wie die Kyburg entstanden ist und wer hier gelebt und gewirkt hat. Die erste, eher bauhistorische Frage wird in der Ausstellung aus dem Jahr 2017 im Grafenhaus beantwortet. Der zweiten Frage will nun die am letzten Wochenende neu eröffnete Dauerausstellung im Ritterhaus der Burg eine Antwort liefern. Das Thema? Herrschaft!

Dafür pickten die Kuratoren der Kyburg drei Herren aus der Burggeschichte heraus. Ein früher Graf, ein Landvogt und der Erste, der aus dem Herrschersitz ein Museum machte.

Der rote Faden ins Jetzt

Das Thema Herrschaft auf der Kyburg ist nicht bloss eine anregende Aufzählung von Personen. Es gibt durchaus einen roten Faden. Die drei Epochen, vertreten durch Ulrich von Kyburg, der um 1200 gelebt hat, Landvogt Johann Heinrich Waser aus der ersten Hälfte des 17. Jahrhunderts und Burgbesitzer Matthäus Pfau, der Mitte des 19. Jahrhunderts aus der Burg ein Museum machte. Man sehe hier auch, wie sich die Herrschaft immer mehr demokratisiert habe, sagt Stauffacher.

Zum Regieren bilden

Von der gottgegebenen oder zumindest von Königen verliehenen Macht der frühen Burgherren über die Landvögte, die als Stellvertreter von gewählten Räten aus Zürich regierten. Bis hin zu Matthäus Pfau, der durch das Museum auch die Massen bilden wollte. Denn wenn nun die Massen regieren, müssen sie dazu auch befähigt sein. Ein zumindest ähnliches Ziel, das die Museumsbetreiber noch heute verfolgen.

In der neuen Daueraustellung kann man dank detaillierter Visualisierungen in die Vergangenheit der Burg spähen und die früheren Burgherren kennen lernen. Bild: PD

Es soll eine Ausstellung für alle sein, sagt Museumsleiter Stauffacher, wie die ganze Kyburg auch. «Es ist für alle etwas dabei. Von den Dreijährigen, die gerne durch die alten Gänge streifen, bis zur kulturbeflissenen Kunsthistorikerin, die sich die Kapellenmalereien anschaut.»

«In die Recherche und die Einrichtung haben wir am meisten investiert.»Ueli Stauffacher?
Museumsleiter Kyburg

So ist auch die neue Dauerausstellung möglichst interaktiv gehalten. Es gibt nicht nur alte Originalgegenstände aus den entsprechenden Epochen, sondern auch Kostüme zum Anprobieren, Hörspiele oder Gucker, die wie ein Fernglas in die Vergangenheit funktionieren. Schaut der Besucher durch die Gucklöcher, sieht er ein computergeneriertes Bild der Umgebung der Kyburg aus alten Zeiten. An die 200 Leute haben an der Realisation der neuen Dauerausstellung gearbeitet und rund zweieinhalb Millionen Franken hat sie gekostet. Dabei floss der meiste Aufwand in zwei Dinge, die dem Besucher nicht als Erstes ins Auge fallen. Erstens: Die Einrichtung der Räume. Die Möbel sollen einerseits zu den Räumen der Burg passen, anderseits dürfen sie den präsentierten Ausstellungsgegenständen nicht die Aufmerksamkeit ablaufen. Zweitens: Die Recherche. «Hier haben wir sicher am meisten investiert, vor allem Zeit. Es hat sich gelohnt», sagt Museumsleiter Stauffacher.

Erstellt: 02.04.2019, 08:34 Uhr

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