Elgg

Wiedersehen mit Pinocchio, der liebenswerten Grille und der guten blauen Fee

Seit über 60 Jahren gibt es das Puppentheater der Familie Loosli. Am Sonntag führen die heutigen Betreiber «Pinocchio» auf.

Pinocchio (Mitte) trifft Harlekin und Kolombine.Foto: PD

Pinocchio (Mitte) trifft Harlekin und Kolombine.Foto: PD

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Sieben Stücke umfasst das Angebot des Puppentheaters Loosli. Und eines davon passt besonders gut: «Pinocchio». Schliesslich war der kleine Junge in der Geschichte von Carlo Collodi anfänglich ebenfalls eine Marionette, die erst am Schluss zu einem richtigen Menschen wurde. Verwandeln wird sich der Pinocchio von Lois und Tobias Loosli am Ende zwar nicht, Leben einhauchen werden sie ihm aber allemal.

16 Figuren im Einsatz

Schon 2008 war das Puppentheater Loosli, das vor über 60 Jahren gegründet wurde und in Ottikon zu Hause ist, mit diesem Stück in Elgg zu Gast, nun kehrt es zurück. Insgesamt werden 16 Figuren im Einsatz sein – so viele wie sonst in keinem ihrer Stücke. Nicht fehlen dürfen zum Beispiel die liebenswerte Grille und die gute blaue Fee. Neben den Marionetten, die aus dem Hintergrund gesteuert werden, wird Tobias Loosli zwischendurch auch selbst auf der Bühne sein und als eine Art Moderator mit dem Publikum interagieren. Auch wird er den Zirkusdirektor spielen. Der Hintergrund des Podestes ist ein grosses Kinderbuch, in dem Tobias Loosli zwischendurch von Szene zu Szene blättert, um die Geschichte auf einer weiteren Ebene zu erzählen.

«Es wird bunt», sagt Loosli. «Pinocchio» sei eine farbenfrohe Geschichte mit vielen verschiedenen Schauplätzen. Und: «Man wird viel lachen können.» Der berühmte Zeichentrickfilm von 1940 ist ja bei weitem nicht nur lustig und für manch ein Kind sogar angsteinflössend. «Unsere Inszenierung ist aber absolut kindergerecht», betont Loosli. Was nicht heissen soll, dass sie kindlich ist, fügt er gleich an: Auch Erwachsene kämen auf ihre Kosten.

Professionell gesprochen

Die Puppen haben alle individuelle professionelle Sprecherinnen und Sprecher; der Text wurde schon vor Jahren auf Band aufgenommen – jeweils auf Hoch- und Schweizerdeutsch. Je nach Wunsch können Looslis die eine oder andere Variante abspielen. In Elgg wird es Schweizerdeutsch sein.

Für Lois und Tobias Loosli ist das Puppenspiel eine Leidenschaft. Tobias Loosli sagt: «Ich bin damit aufgewachsen, ich kenne das seit meiner Geburt.» Er finde es schön, dass seine selbst gebauten Puppen nicht in einem Atelier Staub ansammeln, sondern den Menschen gezeigt werden. Im Gegensatz zu einem Trickfilm habe das Puppentheater etwas Ursprüngliches, findet er. Ausserdem erlebe er immer, dass Puppen lange in Erinnerung bleiben und viele Kinder während der Geschichte das Gefühl hätten, diese seien echt.

«Ein Stück zu kreieren ist sehr aufwändig und dauert bis zu eineinhalb Jahren»Tobias Loosli

Aktuell hat das Puppentheater Loosli sieben Stücke im Angebot. Ein neues sei zurzeit nicht geplant. «Ein Stück zu kreieren ist sehr aufwändig und dauert bis zu eineinhalb Jahren», so Loosli. Viel Zeit beansprucht zum Beispiel das Puppenbauen. Dies haben Tobias Loosli und seine Mutter vor vielen Jahren gemacht. «Ich war für das Technische, also für Holz und Fäden, verantwortlich, sie für die Stoffe.» Vom Puppentheater alleine zu leben, sei fast nicht möglich, vor allem, weil es mittlerweile etwa deren 50 in der Schweiz gebe. Deshalb kreiert Tobias Loosli auch für andere Kunden Figuren.

In Elgg ist das Puppentheater nun zum dritten Mal zu Gast, angefragt wurde es von der Kulturkommission. Puppentheater sei sehr beliebt, vor allem auch an Schulen. Für viele sei es ein Einstieg ins richtige Theater. Das Stück «Pinocchio» empfehlen die Looslis für Kinder ab fünf Jahren.

«Pinocchio» am Sonntag, 10. November, um 16 Uhr im Werkgebäude in Elgg. Tickets 15/40/10 Fr. (Erwachsene/Familien/Kinder).www.kulturinelgg.ch

Erstellt: 07.11.2019, 16:13 Uhr

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