Wila

Zehn Prozent nutzen den digitalen Dorfplatz

Der Gemeinderat ist mit dem Start der Onlineplattform zufrieden.

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Seit Februar können sich die knapp 2000 Einwohnerinnen und Einwohner in Wila auf einem digitalen Dorfplatz vernetzen. Rund 200 Personen nutzen das Angebot der Firma Crossiety bereits, wie Gemeinderat Sacha Huber am Mittwoch in einem Informationsblock vor der Gemeindeversammlung sagte.

Im Unterschied zu Facebook bleiben die Daten in der Schweiz und werden nicht kommerziell genutzt

In der weiteren Umgebung seien es rund 1200 Personen, die «rege» teilnehmen. Auch Joel Singh von Crossiety, der das Projekt vor rund 20 Personen präsentierte, sagte: «Wir kommen mit guten Zahlen.» In der Deutschschweiz seien inzwischen über 30 Gemeinden mit dabei.

Ziel der Plattform ist es, die lokale Gemeinschaft zu stärken. Im Grundsatz funktioniert sie ähnlich wie Facebook. Teilnehmer können sich auf dem digitalen Dorfplatz zu Wort melden und zum Beispiel Diskussionen oder Umfragen starten. Ein wichtiger Bestandteil sind Veranstaltungshinweise.

Im Unterschied zu Facebook bleiben die Daten aber in der Schweiz und werden nicht kommerziell genutzt, wie Joel Singh versicherte. «Nur Lokal relevante Beiträge sollen angezeigt werden.»

Dafür muss die Gemeinde für das Angebot des Thalwiler Start-ups zahlen, rund 7000 Franken sind es für Wila jährlich, wie die Gemeinde im Februar mitteilte. An der Informationsveranstaltung wurde trotz zweimaligem Nachfragen eines Einwohners keine konkrete Zahl mehr genannt.

Katze gesucht

Als Beispiel für den guten Start in Wila erwähnte Singh einen Beitrag einer Nutzerin, die eine Katze über die Plattform suchte. Ein anderer Nutzer antwortete ihr, dass er eine ähnliche Katze auf der Baustelle beim Schulhaus Eichhalde gesehen habe.

Ob das Tier inzwischen gefunden wurde, ist offen. Insgesamt sind Diskussionen noch eher selten, wie ein Augenschein im öffentlichen Bereich zeigt: Zahlreiche Beiträge stammen von einer Frau, die für ihre Praxis wirbt, was ein Mann an der Gemeindeversammlung kritisierte: «Das ist Missbrauch.»

Singh antwortete ihm, dass mit der Plattform auch das lokale Gewerbe gestärkt werden soll. Man arbeite aber an einer personalisierten Darstellung, so dass für jeden Einzelnen möglichst relevante Beiträge angezeigt würden.

Jungpolitiker fördern

Auch auf anderer Ebene will der Gemeinderat das Engagement in Wila stärken. Gemeindepräsident Hans-Peter Meier stellte im Anschluss an die Gemeindeversammlung eine Idee vor, um Politik-Nachwuchs zu fördern.

Eine Arbeitsgruppe beschäftige sich mit dem Projekt Promo 35. Dieses listet Möglichkeiten auf, um junge für Lokalpolitik zu gewinnen. Die Arbeitsgruppe soll prüfen, welche Massnahmen für Wila geeignet wären.

Die offizelle Versammlung war rasch abgehakt. Die Jahresrechnungen der Politischen-, der Primarschule sowie der Oberstufenschulgemeinde wurden allesamt von den knapp über 50 anwesenden Stimmberechtigen einstimmig genehmigt. Fragen gab es keine.

Erstellt: 20.06.2019, 15:52 Uhr

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