Laufen-Uhwiesen

Der Tod will gut geplant sein

Das Uhwieser Theater zeigt ab dem 3. Mai die Komödie «De chranki Maa» auf der Bühne. Dem Protagonisten und Hypochonder George ist allerdings eher selten zum Lachen zumute.

In der Zeitung überprüft George Keller, gespielt von Andreas Ryser, die Todesanzeigen nach beunruhigenden Todesfällen. Bild: Marc Dahinden

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Was haben die Schmerzen in meiner Brust zu bedeuten? Wendet man sich mit dieser Frage an die Suchmaschine Google, sinkt die hypothetische Lebenserwartung drastisch. Das sei ein Anzeichen für eine Herzerkrankung oder gar einen bevorstehenden Herzinfarkt, gibt die Maschine zur Antwort. Auch George Keller, Protagonist des Stücks «De chranki Maa», das vom Uhwieser Theater ab dem 3. Mai aufgeführt wird, klagt über Brustschmerzen. Der Hypochonder ist bei seinen Nachforschungen ebenfalls auf die genannten Ursachen gestossen.

Mit der Überzeugung, dass er nicht mehr lange zu leben hat, beschliesst er, seinen Tod zu planen. Doch nicht nur das: Auch das weitere Leben seiner Frau Judith möchte der Geschäftsmann vor seinem Ableben sichern.

Wie ein Puzzle

«Nun tut so, als ob eure Rolle Schlittschuh laufen würde», sagt Dominik Widler. Er führt die Regie beim diesjährigen Stück der Uhwieser Theatergruppe. «De chranki Maa» beruft sich auf die Komödie, die ursprünglich von Norman Barasch und Carroll Moore geschrieben wurde.

«Der Charakter der Rolle ist Interpretationssache der Schauspielerinnen und Schauspieler.»Dominik Widler?
Regisseur beim Uhwieser Theater

Bevor es ans Proben der Szenen geht, spielen sich die Schauspieler mit kurzen Übungen ein. Die Hauptperson George fährt gemeinsam mit seiner Frau über die Eisbahn, die eigentlich der schlichte Parkettboden im Werkgebäude von Uhwiesen ist. Immer wieder scheint er das Gleichgewicht zu verlieren, doch seine Frau stützt ihn. «Der Charakter der Rolle ist Interpretationssache der Schauspielerinnen und Schauspieler», sagt Widler. Natürlich seien Teile bereits durch die Handlung des Stücks gegeben, alles andere sei aber ein Ausprobieren. «Stück für Stück setzt sich das Schauspiel wie ein Puzzle zusammen.»

Seit letztem Oktober proben die acht Darstellerinnen und Darsteller das schweizerdeutsche Stück, jeweils zweimal wöchentlich. «50 bis 60 Proben sind schon nötig für eine solche Produktion», sagt der Regisseur. Dazu kommt das Probewochenende, das dieses Jahr Mitte März stattfand. «Die Teilnahme ist für alle Pflicht», sagt Widler. Durch die intensiven Proben wachse die Gruppe stärker zusammen, das soll keiner verpassen.

Alles an seinem Platz

«Jeder überprüft nochmals, ob alle seine Requisiten bereitstehen», sagt Widler, bevor die Proben des Stücks richtig beginnen. Zeitung, Blumen, Jacken, Handtasche: Alles hat sein bestimmtes Plätzchen.

Regisseur Widler sieht sich das Geschehen von ganz hinten im Raum an. Am Ende ist sein Block voll mit Notizen: «Es geht nur noch um den Feinschliff», sagt er. Dennoch falle einem bei allen Proben etwas auf, das man noch ausprobieren könnte. Während der ganzen Proben muss Widler seine Schauspieler nie unterbrechen. Lediglich ein «Lauter!» ist ab und zu von den anderen Mitspielern zu hören.

Die Rollen werden so authentisch gespielt, dass man sich fragt, ob da nicht wirklich ein Hypochonder auf der Bühne steht. «Nein, so extrem bin ich sicher nicht», sagt Andreas Ryser, der die Rolle des George spielt. Dann fügt er an: «Aber ich informiere mich jeweils schon über mögliche Krankheiten.» (Landbote)

Erstellt: 15.04.2019, 16:43 Uhr

Uhwieser Theater

Die Komödie «De chranki Maa» startet am 3. Mai um 20 Uhr im Uhwieser Werkgebäude an der Wassergasse 8.

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