Lindau

Zum Turnen ins Festzelt

Die Turnhalle beim Schulhaus Grafstal in Lindau wurde vor 13 Jahren erbaut. Nun muss sie bereits saniert werden.

Die Turnhalle in Grafstal muss für 1,65 Millionen Franken saniert werden, weil der Bodenbelag undicht ist.

Die Turnhalle in Grafstal muss für 1,65 Millionen Franken saniert werden, weil der Bodenbelag undicht ist. Bild: Marc Dahinden

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Es ist nicht Schweiss, der den Schülern des Schulhauses Grafstal beim Sport nasse Füsse bereitet, sondern undichter Bodenbelag. In die Turnhalle tritt Wasser ein, weil die Bodenplatten fehlerhaft abgedichtet wurden, schreibt die Gemeinde im Mitteilungsblatt. «Es handelt sich dabei um Mängel beim damaligen Bau», sagt Gemeindeschreiber Erwin Kuilema. Da die Baugarantiefristen aber bereits abgelaufen seien, könne die Baufirma nicht mehr zur Verantwortung gezogen werden.

«Eine Turnhalle baut man für Jahrzehnte», sagt Kuilema. Die Halle in Grafstal wurde 2006 für 8,8 Millionen Franken gebaut. Weil das Wasser schon länger Probleme bereitet, hat die Gemeinde in der Zwischenzeit bereits kleinere Renovierungen vorgenommen. Nun hat der Gemeinderat eine gebundene Ausgabe von 1,65 Millionen Franken für die Sanierung bewilligt. Das Volk wird sich dazu nicht äussern können.

Warten geht nicht

Die Sanierung soll im Februar 2020 starten und bis August 2020 abgeschlossen sein. Die Gemeinde hat für die Renovierungspläne einen Experten zu Rate gezogen, der zwei Varianten ausgearbeitet hat. Die eine sieht ausschliesslich Sanierungen im Innern der Halle vor. Die zweite und knapp eine Million teurere Möglichkeit schliesst Aussenarbeiten ein.

«Wir haben abgeklärt, dass von aussen nichts nach innen drückt.» Erwin Kuilema, Gemeindeschreiber Lindau

«Die zweite Variante würde sich nicht lohnen», sagt der Gemeindeschreiber. Zwar seien auch an den Aussenwänden Schäden sichtbar, mit denen könne man aber leben. «Wir haben abgeklärt, dass von aussen nichts nach innen drückt.» Die Variante des Abwartens zieht die Gemeinde nicht in Betracht. Der Bericht des Experten hat ergeben, dass sich längerfristig hygienische Mängel ausbreiten würden.

Schimmel habe sich bis jetzt aber noch nicht gebildet: «Wir haben die Situation unter Kontrolle», sagt Kuilema. Die Abwarte des Schulhauses müssen Wasser abschöpfen und den Hallenboden regelmässig trocknen. So könne der Turnunterricht bis zur Sanierung weiter im gewohnten Rahmen durchgezogen werden.

Tiefe Decke

Ab Februar 2020 dient ein Festzelt als Ersatz für die Sporthalle. Das Provisorium mit einer Fläche von 480 Quadratmetern verfügt auch über eine Wärmeheizung für die kalten Wintermonate. Einzig die Vereine haben das Nachsehen. «Sie können das Zelt nur sehr eingeschränkt nutzen», sagt Kuilema. Ihnen stehen teilweise andere Turnhallen der Gemeinde als Ausweichmöglichkeit zur Verfügung. «Das Zelt ist nicht für jede Sportart geeignet.» Da die Decke des Provisoriums weniger hoch ist als die der Sporthalle, sei beispielsweise Volleyball spielen problematisch.

Die Garderoben sind jedoch nicht vom Umbau betroffen und können auch dann weiter genutzt werden. So soll es den Vereinen zumindest möglich sein, sich im Schulhaus umzuziehen und draussen Sport zu treiben - sofern es das Wetter zulässt. Bis jetzt hätten sich laut Kuilema trotz der Einschränkungen noch keine Vereine über die anstehenden Arbeiten beschwert.

Erstellt: 27.06.2019, 16:13 Uhr

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