Dinhard

Wenn 5G-Technik auf die Theaterbühne kommt

Nach einer Pause ist das Theaterensemble Zapzarap mit seinem neuen Stück «Hohenstein» zurück auf den Bühnen der Kleinkunst. Am Freitag treten die drei Schauspieler samt Miniaturinstrumenten in Dinhard auf.

Zapzarap, alias Jan Hubacher, Kristian Trafelet und Marion Mühlebach (v.l.) thematisieren 5G – für Fans und Kritiker.

Zapzarap, alias Jan Hubacher, Kristian Trafelet und Marion Mühlebach (v.l.) thematisieren 5G – für Fans und Kritiker. Bild: PD

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Eine 5G-Antenne, ein Berner und eine alte Ruine: Im neuen Stück «Hohenstein» des Ensembles Zapzarap spielen drei Geschichten parallel zueinander. Die Schauspielerin Marion Mühlebach und die Schauspieler Jan Hubacher und Kristian Trafelet verkörpern dabei jeweils drei Figuren. Am Freitag werden sie in der Turnhalle des Primarschulhauses Dinhard zu sehen sein.

«Zu dritt ist das schon eine Herausforderung», sagt Kristian Trafelet, der hauptsächlich für das Schreiben des Stücks verantwortlich war. Wenn Trafelet von einer Herausforderung spricht, meint er damit weniger das Einfühlen in die jeweils andere Rolle, vielmehr macht ihm das Umziehen zwischen den Szenen Sorgen.

Hinter zwei kleinen Wänden, die die Darsteller vom Publikum trennen, ziehen sich die drei jeweils um. «Da ist schon immer ein Durcheinander», sagt Trafelet. Häufig würden sie sich währenddessen flüsternd gegenseitig vergewissern, in welcher Szene sie nun steckten. «Bis jetzt ist es immer noch mal gut gegangen», sagt er und lacht.

100-mal dasselbe

Seit Mai tourt das Ensemble mit «Hohenstein» durch die Schweiz und ging dann in die Sommerpause. «Jetzt kann es richtig losgehen», sagt Trafelet. Geplant sei, das Stück über zwei Jahre aufzuführen. «Nach einem halben Jahr setzen wir uns zusammen und besprechen, ob wir ein nächstes Theater planen wollen.»

«Irgendwie spielen wir auch immer uns selbst.»Kristian Trafelet, Ensemble Zapzarap

Über 100-mal wird Trafelet in die Rolle des Berners schlüpfen, eine der drei Figuren, die er in «Hohenstein» spielt. «Er ist mir irgendwie am nächsten», sagt der 40-Jährige. Der Berner Tinu will schon lange nach Paris reisen und kommt doch nicht vom Fleck. «An diesem Punkt war ich auch mal», sagt Trafelet. Inzwischen sei er aber viel gereist, dennoch könne er das Leiden seiner Rolle nachvollziehen. «Irgendwie spielen wir auch immer uns selbst.»

Neben dem Schauspielern gehört bei Zapzarap ein musikalischer Teil dazu. «Musik geht ins Herz, bei uns häufig in Form von A-cappella-Gesang.» Dieses Mal kommen aber auch wirkliche Instrumente zum Zug. Für das neue Programm hat Trafelet extra gelernt, Bassukulele zu spielen. «Wir haben ausschliesslich Instrumente in Kleinformat gewählt.» Auch die Trompete und das Akkordeon seien kleiner als gewohnt.

Es wird still

«Wir kommen jeweils mit wenigen Requisiten aus», sagt Trafelet. Da sie ihr Programm vor allem in Kleintheatern zeigten, sei weniger oft mehr. Auch so ziehen die Schauspieler ihr Publikum in den Bann. «Beim letzten Mal wurde es ganz still im Saal, als das Wort 5G-Antenne fiel.»

In «Hohenstein» soll weder die Angst vor der neuen Technik gefördert werden, noch wolle man diese schönreden. «Wir probieren, möglichst alle Seiten zu beleuchten.» Vom absoluten Antennengegner zum Fan bis hin zu jenen, denen das ganze gleichgültig ist, findet jede Stimme Platz. Was genau Trafelet von 5G hält, kann er nur schwer sagen. «Ich weiss einfach, dass ich auch ohne bis jetzt bestens klargekommen bin.»

5G ist eines der zentralen Themen im Theater, das auch für Kinder im Schulalter verständlich sei. «Gerade hat mir jemand erzählt, dass ihre sechs- und neunjährigen Kinder immer unser Stück zitieren.» Es ist Trafelet wichtig, dem Publikum etwas mitzugeben. «Nach diesem Abend gehen die Leute immer beschwingt nach Hause.»

Ensemble Zapzarap: «Hohenstein» Freitag, 27. September, 20 Uhr, Turnhalle Dinhard, Ebnetstrasse. Eintritt: 25 Fr. Infos und Tickets: www.dinhard.ch Nach Dinhard kommt «Hohenstein» auch ins Theater am Gleis in Winterthur: Donnerstag, 3. Oktober, 20.15 Uhr. Infos und Tickets: www.theater-am-gleis.ch

Erstellt: 23.09.2019, 14:35 Uhr

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