Henggart

An der Zwirbeli-Stubete spielt die Musik

Tanzen, reden und natürlich musizieren wollen die Teilnehmer der Zwirbeli-Stubete –seit 1984.

Alle Jahre wieder: Stubete im Restaurant Bahnhof in Henggart.

Alle Jahre wieder: Stubete im Restaurant Bahnhof in Henggart. Bild: PD

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Es gibt nur wenige Unterhaltungsformate, die die Zeit so frisch überlebt haben wie die Zwirbeli-Stubete, die am Sonntag wieder im Restaurant Bahnhof in Henggart stattfindet. «Es ist ein Weltmusiktreffen», erklärt Organisator Andi Lutz aus Winterthur. Auch dieses Mal werde die Post abgehen, verspricht er. Neun Ensembles treten im grossen Saal sowie im kleineren Raum der Kegelbahn auf. Lutz hat die Gruppen feinfühlig ausgewählt und der unterschiedlichen Ambiance entsprechend aufgeteilt. Auf der zweiten Bühne läuft ein ruhigeres Programm, ohne Verstärker, mit zwei bis vier Musikern. Nur 30 Personen finden in der dekorierten Kegelbahn Platz. Aber so eine Stubete ist ohnehin ein Kommen und Gehen.

Durchführung seit 36 Jahren

Angefangen hat es vor 36 Jahren mit den Musikern Hanna Läuchli, Thomy Erb, Urs Bösiger und Geri Züger. Sie fanden, dass die verschiedenen Formationen in der Region mehr Kontakt untereinander haben sollten. In der ersten Durchführung traten die vier als Gruppe «Zwirbeli-Musig» selbst auf. Schon damals ergänzte Volksmusik aus dem Balkan oder Schweden zum Beispiel die Wyländer Schwyzerörgeler. Was als einmaliger Anlass in der Guhwilmühle in Hofstetten gedacht war, betreuten die Gründer der Winterthurer Prova-Musikschule, Bösiger, Züger sowie Erika Peter, dann ein Vierteljahrhundert lang.

«Im Verlauf der Jahre sieht man deutlich die Entwicklung der einzelnen Gruppen»Andi Lutz, Organisator

«Viele Leute freuen sich auf den Anlass, wo sie Kollegen einmal im Jahr treffen», sagt Andi Lutz, der die Veranstaltung inzwischen allein mit einem eingespielten Helferteam auf die Beine stellt. Der 68-jährige Hobbymusiker ist selbst in verschiedenen Gruppen aktiv, sei es «Kafi Lutz», «Sunnewirbel» oder «Siswisisch». Er spielt Klarinette und Saxophon – umso mehr, seit er sein Ingenieurbüro in Zürich aufgegeben hat und vor fünf Jahren nach Winterthur übersiedelte. «Im Verlauf der Jahre sieht man deutlich die Entwicklung der einzelnen Gruppen», erzählt Lutz. Einige Teilnehmer, die als Jugendliche aufgetreten seien, kämen nun und zeigten ihren eigenen Kindern die Zwirbeli-Stubete.

Bunte Mischung

So sagt der Veranstalter auch über einige Musiker, die diesen Sonntag spielen werden, dass er sie schon kenne, seit sie Kinder waren: beispielsweise die Gruppe Me-Zu, die osteuropäische Musik und anderes mit Geige, Klarinette, Klavier und Perkussion vorträgt. Den populären Balkansound vertreten auch «Baklava» und «Polifonia», unter der Leitung von Andy Becirovic am Akkordeon. Als «Urgestein» darf mit Fug mit und Recht das «Echo vom Locherguet» bezeichnet werden, das seit den 1970er Jahren mit urchiger Schweizer Volksmusik aufspielt. Weltmusik machen wiederum die Bands «A Casciaforte» sowie eine neu zusammengestellte Gruppe, «Fambir».

«Ich versuche auch immer, Ungewohntes ins Programm zu nehmen», erklärt Lutz. Zu solchen «Augenöffnern» zählt er «Cellophon», die «Blues und mehr», aufgrund ihrer Besetzung mit zwei Celli aber auch Klassikfusion versprechen. Bei «Pepper Chair» handelt es sich um eine fünfköpfige Familie aus Dinhard, die mit dem 10-jährigen Yaron am Cornett den jüngsten Teilnehmer stellt. Einen Leckerbissen behält sich Andi Lutz für den Schluss auf: Die Gruppe Vadane. «Sie bringen eine hochspannende Mischung aus Eigenkompositionen und Volksmusik, die von überall etwas einbaut.» Valentin Baumgartner (Gitarre, Gesang), Daniel Hildebrand (Mundharmonika, Beatbox) und Nehrun Aliev (Perkussion, Klarinette) treten um 18 Uhr auf.

Auf die Kollekte kommt es an

Es sei ein Geschenk, dass diese drei Profimusiker nach Henggart kämen, sagt der Organisator, doch dies gilt für alle Künstler, die für Spesen, Essen und ein Taschengeld auftreten. «Damit wir die Kosten decken können, sind wir auf eine Kollekte von circa 35 Franken pro Person angewiesen», betont Lutz, der stolz darauf ist, den Anlass bisher ohne Defizit absolviert zu haben. Mitgespielt habe dabei auch die Wirtefamilie Hatt sowie der Verein Volkstanz International. Durch dessen Engagement wird noch einmal deutlich, worum es bei der Stubete geht, nämlich Spass zu haben und nach Möglichkeit mitzutanzen.

Zwirbeli-Stubete Sonntag, 19. Januar, ab 14 Uhr. Rest. Bahnhof, Alte Andelfingerstr. 2, Henggart. Eintritt frei, Kollekte.

Erstellt: 16.01.2020, 16:33 Uhr

Organisator Andi Lutz.

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