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Zeitzeugen dürfen vorerst bleiben

Welche Bauten es zu schützen gilt, ist umstritten. Ginge es nach den Jungliberalen Illnau-Effretikon, müssten es sowenige wie möglich sein. Knackpunkt sind die Kosten.

Das Haus an der Kyburgstrasse 16 wurde aus dem Inventar entlassen und kann somit baulich verändert werden.
Das Haus an der Kyburgstrasse 16 wurde aus dem Inventar entlassen und kann somit baulich verändert werden.
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Ein schlankeres Inventar für schützenswerte Bauten: Das hatte sich die Mehrheit des Grossen Gemeinderats Illnau-Effretikon gewünscht. Doch diesem Wunsch will der Stadtrat nun nicht nachkommen. Zumindest nicht zum jetzigen Zeitpunkt, wie er in seiner Antwort auf ein Postulat der Jungliberalen Raffaela Piatti und ihrer zwei Parteikollegen schreibt.Piatti hatte argumentiert, der Umbau inventarisierter Gebäude sei sehr teuer. Es sollten also nur zwingend schutzwürdige Bauten darin aufgenommen werden. Das Parlament hatte den Vorstoss am vergangenen 3. November an den Stadtrat überwiesen – gegen den Willen der links-grünen Ratsseite. Was diese damals befürchtete, bestätigt jetzt auch der Stadtrat: Wird das Inventar ausserhalb der üblichen Intervalle von 12 bis 15 Jahren und ohne aktuellen Anlass überarbeitet, verursacht dies sehr hohe Kosten.

Gutachten notwendig

Wie viel das ist, kommt auf die Anzahl Objekte an, die aus der umfangreichen Dokumentation gestrichen würden. Ein denkmalpflegerisches Gutachten kommt auf etwa 1000 bis 2000 Franken zu stehen. Laut einem Verwaltungsgerichtsentscheid kann der Stadtrat Objekte nämlich nur dann aus dem Inventar entlassen, wenn er das gut begründet, also solche Gutachten erstellen lässt.

«Im Rahmen des laufenden Budgets ist dies nicht möglich», sagt der Stadtrat. Das Parlament müsste für die Gutachten einen separaten Kredit ausserhalb des Budgets genehmigen. Das Inventar soll deshalb frühestens 2021 überprüft werden.

Damit können die Jungliberalen leben, wie Stefan Eichenberger stellvertretend für Piatti sagt. «Uns ist wichtig, dass es der Stadtrat einfach tut.» Nehme er dies in sein Schwerpunktprogramm für die nächste Legislatur auf und setze es auch um, «dann sind wir zufrieden». Letztmals hat der Stadtrat das Inventar der kunst- und kulturhistorischen Schutzobjekte von kommunaler Bedeutung 2009 überarbeitet. Es enthält 286 kommunal schützenswerte Objekte. Zusätzlich sind auch die 29 kantonal inventarisierten Objekte aufgeführt. Die Kosten für die gesamte Überarbeitung beliefen sich auf rund 120 000 Franken.

Spezialfall Kyburg

Für den Ortsteil Kyburg existiert ein kantonales Inventar. Weil das Ortsbild zudem überkommunal geschützt ist, müssen Bauvorhaben im Dorf von der kantonalen Denkmalpflege bewilligt werden, auch wenn das betreffende Gebäude nicht in einem Inventar enthalten ist. Das Postulat soll an der Parlamentssitzung vom 26. Januar als erledigt abgeschrieben werden.

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